Codex of Flame and Fury
codex of flame and fury
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Charakterliste
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gespielt von Berrie
56 Jahre
Reiter
Die Sonne geht auf und ein neuer Tag beginnt. Die Straßen sind vollgestopft, gelbe und schwarze Muster auf dem Boden. Du bist zu klein, um über die Köpfe zu sehen, reckst und streckst dich, doch reichst nicht an sie heran. Sacht ist der Druck, aber eindeutig, als du den Blick abwendest, dich stolpernd in Bewegung setzt. Durch die Massen Lotrotums, deiner Heimat, des Ortes, von dem du später sagen würdest, dort geboren worden zu sein, wie du dort sterben wollen würdest. Damals hast du nicht ans Sterben gedacht, nur ans Leben, nur an Abenteuer und Geschichten, an Träume, die dich genauso überragen wie die Menschen, denen du ausweichst. Du bist jung, hast noch dein ganzes Leben vor dir. Aufgeweckt, mutig, neugierig erkundest du die Welt.

Die Sonne geht auf und ein neuer Tag beginnt. Du spürst das Kribbeln unter deiner Haut, es schabt an deinem Inneren. Neu und aufregend, es peitscht in dir, entzündet jede deiner Synapsen. Deine Hände vibrieren, Schweiß steht dir auf der Stirn, doch du weißt: es ist richtig. Du bist richtig. Dieser Weg, den du gewählt hast, ist richtig. Könnte dich dein Leben kosten; wird dich dein Leben kosten. Irgendwann, aber nicht jetzt. Nicht heute. Heute sammelst du weitere blaue Flecken, verteilst sie auf den Matten Basgiaths. Heute schreibst du Briefe an deine Verwandten. Heute betrachtest du die Tür, die du dir verdient hast. Die, die sich nur öffnet, wenn du das willst. Wenn die Magie in dir prickelt. Vor den Toren wartet die Verpflichtung deines Lebens und du bist bereit.

Die Sonne geht auf und ein neuer Tag beginnt. Ein Dutzend Meilen liegen zwischen dir und deiner Heimat, hast die Grenzen überschrittenflogen, ohne Fragen zu stellen. Der Brief wog schwer in deiner Hand, schwerer die Erkenntnis: das würde fortan dein Leben sein. Tyrrendor solange dein Zuhause, bis du den ersten Antrag schreiben konntest. Und nach ihm den zweiten. Und den dritten. Hast über die Jahre so viele Bitten um Versetzung unterzeichnet, wie du Kilometer entfernt bist von deiner Partnerin, deinen Kindern, für die du viel, aber kein wirklicher Vater bist. Hast an deinem Stützpunkt den Halt gefunden, den du gebraucht hast. Wärst sonst zerbrochen am inneren Konflikt. Eine Aufgabe hast du gefunden, Verantwortung, nach der du nicht gefragt, die du aber ohne Zögern angenommen hast. Die Jahre sind an dir vorbeigezogen, bist an ihnen gewachsen, über dich hinaus. An jeder neuen Erfahrung, jeder neuen Herausforderung, jedem Stein auf jedem Weg.

Die Sonne geht auf und ein neuer Tag beginnt. Einsam fühlen sich vier Wände an, nach denen du dich so lang gesehnt hast. Einsam fühlt es sich an, durch Straßen zu gehen, die nach Kindheit und Erinnerung riechen. Kannst sie auf der Zunge schmecken, spürst sie tief in deinem Inneren und doch ist in Lotrotum so viele Jahre später kaum noch etwas, wie du es hinterlassen hast. Du bist nicht mehr der, den du hinterlassen hast. Deine Beziehung an der Distanz zerbrochen, deine Kinder ohne dich erwachsen geworden, hast du dennoch nicht erwogen, dein Ansuchen zurückzuziehen, als die Bestätigung ins Haus stand. Hast stattdessen alle Zelte abgebrochen, bist mit Rückenwind in die Heimat zurückgekehrt, um dich einerseits deinem zersplitterten Privatleben zu stellen und andererseits den Aufgaben, die dich ohne Zweifel geformt haben, zu entkommen. Eine Flucht nach vorn, ins bekannte Unbekannte. Umwege hast du genommen, bis sich etwas – bis du dich – wieder richtig angefühlt hat. Bis Licht am Ende eines sehr, sehr langen Tunnels auf dich wartete. Die Wärme, die die Liebe mit sich bringt, und das Gefühl, angekommen zu sein.

Die Sonne geht auf und ein neuer Tag beginnt. Viele Menschen pflegten über lange Zeit viele schlaue Dinge zu sagen. Dass Wandel niemals endete, dass das Ende nicht gekommen war, bis Malek persönlich die Hand nach einem streckte. Du hast dich gesonnt in eben jener kurzen Zeit, die dir bestimmt war. Hast dir gewünscht, hier und fortan bleiben zu können. Immer jedoch im Hinterkopf das Bewusstsein dafür, dass du einem höheren Wohl als deinem eigenen, einem höheren als das deiner Familie, verschrieben warst. Dass du immer, immer folgen würdest, würde der Ruf nach dir ertönen. Du hast ihn gehört, hörst ihn immer noch und mit einem ersten Ton war dir klar, was es dich kosten würde. Wieder. Du hast dich auf den Weg gemacht, zurück in eine Provinz, die nach der Rebellion in Scherben lag. Stellst dich in Nymrith der naiven Hoffnung, flicken zu können, was Kilometer weit klafft. Der Aufgabe, die man für dich vorgesehen hat. Ein Kampf gegen Windmühlen.

Zahllos die Erinnerungen – an endlos viele Tage. Sie vergehen, ziehen an dir vorbei, gelebt nach bestem Wissen, gelebt nach dem Prinzip der Folgsamkeit, der Loyalität, die weit über dein eigenes Wohl und Glück hinausgeht. Morgen würde ein neuer Tag folgen. Und nach ihm ein weiterer. Bis deine Tage gezählt wären. Bis nichts mehr zu verrichten wäre. Doch bis dahin; betrachtest du die Sonne, jeden Morgen, jeden Abend.
5 Ingameposts | 04.01.2026, 14:11
Militär Navarre
gespielt von Jasmin
29 Jahre
Fliegerin
Deine Kindheit war schön gewesen, obwohl du an einem Stützpunkt aufgewachsen bist. Schon immer wohnte deine Familie dort, deine Vorfahren haben sogar beim Aufbau geholfen. Natürlich gibt es deutlich bessere Orte, an denen man leben kann, was halt kein Stützpunkt ist. Zum Glück wurde es nur wenig angegriffen, so musstet ihr nie großartig Angst um euer Leben haben. Ein Nachteil war schon immer, dass dort sehr wenige Familien lebten, also hattest du auch nie viele Kinder, mit denen du spielen konntest. Zum Glück hast du aber in deiner Heimat deinen besten Freund Calyon getroffen. Ja, er war anders als die anderen Kinder, doch dir war es egal und es hat zwar am Anfang etwas gedauert, bis ihr so wirklich richtig beste Freunde wurde.

Natürlich hast du dir oft Gedanken, um deine Zukunft gemacht, zuerst wolltest du gerne eine Prinzessin werden. Zuerst hast du es auch nicht eingesehen, dass es nichts werden kann, doch irgendwann hat sich dein Wunsch sowieso geändert. Danach war es dein Wunsch gewesen, viel zu reisen, aber leider ist die Welt da draußen gefährlich, weswegen du dies nicht getan hast. Der Wunsch ist noch da, nur auf später verschoben. Zudem hast du im Altern von 21 Jahren deine Ausbildung zur Fliegerin gestartet. Außerdem kannst du so die Menschen beschützen, die dir wichtig sind. Das hat für dich hohe Prioritäten. Großartiges Training für die Ausbildung hattest du nicht gehabt, deine Eltern besaßen dafür zu wenig Geld und sie selber hatten damit auch keine Erfahrung gehabt. Zumindest hast du versucht die Flieger in eurem Dorf zu beobachten und so dir irgendwas zu merken, worauf du achten musst und wie sich bei einem Training verhalten. Klar lernt man dadurch nur sehr wenig, aber ist besser als gar nicht. Dabei hast du die Bücher dazu viel gelesen und dir etwas Theorie angeeignet, also so gut es halt ging. So bist du nicht als ein totaler Noob an der Clifffsbane Akademie angekommen.

Schnell hast du dich da eingelernt, das Training fiel dir leicht, die Zeit dort verflog schnell. Deine Gabe Telekinese fiel dir am Anfang schwer einzusetzen, doch mit viel Übung hast du es dann mit der Zeit geschafft. Nach deiner Ausbildung wurdest du zum Handelsaußenposten nach Resson geschickt. Da konntest du gut an Erfahrung sammeln, neue Kontakte knüpfen und es fühlte sich ein bisschen wie ein zu Hause an. So konnte man auch gut an Erfahrungen austauschen, denn einige sind schon länger von der Akademie weg.
Du hast jedoch eigentlich versucht dich nach Mirik versetzen zu lassen. Somit hast du schon ein paar Versetzungsanträge eingeriecht. Du wolltest leiber bei deinem besten Freund Calyon sein und seiner Freundin, die damals noch lebte und auch deine beste Freundin war. Es hatte aber sehr lange nicht geklappt, da Andere vor dir dahin versetzt worden sind. Seit kurzem bist du nun jeoch dach da, man hatte dein Versetzungsantrag eingewillig.
0 Ingameposts | 13.12.2025, 11:58
Militär Poromiel
gespielt von Josi
50 Jahre
Heilkundige
Das Leben – ein Tanz auf dem Drahtseil, dünn, manches Mal ein bisschen wackelig, gespannt über dem unendlichen Abgrund voller Möglichkeiten. Ein Abenteuer, wenn man es denn wagt, welches nicht nur Schrecken und Gefahren birgt, sondern auch eine fantastische, atemraubende Aussicht und das wahre Glück. Da ist kein Sicherungsseil im Leben, kein Netz, kein doppelter Boden, aber da ist jene Hand, jenes im Gleichtakt schlagende Herz, dass einen die Angst vor allem Unbekannten vergessen lässt. Mit großen Hoffnungen, bunten Träumen und offenem Herzen hat Maylin ihr Abenteuer begonnen und selten ein Risiko gescheut, so lange klar war sie ging es an der Seite ihres Mannes ein. Manchmal war da das Gefühl, beinahe zu fallen, alles verloren zu haben, aber Aufgeben kam nie in Frage. Lebenswille und Liebe ungebrochen gibt es doch immer eine zweite Chance, die es zu suchen gilt, immer etwas, dass man nicht gehen lassen kann, festhalten muss, etwas für das es sich lohnt, weiter zu machen und darauf zu vertrauen, dass am Ende alles gut wird.

Geboren wurde die Blonde mit den wohlklingenden Vornamen Maylin Alyona Neaynin in die altehrwürdige Elsumer Adelsfamilie Bhailis. 50 Jahre später ist von ihrem kindlichen Glauben an Wunder und Märchen nur noch die Liebe geblieben, an der sie unbeirrt festhält. Adelig und reich zu sein bescherte ihr eine Kindheit voller Traditionen und Regeln in der es ihr nie an etwas fehlte, außer vielleicht an Freiheit. Diese fand sie, als sich mit ihrer Ehe ihr Nachname zu Sayre änderte, und Draven ihr ein Leben frei von Einschränkungen und dafür voller Abenteuer schenkte. Das Streben nach Geld und Luxus liegt ihr heute so fern wie die Motivation an gesellschaftlichen großen Feierlichkeiten teilzunehmen. Ballkleider und seidene Schühchen tauschte sie schon vor vielen Jahren gegen die hellblaue Uniform des Heilerquadranten und hat sich darin auch mehr selbst gefunden, als in jedem Schmuckstück oder besticktem Stoff. Im militärischen Dienst hat sie mehr gearbeitet, aber auch mehr erlebt, als sie es je zu träumen gewagt hätte und ja, auch mehr verloren als es in einem behüteteren Leben vielleicht der Fall gewesen wäre. Aus dem verträumten Mädchen ist eine pragmatische Frau geworden, die was die Traditionen ihrer Familie angeht, nur an der Liebe und Loyalität zu ihrem Heimatland festgehalten hat. Ansonsten ist ihr Leben nicht mehr bestimmt von altem Adel und steifen Anstand, sondern Familiensinn und Wärme.

Diese spürt man selbst in der Familienwohneinheit die sie im Stützpunkt Samara mit ihrem Mann bewohnt. Es ist nicht nur ein Schlafplatz, sondern ihr Heim. Großen Luxus sucht man hier vergebens, dafür ist die Wohnung voller Blumen, hell eingerichtet und mit der Anwesenheit eines roten Katers namens Constantin auch nie wirklich still. Das Zentrum ihrer Welt ist ihre kleine Familie, das Glück und Glücklichsein ihres Sohnes, der inzwischen Basgiath besucht um Reiter zu werden. Ihre Gedanken und Sorgen weilen oft bei ihm und sie ist durchaus froh, wenn sein letztes Jahr überstanden ist, auch wenn sie weiß, das dass Leben als Reiter auch danach gefährlich bleibt, schließlich ist sie seit beinahe 30 Jahren mit einem, beinahe zwei von ihnen Verheiratet. Dass sie sich mit ihrem Mann auch auf ein Paar gebundener Drachen und damit auch den zweiten Reiter eingelassen hat, hat sie schon im Laufe ihres ersten Ehejahres verstanden, aber wahrscheinlich wäre sie am besten Freund ihres Mannes auch ohne die Drachen nicht vorbei gekommen, die irgendwie auch zur ihrem Leben gehören. Sicher nicht im familiären Sinne, schließlich hat May auch nach 30 Jahren im Schatten dieser gefährlichen Wesen noch den größten Respekt und Bewunderung, aber weniger der oft so verbreitete instinktiven Angst.
0 Ingameposts | 11.01.2026, 20:43
Militär Navarre
gespielt von Jella
50 Jahre
Reiterin
Nicht jede Macht schlummert in starken Körpern. Manch wahre Stärke schlummert in der Verbindung, die man seit Jahren zum eigenen Drachen pflegt, in der Siegelkraft, die aus der Bindung entstanden ist und in dem Kopf, der auf schmalen Schultern sitzt. Myrrin lebt seit jeher mehrere Leben: das der Erforschung von Magie, speziell von Runen, eben jenes im Revolutionsrat und das andere als Lehrerin eben gerade an jener der Schule, die sie damals selbst kaum überlebt hat. In den Reihen der Reiterinnen und Reiter wurde sie stets aufgrund ihrer körperlichen Schwäche belächelt, hatte Glück überhaupt bis zum Dreschen zu kommen. Mittlerweile unterschätzt man sie weniger und doch ist da immer dieser Blick, der deuten lässt, dass manch einer glaubt, ohne ihre Drachen wäre sie nichts. Die schmale beinah zerbrechlich wirkende Frau hat gelernt solche Blicke durch ihre vier Jahrzehnte Lebenserfahrung auszublenden, ebenso wie sie sich mit ihren eigenen körperlichen Defiziten mittlerweile zu arrangieren weiß. Ihre maßgeschneiderten Flugleder lassen sie innerhalb ihrer Formation kaum noch auffallen, ihr Wissen über Magie macht sie nicht nur zu einer begnadeten Lehrerin, sondern auch zu einer ernstzunehmenden Gegnerin. Der Kampf ist ihr mittlerweile in ihr Innerstes gewebt, befeuert den rhythmischen Klang ihres Herzens und einen eisernen Willen. Zwei Mal musste Myrr in ihrem Leben etwas aufgeben, in beiden Fällen waren es andere Menschen und doch tut sie sich generell schwer mit dem Konzept, hält auch heute noch an stillen Wünschen fest, obwohl man sie hätte längst über den Haufen werfen können oder auch müssen. Es ist dieser nicht zu brechende Kampfgeist, der sie immer weitertreibt, selbst die schwersten Wunden und auch ihre bisherige Zeit an der Front überleben ließ. Dabei ist nicht zu verleugnen, dass sie über die Jahre Dinge verloren hat, Freunde, Vertraute, ihre eigene innere Wärme begraben unter einem Berg von Distanz, die sie zu den meisten Menschen in ihrer Umgebung hält, um in ihrem Doppelleben nicht aufzufliegen. Professionell ist das Adjektiv mit dem Meisten sie in ihrem beruflichen Kontext beschreiben, dabei glaubt sich Myrrin manchmal eher eine Hülle ihrer eigentlichen moralischen Kernwerte, eine Maske so lange zurechtgenäht bis kaum noch zu erkennen ist, wer eigentlich darunter steckt. Diese Ambivalenz ist für sie ein erprobtes und doch auch zuweilen einsames Konstrukt, einem die sie mit ihren magischen Studien entgeht, verbinden diese doch ihre beiden Welten.

Magische Beschwörungen sind für sie zum Alltag geworden, die Grenzen ihrer eigenen Energiereserven und jene ihres Drachen auszutesten, erfordert ein Feingefühl, mit der sie den meisten Aufgaben begegnet. Dabei scheut sie keineswegs ihre Siegelkraft des Energieentzugs gegen andere zu verwenden, weiß wohl aber um die Gefahren, die mit diesem komplexen Spiel einhergingen. Als Kind noch in dem Glauben, die Veneni seien nicht mehr als schaurige Geschichten, die man in ihrer Heimatprovinz Tyrrendor erzählte, folgerte das plötzliche Verschwinden ihrer Eltern und der Brief, den sie ihr in das kleine geheime lose Brett geschoben hatten, ein Wissen, welches sie fortan als Geheimnis durch die Welt tragen sollte. Ihr bis zu dem Verschwinden ihrer Eltern gelehrtes Wissen über Runenmagie sowie ein paar Bücher aus dem Familienerben blieb ein Weiteres. Beide sollten den Grundstein für ein Leben dominiert von Unausgesprochenem bilden, wissen doch bis heute selbst die wenigsten ihrer Vertrauten von der Tochter, die sie schon vor ihrem Wehrdienst bekam und in dem Wunsch ihr und sich selbst ein besseres Leben zu bieten, abgab. Jeglicher Versuch sie in den letzten Jahrzehnten zu finden und eventuell doch ein Verhältnis aufzubauen indes scheiterte.

Ihre Familie knöpft sich daher seit geraumer Zeit nicht aus Blutbanden sondern rein über denselben ideellen Anspruch, den der Revolutionsrat verfolgt. Ihr engster Vertrauter ist seit Jahren ihr Drache. Es erscheint nicht selten wie ein einsames Leben, ist der Rat doch nicht oft an einem Ort zu finden und sie unter ihnen am Ehesten sie selbst. Der kluge Kopf, der sie teils etwas zu verbissen werden lässt, wenn sie erst einmal Leidenschaft entwickelt hat, der unerschütterliche Glaube daran, dass die Wahrheit am Ende siegen muss und der Bezug zur Gemeinschaft und Menschlichkeit, die ihr im Grunde eigentlich so wichtig sind. Es gab immer wieder Zweifel über die Jahre, aber keiner war stark genug, um sie von ihrem Weg abzubringen, weil die Revolution mittlerweile stark an ihren Lebenssinn gebunden ist. Myrrin will eine bessere Welt, eine freie Welt, unabhängig der Bedingungen. Es lässt sie manch moralische Grenze, die sie sich vor Jahren gesetzt hat, überschreiten, Menschen manipulieren, in dem Glauben nur das Beste für sie zu tun oder der Erwartung, andersherum würde es genauso geschehen. Es hat sie verändert, ihre eigentliche Wärme ebenso gedrosselt wie abseits der Magie ausgelebte Kreativität. Der Gedanke, dass sie in einem danach wieder weicher werden kann, ist über die Jahre hinweg leise geworden und vielleicht, ganz vielleicht, liegt es auch daran, dass sie nicht mehr sicher ist, ob sie an eines glaubt.
23 Ingameposts | 08.02.2025, 14:39
Militär Navarre
gespielt von Jani
21 Jahre
Reiterin
Hattest fünf Jahre Zeit, dich an dein Spiegelbild zu gewöhnen und erkennst doch nur noch wenig von dem Mädchen, das du einst gewesen bist. Deine Sommersprossen verblassen inzwischen im Winter, weil das warme Klima deiner Heimatstadt nicht bis nach Morraine reicht. Nicht, dass von dieser viel übrig geblieben ist - Aretia hat genauso gebrannt wie deine Familie es getan hat. Und selbst wenn du die Geschehnisse vergessen wollen würdest, könntest du es doch nicht. Dein Blick fällt automatisch auf deinen Hals herab, fährt über deine blasse Haut, von der sich das Mal der Gezeichneten nur umso stärker abhebt. Brauchst deinen Pullover nicht ausziehen, um zu wissen, dass sich die schwarzen Linien über deinen gesamten Unterarm ziehen. Bis hin zu deiner Handfläche. Für alle sichtbar ist der Verrat, den deine Familie begangen hat und für den du mit deiner Freiheit bezahlen musst. Kannst nicht sein, wer du bist. Kannst nicht machen, was du willst. Sondern bist umgeben von einem Ort, der dir Angst macht. Trägst eine Farbe, die sich fremd anfühlt. Reiterschwarz hast du stets nur an deiner Mutter, an deinem Bruder gesehen. Hast dir nie vorgestellt, dass sich deine langen rotblonden Haaren - die du sowieso nur noch in deinem Zimmer offen trägst - jemals von der Uniform abheben würden. Aber die Wahl über deine Zukunft wurde dir genommen. Genauso wie sie dir gern dein Leben genommen hätten; bist dir fast sicher, dass sie nicht damit gerechnet haben, dass so viele von euch das Viadukt, das Dreschen überleben würden. Dass sich so viele Drachen dafür entscheiden würden, Kinder von Verrätern zu binden. Warst vielleicht selbst davon überrascht, als die Stimme in deinem Kopf aufgetaucht ist und dich von einer Kadettin zu einer Reiterin gemacht hat. Inzwischen weißt du, dass es reines Glück ist - gebunden zu werden, einen weiteren Tag zu erleben. Es ist das, was du seit der Rebellion jeden Tag tust: überleben statt leben. Mal mit mehr, mal mit weniger Schmerzen, doch immer mit dem Gedanken daran, nicht aufzugeben.

Die Illusion vor dir verblasst, nimmt dir den Blick auf dich selbst vielleicht im richtigen Moment, um nicht weiter darüber nachdenken zu müssen, was deine Eltern wohl zu der Frau sagen würden, die du geworden bist. Um dich selbst nicht fragen zu müssen, ob sie stolz auf dich wären oder traurig über die Tatsache, dass dein Lachen nur noch selten laut erklingt. Dass deine Worte immer öfter auf deiner Zunge verbleiben, statt gedankenlos über deine Lippen zu fallen, wie es früher der Fall gewesen ist. Deine Sorglosigkeit hast du verloren, aber dafür hast du etwas anderes dazu gewonnen: einen kritischen Blick, einen starken Willen. Vielleicht sogar eine gewisse Furchtlosigkeit, die man als reine Verzweiflung erkennen könnte, würdest du Menschen nah genug an dich heranlassen. Denn auch, wenn du deine Gedanken zurückhältst, bedeutet es nicht, dass du nichts zu sagen hättest. Genau genommen hast du sogar Sorge, nicht mehr enden zu können, wenn du erst einmal beginnst – wenn du aufhören würdest, still zu sein und das weiterführen könntest, womit deine Eltern angefangen haben. Wahrheiten nicht mehr hinter deinem Trotz oder deinem Sarkasmus verbergen müsstest; immerhin wurdest du bereits als Verräterin markiert. Eine zu sein, fällt dir daher nicht einmal sonderlich schwer.
48 Ingameposts | 23.03.2025, 13:42
Basgiath War College
gespielt von Miri
38 Jahre
Reiter
Dein Lachen ist laut. Da, hier, wo’s laut sein darf. Frei. Rollst mit den Augen, immer noch lachend. Hast Blicke bei denen, die dir Geschichten so erzählen, dass sie lebendig werden. Immer zwei offene Ohren und den Mund, die Lippen, Kinnlade, ein Stück runter. Eine Frage, noch eine, zwei, drei. Kannst nie genug wissen, nie genug haben. Die Neugierde, die hinter den aufmerksamen Blicken steckt, die’s schließlich nie gestillt. Manchmal da fällt es dir richtig leicht die richtigen Fragen zu stellen, an den richtigen Orten zu sein, da zu sein. Dann ist dieses: ein guter Freund sein, so leicht als wär das alles was du bist. Obwohl du oft genug das Gegenteil davon bist, das Gegenteil von leicht, das Gegenteil von gut.

Die Ruhe, die Stille, das Abwarten. Sturm, der unter deinem Brustkorb tobt und nur die Miene, die nach Außen nichts durchscheinen lässt. Bist kontrolliert, gefasst, nachdenklich. Lieber zwei Worte zu spät, als überhaupt etwas sagen, weil du deine Zeit brauchst um Entscheidungen zu treffen mit denen du dich wohl fühlst. Du willst nichts falsch machen. Sei es bei den einfachen Dingen, oder den großen. Deine Mutter sagt, dass du hättest dem Brot beim Backen zusehen können, weil ihr in eurer Ruhe, dem stillen aufgehen, so gleicht.

Da sind Geheimnisse, Dinge, die du nicht sagst, nur denkst, still trägst, die sich mit wenigen, mit beinahe niemanden und dann mit niemanden teilen lassen. Gewicht, das auf deinen Schultern sitzt. Verantwortung, der du nie ausweichst, auch wenn du nicht danach gefragt hast, weil du immer ja sagen, immer helfen würdest. Nicht, dass du es zugibst, das Weiche oft versuchst zu verstecken, aber’s ist da. In den kleinen Gesten, die so nebensächlich wirken, dass sie’s niemals wirklich sind. Du bist der zum Anlehnen, wo die Tür immer offen steht, wo man nicht nachfragen muss, wenn man aus Albträumen aufwacht und wo nächtelang gesprochen werden kann, weil man weiß, dass du dem Zuhören nicht müde wirst. Noch einen Ratschlag mehr geben kannst. Mehr geben willst. Du hältst, hältst fest und bist der doppelte Boden, das sichere Netz, immer offene Arme, die bereit sind zum Fangen.

Man muss an den ganzen offensichtlichen Dingen schon vorbei sehen wollen, um die Tränen, das Zerbrechliche zu sehen. Da wo der Schmerz sitzt, bist du so fürchterlich still, dass da beinahe gar nichts ist. Hast früher so gern gesprochen, über den Mann der du sein wolltest und verlierst heute so wenig Worte über den Mann der du bist. Nicht über die Frage, ob sie stolz wären. Deine Mutter, dein Vater. Stolz über den Reiter zu dem du Herangewachsen bist. Stolz über die Stürme, denen du trotzt und liebevoll zu den Unruhen in dir selbst. Wüsstest gern, ob sie Angst hätten, weil du Teil von etwas Großem bist, ob sie dich noch wieder erkennen würden, oder ob du schon so lange schweigst, dass da nichts mehr zu erkennen ist.

Hast Angst was ist, wenn niemand dich mehr erkennt.
12 Ingameposts | 01.05.2025, 11:06
Militär Navarre
gespielt von Josi
32 Jahre
Flieger
Die Schiffsglocke schlägt fünf. Zeit das Stundenglas ein weiteres Mal zu drehen. Der diensthabende Wachposten tut's, wie ich aus dem Augenwinkel seh, auch wenn das Tageslicht bisher nur dämmert. Neben mir steckt Paidi noch mal seinen Schnabel unter einen Flügel, die Tage auf dem Schiff beginnen früh, die Abläufe hier sind mir vertraut, so wie das Geräusch der schlagenden Wellen gegen den Rumpf der Darakor und das leichte Schaukeln meiner Hängematte.

Bin seit Jahren hier stationiert, aber es ist nicht nur der Außenposten meines Dienstes, ist mein zu Hause geworden, nicht mein Schiff, aber meine Heimat. Mehr als alles zuvor. Von der Darakor sagt mehr über mich aus, als der Nachname meines Vaters Szatari, den ich noch immer trage, auch wenn's ihn nicht mehr gibt. Oder vielleicht doch, wer weiß das schon, ich weiß nur, dass er weg ist. So wie ich weiß, dass meine Mutter irgendwo in der Hauptstadt ist, vielleicht noch mit ihrem 7. Ehemann, vielleicht im Versuch den 8. in der königlichen Familie zu finden.

Spielt kaum eine Rolle, nicht mehr, hat mir lang genug im Weg gestanden. Das schlechte Gefühl und ich mir selbst. Das nirgendwo dazu gehören, bis ich meinen Platz endlich gefunden hab. Hab das gehofft, dass mit dem Flieger werden auch ein Platz für mich kommt, der passt. Dass ich nicht nur die Gesellschaft eines Greifen finde, für immer, sondern auch die von Kameraden. Hab was besseres gefunden. Familie.

Nicht die, die ich selbst gegründet hab. Vielleicht irgendwann. Sondern die, in die ich aufgenommen wurde, von jenen die schon vor mir hier waren, so wie wir jeden aufnehmen, der dazu kommt. Denk trotzdem darüber nach, über Familie. Vor allem seit dem sie hier ist. Die Frau, an die ich denke, wenn man mich fragt, wen ich schön finde oder nach wem ich mich sehne, wenn ich alleine einschlafe.

Ist immer sie, war immer sie. Junia. So wie's immer ich bin, der bei Sonnenaufgang als erstes in die Wellen springt um zu schwimmen, um richtig wach zu werden, an jedem neuen Tag, egal bei welchem Wetter. Dann das Frühstück, mach's gern, wenn die Anderen endlich alle aus ihren Kojen gekrochen sind und die die Nachtschicht hatten noch was mit essen bevor sie schlafen gehen.

Bin dankbar für jeden neuen Tag, den das Meer uns erleben lässt. Bin neugierig, wohin die Winde uns morgen tragen. Auf zu fremden, unbekannten Orten, macht mir nichts aus. Ist überall ein bisschen zu Hause, mit diesem Schiff und dieser Mannschaft, mit unseren Greifen und unseren Freunden. Und mit ihr. Nach so vielen Jahren endlich mit ihr, nach getaner Arbeit irgendwo an Deck sitzen, bis die Sonne unter gegangen ist, als tät sie's nur für uns.
9 Ingameposts | 18.07.2025, 19:46
Militär Poromiel
gespielt von Lini
27 Jahre
Sonstige
Halt den Kopf gerade! Lächele! Sitz´ aufrecht! Steh´ nicht so krumm da! - Du kennst die Mantras in- und auswendig, die du dein Leben lang gehört hast, als du gelernt hast, wie du dich als Lady zu verhalten hast. Als jemand, der in den Adel geboren wurde und sich dementsprechend zu verhalten hat. Nie lässt du die Maske bröckeln. Nie lässt du durchblicken, wie es in dir aussieht und was du gerne tun würdest. Du hast gelernt zu folgen und nicht zu führen. Nicht aus deinem goldenen Käfig ausbrechen zu wollen, den man dir fein säuberlich aufgebaut und dir als etwas Gutes verkauft hat. Du hast daran geglaubt, glaubst es heute immer noch - immerhin fehlt es dir ja nicht wirklich an etwas. Man kann nichts vermissen, was man nicht kennt. Du hast ein bisschen etwas Anderes kennen gelernt, als du deinen Wehrdienst absolviert hast, fernab der heimligen Routine und Kontrolle - aber das hat dennoch nicht dafür gesorgt, dass dir etwas fehlt. Eher im Gegenteil, du fandest es erschreckend wie frei und vor allem ungezügelt und unerzogen manche deiner Mitkadetten doch waren. Somit warst du froh, als du nach deiner Ausbildung als Schriftgelehrte wieder an den heimischen Hof zurückkehren und dein gewohntes Leben absolvieren konntest.

Wenn man dich sieht, sieht man immer die perfekte Haltung, das perfekte leichte angedeutete Lächeln, eine melodische Stimme, die nie zu laut wird oder gar Widerworte in sich hat. Du bist das perfekte Ebenbild einer adligen Frau und weißt, dass du deine Pflichten zu erfüllen hast. Auch, nachdem das Ansehen deiner Familie bröckelt, weil sie falsch investiert haben und du nun dafür herhalten musst, das Ansehen durch eine lukrative Eheschließung wieder herzustellen oder zumindest ein wenig zu polieren. Eigentlich hätte deine ältere Schwester den Mann heiraten sollen, aber sie entschied sich dagegen und auch gegen die Familie. Ein Verrat, den du ihr durchaus krumm nimmst - aber du lässt es dir nicht anmerken. Du bleibst standhaft, lächelst und erträgst es, dass du einen Fremden heiraten sollst. Für die Familie tust du das, vor allem für deine jüngere Schwester, weil sie sonst die Ehe eingehen müsste. Denn eigentlich, ganz tief in dir drin weißt du, dass dein Herz eigentlich jemand anderen gehört. Jemand, den deine Familie nie akzeptieren würde und somit hat es das auch offenkundig nie deine Lippen verlassen. Für deine Familie bist du bereit den Ruf deines Herzens zu ignorieren und deine Pflicht zu erfüllen. So wie es sich in deinen Augen gehört. Dennoch kannst selbst du nicht den Unterton verbergen, wenn du deiner Schwester schreibst und ihr von der anstehenden Hochzeit berichtest. Sie vielleicht sogar etwas darum beneidest, dass sie vielleicht die Möglichkeit hat eine Ehe aus Liebe einzugehen.
1 Ingameposts | 19.11.2025, 10:33
Zivil Navarre

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