Codex of Flame and Fury
codex of flame and fury
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Charakterliste
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gespielt von Miri
32 Jahre
Reiter:in
Charlotte.

Deine Mutter ruft aus vollem Hals. Die Zöpfe haben sich halb aufgelöst, du sitzt Oben auf dem Ast. Herz hämmert dir in der Brust. Charlotte —! Das Rufen schreckt umliegende Vögel auf. Du drückst dich noch dichter an den Baum, ans Holz, versuchst eins zu werden mit der Natur. Klitzeklein. So wie du dich fühlst, wenn sie diesen Namen benutzt. Das Kleid ist dreckig und sichtbar in Mitleidenschaft gezogen worden. Auf der Flucht müssen Opfer gebracht werden, das hier bringst du nur zu gerne.

Sie sagt: du bist so ein hübsches Mädchen, wenn du es nur besser zeigen würdest. Und wenn du in den Spiegel siehst, dann siehst du Sommersprossen und die Stupsnase, die aufmerksamen Augen, die Stirn leicht in Falten. „Du bist hübsch“, sagt sie, weil sie nicht glauben kann, dass es das andere Wort ist über das du stolperst: Mädchen. Lange Zeit bedeutet es sich verstellen zu müssen, verkleiden, jemand anderes zu sein. Es bedeutet sich den Dreck von den Fingern schrubben zu lassen und sich die Ohren zuzuhalten, wenn deine Mutter mit deinen Großeltern schimpft. Das Wort bedeutet gar nichts für dich und viel für andere. Sie schreit als du dir das erste Mal die Haare abschneidet, weint fürchterlich, flucht, sie wird so wütend, als hättest du bei ihr die Scherze angesetzt, nicht bei dir. Für sie ist das Wort eine Erwartung, ein Käfig, ein Rock der nicht dreckig werden darf, ein Lachen das nie zu laut wird. Oma sagt: so ein Quatsch. Als sie dir die strubbeligen Fransen zurecht schneidet, dir das Holzschwert in die Hand drückt. Sie sieht zu wie du kämpfst, kämpfst, kämpfst, den Ehrgeiz immer so deutlich in dem verbissenen Gesichtsausdruck. Mein hübsches Mädchen, flüstert sie dann. Und du lächelst. Manchmal, weil’s sich dann und wann richtig anfühlt.

[Charlotte, Sie.]
— Weiblichkeit passt und passt nicht. Fühlt sich manchmal an wie die Winterjacke im Sommer, stickig, falsch. Manchmal genau richtig, wie der Ohrring, den du immer am rechten Ohr trägst. Passt, wenn du es loslöst von dem Wort, das deine Mutter zu formen versucht hat und dir ansiehst, was es stattdessen alles bedeuten kann (alles). Bunt und wild und frei. Alles. Alles. Alles.

Charles.

Von deinem Großvater lernst du beinahe alles. Er ist der Erste, der die Wut in deinem Bauch versteht und der dir ein Ventil gibt. Er’s da, wenn du schreien willst (und du kannst schreien, laut), er’s da, wenn du ihm erzählst, dass du Probleme hast. Mit anderen Kindern, mit deiner Mum, mit dir selber. Er zeigt dir Wege mit deinen Problem umzugehen, Mittel, die du heute noch anwendest. Wenn du innerlich bis zehn zählst, deine morgendlichen Runden läufst, oder auf dem Drachenrücken in den Wind schreist, dann denkst du an ihn. Er’s der Grund warum du (d)ein Selbstbewusstsein aufbaust, warum du anfängst an dich zu glauben, warum raue Gesten und ruppige Worte sich manchmal mehr nach Zuhause anfühlen. Er sagt: Junge und Charles und lässt dich Hosen aus seiner Jugend tragen, zeigt dir wie man sich rasiert (auch wenn du es nicht brauchst), wie du die Sense richtig hältst, nach jedem Fall wieder aufstehst; nochmal.

Charles ist der Charmeur, der Schwerenöter, der Alleskönner. Großvater hat viele Worte für den Sohn, der du nicht bist, aber wie der du dich manchmal gerne fühlst. Charles hat Witz, dann wenn er auftaut und wenn er ein Glas zu viel trinkt, weil er meistens nicht viel braucht um gut angetrunken zu sein. Du lernst Befehlsketten einzuhalten, Pünktlichkeit, Loyalität. Dinge nicht infrage zu stellen, auch dann nicht, wenn aus Charlotte irgendwie Charles wird und sich das manchmal anfühlt wie ein Verlust. Manchmal wie ein Gewinn.

Großmutter hält deine Hand als du da stehst, verwirrt, das Kleid an, die Brust abgebunden, zwischen den Stühlen während Großvater und deine Mutter sich streiten. Beide starren erwartungsvoll: sag doch auch mal was.

[Charles, Er.]
— Männlichkeit bedeutet was und bedeutet dann wieder gar nichts. Fühlt sich an wie viel zu große Hosen tragen, die ständig rutschen, als würden alle sehen das nicht passt. Und manchmal genau richtig, wenn du einer von den Jungs bist, wenn du dich besser fühlst, wenn deinem Körper die Rundungen fehlen, wenn du von hinten alles sein könntest, er, oder sie, oder er. Das passt perfekt, wenn du begreifst, dass Stärke und Schwäche und alles dazwischen dazu gehört, weil’s ein Wort ist, was alles und nichts bedeutet. Manchmal du. Manchmal nicht. Alles. Alles. Alles.

Charlie.
Du hältst die Hand hin; Charlie. Der Name den dein Dad damals ausgesucht hat und inzwischen passt er — perfekt. Charlie, das ist endlich wirklich alles. Charlotte, Charles, mein hübsches Mädchen, Junge — alles. Es ist das laute Lachen und der Schlag auf’s Bein dabei. Es ist immer nochmal weiter, weiter, weiter kommen wollen und anderen eine helfende Hand reichen. Da sein, wenn man dich braucht, immer, immer, immer. Das ist die starke Schulter, die nie einsackt und das Herz, das immer so sehr für andere schlägt. Das ist alle Briefe von der Familie aufheben und sich an schlechten Tagen vorlesen. Das bedeutet manchmal alles und manchmal gar nichts sein. Das sind schnellere, sichere Schritte und weiche Züge. Emotionalität, manchmal ungebremst, ungefiltert. Das ist der misstrauische Blick, die Sorge davor missverstanden zu werden. Das leichte Unbehagen in engen Räumen, der Dunkelheit und das — bist alles du.

[Charlie, Du.]
— alles was du sein willst und noch viel mehr.
21 Ingameposts | 22.05.2025, 20:44
Militär Navarre
gespielt von Miri
22 Jahre
Reiter
„Welcher ist der Echte?“

Die Illusion ist — täuschend echt. Das sind deine Grübchen, deine Nasenspitze, das dumme Grinsen. Original und Kopie, die in lautes Gelächter ausbrechen. Dann ist der Moment vorbei. Leichtigkeit.

Die gibt’s auch in langen Umarmungen. In der Geste in der du wie selbstverständlich einen Arm um andere legst, beim Gehen in den selben Schritt fällst. Neugieriger Blick, offene Ohren. Du hörst dir die Sorgen anderer an, bist der Erste, der sich mit aufregt, mit den Augen rollt; mitfühlst. Passiert wie von selbst. „Ganz links fällt gleich in Ohnmacht.“ Das Lachen fühlt sich gut an, warm, die bösen Blicke von der Seite lassen dich die Hände heben, nicht entschuldigend, nicht wirklich. Irgendwo weiter vorne ermahnt euch jemand das Dreschen nicht zu unterschätzen. Der nächste Witz liegt schon auf deiner Zunge, aber du sprichst ihn nicht aus. Gibt’s wirklich irgendwen der die Chance von 'nem Drachen flambiert zu werden unterschätzt?

Du überholst ihn beim morgendlichen laufen, nur um 'nen Moment lang rückwärts vor ihm zu rennen, breites Grinsen im Gesicht. Selbstgefällig. Unbesiegbar nuschelst du und wenn du auf dem feuchten Gras ins Stolpern gerätst, ist’s Drachen Lachen beinahe am lautesten.

Schnippser gegen deine Stirn als du beim Lesen einschläfst, von einer Zukunft ohne Kämpfe träumst. Von Sonne im Gesicht und nie wieder wanken, nie wieder straucheln müssen. Träumst von der Kindheit in der deine größte Sorge war, dass deine Freunde irgendwann nicht mehr deine Freunde sein wollen, oder Eltern sich doch noch zu gut an die vereinbarte Schlafenszeit erinnern. Träumst von 'nem Leben, das so leicht wirkt wie du —

(Welcher ist der Echte?)

Als dir auf der Matte jemand: Verräter ins Ohr nuschelt und du einmal mehr zuschlägst als du wolltest, solltest. Die Kapitulation überhört, vergessen, schlägst nur zu, nochmal, nochmal. Da gibt’s nichts zum drüber hinweg lächeln. Kein täuschendes Lachen, kein nichts. Starrst nur den ganzen Abend auf deine Hände, fühlst das Brennen bis runter auf die Knochen. Ist sein Gesicht, das du dir einprägst, jedes von denen, jeden beschissenen Namen, der sich in dir stapelt als könnte es das Loch stopfen, das man dort reingerissen hat als über deine Familie gerichtet wurde.

Du holst zittrig Luft während’s schon dunkel wird. Die letzten eintreffen, aber nicht das Gesicht nachdem du Ausschau hältst. Die andere Seite, die ist merkwürdig, ungewöhnlich still. Ihr dürft das Dreschen nicht unterschätzen. Und er hätt’s nicht gemacht, hätte nie — er’s nicht wie du, er ist so ernst, so überlegt, so — durchdacht in allem was er tut.
Und dann kommt er nicht zurück. Du ziehst, zerrst an dem Band; sag’s mir. Er kommt nicht zurück. Der Junge mit dem Grinsen, das an deins erinnert, mit dem viel zu weichen Herz, mit der Angst auf den Schultern, der Unsicherheit. Ein Streit unter Kadetten, sie kommen beide nicht zurück. Aber der andere ist dir egal.
Und du wütest.
Schreist,
brichst ein Stück für deinen Bruder, der nie Reiter sein wollte und für’s Leben, das ihm keine Wahl lässt.

Freunde.
Freunde, die dich halten. Und die Sorge darum sie zu verlieren.
Wirst verbissener, ehrgeiziger, entschlossener. Noch einen Schritt weiter.

Die Illusion flackert, bricht, das Bild von Zuhause, das es nicht mehr gibt, die Menschen, die da nicht mehr sind. Wischt dir Tränen unwirsch aus dem Gesicht; weiter, der Schwere zum Trotz.
84 Ingameposts | 03.04.2025, 06:52
Basgiath War College
gespielt von Maj
41 Jahre
Reiterin
Fast in einem Atemzug mit dem König Navarres und seinem Commanding General dürfte Shahar Fendyr, geb. Cavall, genannt werden, wenn die Rebellen im Reich versuchen, ihre Feinde persönlich aufzuzählen. Vor nicht ganz fünf Jahren und im Anschluss an die niedergeschlagene Rebellion wurden ihr Mann und sie mit Tyrrendor belehnt, so dass sie in der zivilen Welt nun mit dem Ehrentitel Herzogin anzusprechen ist. Was nach Krönchen, gesellschaftlichen Events und schönen Kleidern klingt, ist tatsächlich aber ein rauer, grausamer Alltag. Zum fünften Mal jährt sich dieses Jahr die erfolgreiche Niederschlagung der Rebellion, aber die Trümmer, die man in Tyrrendor dabei hinterlassen hat, schwelen noch. Manche physisch wirklich, manche nur psychisch in der Seele der Einwohner. Die 100 Anführerfamilien habe man hingerichtet, heißt es in der offiziellen Berichterstattung, danach, wie viele der unteren Schichten auch nur enttarnt wurden, fragt niemand – der nicht vor Ort ist. Von einer niedergebrannten Hauptstadt weiß man, schweigt aber ebenso über zivile Opfer, wie über staatliche Institutionen und Unterlagen, die im Feuer zu Grunde gingen. Die Folgen eines Bürgerkriegs und womöglich immer wieder aufflammende Glutnester einer Rebellion zu beseitigen, ist zu Shahars Lebensinhalt geworden, die dergleichen nicht diplomatisch, sondern blutig vom Rücken eines Drachen erledigt.
Zum Militär zu gehen, für Land und Krone zu kämpfen und die Einwohner Navarres zu beschützen, hatte Shahar mal gewollt. Als Ehre hatte die jüngere Tochter der Adelsfamilie Cavall es gesehen und sich mit jeder Menge Ideale auf den Weg über den Viadukt in den Reiterquadranten gemacht, die geradezu ritterlich und edelmütig genannt werden konnten. Die letzten fünf Jahre haben davon jedoch fast alles zerstört und die Priorität von ‚es soll Menschen gut gehen‘ auf ‚sie sollen Ruhe halten‘ verlagert. Aufgrund ihrer Zuständigkeit für mehrere Staffeln des Südgeschwaders, die in Lewellen und Nymrith stationiert sind, scheint sie machtvolle Militärpositionen inne zu haben, doch die Hälfte aller Macht und aller Orden, die man Shahar seit Ende der Rebellion angeheftet hat, sind lediglich schöner Schein: Die Provinz Tyrrendor sollte möglichst nah an den König heranrücken und gezeigt werden, wie viel Vertrauen auch in die neue herzogliche Führung gesetzt wurde. Shahar ist ein Stückweit personifizierte Propaganda, die mit Verantwortung, Arbeit und Leid zwar konfrontiert wird, in deren Hintergrund aber noch ganz andere Kräfte am Werk sind. Diese bestehen ebenso aus offiziellen Beratern und guten Stellvertretern, wie auch Mitglieder der königlichen Verschwörung, deren Lügen auch Shahar auf den Leim geht: Auch sie glaubt, dass es bei der Rebellion in Tyrrendor um einen reinen Aufstand gegen den König, gegen den Krieg, gegen die Wehrpflicht ging. Darum, dass Tyrrendor den anderen Einwohnern Navarres die Unterstützung verweigern wollte, auf die man doch so dringend angewiesen ist; in Persona ebenso wie dadurch, dass Tyrrendor die Kornkammer des Reichs ist. Nichts weiß sie über die Veneni und alles, was damit noch zusammenhängt.
Und selbst wenn sie es wüsste… Shahars Loyalität gegenüber der Königsfamilie ist in den letzten Jahren zwar gesunken, da sie sich mit den Problemen in Tyrrendor allein gelassen fühlt, doch sie würde nicht so weit gehen, dieser Königsfamilie und ihrem eigenen Land in den Rücken zu fallen. – Die Rebellion (oder ihre Reste, wie sie glaubt) sind definitiv auch Shahars persönliche Feinde. Dieser, nicht der Krone, lastet sie jeden Tod der letzten Jahre innerhalb von Tyrrendor an. Und jeden Moment, in dem ihre eigenen Kinder sie in den letzten Jahren zwar gesehen, mit ihr am gleichen Ort gelebt haben, gleichzeitig aber doch nichts von ihrer Mutter hatten.
27 Ingameposts | 09.02.2025, 17:16
Militär Navarre
gespielt von Minnie
33 Jahre
Fliegerin
Brisca Dornval. Ein Name, den man sich in Cygnisen merkt – nicht wegen Lautstärke oder Glanz, sondern wegen Wirkung. Deine Schritte hallen leiser als die meisten, aber niemals planlos. Niemand ist so berechenbar – und darum auch so gefährlich. Du hast dich gemeinsam mit deinen besten Freundinnen auf deine aktuelle Position im Cygnischen Machtgefüge seit Kindheitstagen vorbereitet und bist die Einzige von euch, die auch wirklich dort angekommen ist, wo man dich immer gesehen hat: an der Seite der neuen Herzogin, als ihre Leibgardistin. Du gehörst dorthin. Du funktionierst. Du wirst gebraucht.

Du siehst dich selbst als kontrollierte, rationale und vor allem vernünftige Person. Du handelst rein aus Pflichtgefühl, Loyalität und strategischem Denken. Es fällt dir leicht, den Überblick zu behalten, nicht nur über Informationen und Pläne, sondern auch über Menschen. Du erkennst Muster, Dynamiken, Spannungen – und weißt, wo du ansetzen musst, um Dinge zu stabilisieren oder zu verschieben. Dabei hilft dir deine Gabe: die Fähigkeit, zwischenmenschliche Beziehungen zu beeinflussen. Sie wirkt selten wie Magie, sondern eher wie Instinkt, wie tiefes Verständnis. Du kannst emotionale Netzwerke wie Karten lesen – und neu zeichnen.

Während des cygnischen Putschs hast du sie geschärft – ohne Zögern, ohne unnötige Worte. Manche nannten es kühle Entschlossenheit. Du nanntest es Verantwortung. Du hast dafür gesorgt, dass der Umbruch nicht im Blut erstickt ist. Hast Menschen nicht überredet, sondern gelenkt – sanft, gezielt, dahin, wo ihre Loyalität gebraucht wurde. Manipulation im Großen, zum Wohle des Ganzen. Zum Schutz deiner Herzogin, sagst du dir. Aber je näher dir jemand steht, desto gefährlicher wird es. Denn du könntest, wenn du wolltest – und manchmal willst du – nicht nur Verbindungen beeinflussen, sondern ihre Form verändern. Gefühle lenken, Nähe erzeugen, Distanz verstärken.

Dabei schlummern unter deiner Oberfläche Emotionen, die du verdrängst oder nicht zulässt. Die Angst vor Verlust, die Sehnsucht nach Anerkennung, nach echter Nähe. Du kannst dir so einen Luxus nicht leisten, glaubst du – nicht in deiner Position, nicht mit deiner Verantwortung. Du willst das Beste für dein Land, aber auch für deine Familie, für deine Freundinnen. Es ist ein ständiger Spagat zwischen deinem Pflichtgefühl und deinem Bedürfnis nach Verbundenheit, zwischen strategischer Klarheit und einem tief(vergraben)en Wunsch nach Harmonie – politisch wie emotional. Du bist seit jeher die goldene Mitte. Der Klebstoff, der das zerbrechliche Konstrukt zusammenhält – bei deinen Geschwistern ebenso wie bei deinen Freundinnen. Dabei hat dich nie jemand gefragt, ob du das eigentlich willst. Und du hast dir selbst auch nie erlaubt, es zu hinterfragen. Du führst diesen stillen Kampf, ohne zu wissen, ob er wirklich im Sinne aller ist. In politischen und militärischen Situationen hast du gelernt, dich selbst zurückzunehmen – für das große Ganze. Doch langsam, Stück für Stück, beginnst du zu begreifen: Wenn du dich selbst immer nur hinten anstellst, bleibt irgendwann nichts mehr von dir übrig.
5 Ingameposts | 24.10.2025, 21:50
Militär Poromiel
gespielt von Rieke
32 Jahre
Reiterin
Wer hoch fliegt, fällt tief und nicht immer kann man aufgefangen werden. Ein Risiko von vielen, die die aufgeschlossene junge Frau schon immer gern einging, ohne sich über Konsequenzen und schlechte Ausgänge Gedanken zu machen. Dabei war es nicht der Drang, das Leben so zu gestalten, wie man wollte, weil man nur eines hatte. Nicht die Leichtigkeit, an blindem Optimismus festzuhalten, weil schon nichts schiefgehen würde. Es war das Gefühl in ihr dass ihr sagte Diesen Schritt musst du noch gehen. – Und dann? – Dann schaust du, was passiert. Einen Schritt nach dem anderen und nicht selten einen Schritt zu weit. Über die gezogenen Grenzen hinweg, in einen Bereich, in dem Konsequenzen auf sie warteten. Schrammen, Blut, Tränen, Schweiß, einen atemlosen Moment, Sprachlosigkeit, harsche Worte. Dinge, denen sie erhobenem Hauptes stellte. Schon immer. Nicht ein einziges Mal kam ihr der Gedanke, dass sie das nicht müsste, wenn sie innerhalb der gezogenen Grenzen spielte. Aber das klang nicht nach ihr, reizte sie nicht. Besser, schneller, weiter. Eine riskante Mischung aus Spontanität, Ungeduld und Leidenschaft.

Aber wenn sie den Wind im Gesicht oder den Haaren spürt, hat es sich immer gelohnt. Wenn sie sich über den Ausgang einer dummen Aktion freut und reflexartig lachen muss, weil sie nicht darüber nachdenkt, dass sie andere in Gefahr gebracht hatte. Denn der Ausgang war ein Erfolg, die Stimme hatte Recht, das Bauchgefühl. An ihrer Seite ihr Drache, dem sie seit nun doch schon einigen Jahren blind vertraute. Er wusste, dass er bei ihr nie mit etwas rechnen konnte und sie wusste, dass sie immer damit rechnen konnte, dass er spontanen Eingebungen folgte, wenn er nicht gerade selbst einem Impuls nachging. Ein Duo, dass die Welt vermutlich auch ganz versehentlich in Schutt und Asche legen könnte, ohne es zu merken, bis man mit dem Zeigefinger darauf deutete. Dabei war es nicht so, dass Vidia absichtlich Schaden anrichtete oder Leute gefährdete. Nein, das Gegenteil: Sie wollte helfen. Wie man es ihr beigebracht hatte. Kleine Gesten, unausgesprochene Dinge. Impulsive Ideen, selbst wenn sie ein deutliches Nein! gehört hatte. Sie handelte, dann trug sie die Konsequenzen. Egal wie hart, egal wie lange. Und sie wuchs daran, denn auch in diesen Situationen setzte sie sich keinen Handlungsrahmen. Sie wartete ab, was passierte.

Was wäre, wenn sie schneller wäre? Was, wenn sie das, von dem Andere ihr abrieten, versuchte und es schaffte? Wie sollte sie es denn sonst herausfinden? Vidia hatte schon immer das Problem, dass sie dazu tendiert, Türen einzutreten, statt zu Klopfen. Zu oft kam sie damit davon. Zu oft hat sie sich gesagt, dass doch alles gut ist. Aber sie weiß auch, dass sie Glück hatte, weil ihr Dinge, auf die sie während ihrer Ausbildung vorbereitet wurde, noch nicht passiert waren. Manchmal, in winzigen Momenten, kaum länger als ein paar Sekunden, verglich sie Flugmanöver und Missionen mit einem Spiel, das einfach nur Spaß machte, weil man gewinnen konnte. Doch am Ende weiß sie, dass sie eine Soldatin war, keine Spielerin. Und zu gewinnen bedeutete oft das Ende für die andere Seite. Man wächst an seinen Aufgaben. Nicht immer schnell oder freiwillig, aber sie war auch nicht mehr die, die den Viadukt überquerte. Sie hatte gelernt. Aber im Kern war es einfach schwer, einem guten alten Risiko zu widerstehen.
19 Ingameposts | 23.03.2025, 13:28
Militär Navarre
gespielt von Maj
21 Jahre
Reiterin
Mit ihren 21 Jahren ist Yevhen Vryndor die Blaupause einer (angehenden) Drachenreiterin. In ihrem Juniorjahr am Basgiath War College hat man ihr das Abzeichen der Staffelführung für die 3. Staffel des Klauenschwarms im 1. Geschwader angeheftet – und ihr damit die Herausforderung gestellt, aus einer Gruppe von Einzelkämpfern im Idealfall eine Einheit zu formen; und ansonsten wenigstens fähige Drachenreiter, die das College überleben und sich anschließend auf eine andere Militäreinheit einlassen können. Ob sie gezeichnet sind oder nicht, spielt dabei keine Rolle. Denn wer sei sie, den Befehl des Commanding Generals zu ignorieren, der sich eindeutig für eine Ausbildung des Rebellennachwuchses ausgesprochen hat?
Oder wer sei – nein, ist sie eigentlich überhaupt?

Das ist eine Frage, die sich eigentlich nie gestellt hat. Vorgezeichnet seit ihrer Geburt war Yevhens Weg stattdessen. Hineingeboren in eine Reiterfamilie, mit einem Vater als konkretem Vorbild, der mittlerweile Lehrer am BWC ist, und der Unterstützung eines ganzen Stützpunkts gab es nichts anderes als den Wunsch, ebenfalls Reiterin zu werden. – Und anschließend zu desertieren und Poromiel mindestens diesen Drachen und im besten Fall auch Waffen und Informationen übergeben zu können?
Manche ermunternden Sätze ihrer Mutter hallen in Yevhens Erinnerung jedenfalls mit genau jener Intention wider – und es gibt keine Möglichkeit mehr, sie zu fragen. Dass ihre Mutter poromische Späherin war, hat Yevhen erst zu spät erfahren. Vier Jahre war ihre Mutter damals schon tot. Sie ist umgekommen in einer Rebellion, die Yevhens Vater mit Gezeichneten hadern lässt, während sie selbst weiß: Sie kann froh sein, nur Halbwaise zu sein und lediglich das Drachenmal auf ihrer Haut zu tragen.
Oder wäre sie ebenfalls hingerichtet worden?

Das ist eine der unbeantworteten Fragen, denen Yevhen sich nicht stellt. Sie versteht sich bestens darauf, diese nach hinten zu schieben und sich stattdessen auf das zu konzentrieren, was sie kann: Angehende Drachenreiterin und Führungskraft zu sein, die (außer sich selbst) niemanden zurücklässt; die Herausforderungen nie unterschätzt, nie den Fokus verliert – oder ohnehin (fast) alles zu nüchtern-ernst nimmt. Wer ihr nachsagt, eines Tages Commanding General zu werden, meint das jedoch nicht unbedingt als Kompliment.
20 Ingameposts | 20.04.2025, 12:46
Basgiath War College
gespielt von Lini
41 Jahre
Reiter
Geboren und aufgewachsen in einer traditionsreichen Familie die bisher nur aus Reitern bestand. Somit war dein Weg schon lange vorbestimmt, ob du es wolltest oder nicht. Für dich gab es keine andere Option, als eines Tages das Basgiath War College und den Reiterquadranten zu besuchen. Ob du es überleben würdest oder nicht, das stand in den Sternen. Deine Eltern haben auf jeden Fall dafür gesorgt, dass du und deine Geschwister, kaum, dass ihr richtig laufen konntet, gelernt habt, was es bedeutet ein Reiter zu werden. Besonders mit deiner Zwillingsschwester hattest du einen Trainingspartner der dir ebenbürtig war, wahrscheinlich auch deshalb, weil ihr euch einfach sehr ähnlich wart. Entgegen der Erwartung der Familie war dein kleiner Bruder anders, deshalb bist du vielleicht auch nie so ganz mit ihm warm geworden. Bevor du deinen Weg zum College angetreten bist, hast du eine Frau kennen gelernt, ein paar Jahre älter, aber ihr habt euch sofort verstanden. Nur dumm, dass sie schwanger wurde, du allerdings ins College musstest. So hast du die ersten Jahre deiner Tochter verpasst. Vielleicht war sie auch der Hauptantrieb, wieso du alles dafür getan hast um das College zu überleben - nachdem der Tod deiner Schwester auf dem Viadukt dich stark getroffen hatte. Dennoch hast du es nicht nach außen gezeigt. Man hat dich doch dein ganzes Leben auch gelehrt, dass Schwäche nicht geduldet wurde, ganz besonders nicht von Drachen. Vielleicht warst du beim Dreschen kurz ernüchtert, als einer der kleinsten Drachen in der Runde sich an dich gebunden hat. Allerdings warst du irgendwie auch überrascht, weil die Schuppen des Drachens in einem gefährlichen Orange schimmerten. Aber der Moment der Ernüchterung hielt nur kurz an, denn mittlerweile bist du überzeugt, dass Myra und du ein perfektes Team bildet und ihre Wahl genau richtig war.

Nach deiner Ausbildung hast du versucht den Spagat zwischen Familie und Beruf hinzubekommen. Du hast die Mutter deiner Tochter geheiratet und man könnte glatt meinen, ihr wart eine kleine, glückliche Familie - nur wusstest du nicht, dass deine Frau ein Geheimnis in sich trägt, wovon sie irgendwann eurer Tochter berichten würde. Vielleicht hast du mehr Stolz als Angst verspürt, als deine Tochter offenbarte, dass sie in deine Fußstapfen treten und auch eines Tages Reiterin werden wollte. Dennoch hattest du auch Angst. Nicht, weil du nicht in die Fähigkeiten deiner Tochter vertraust, sondern, weil du weist, wie gefährlich der Reiterquadrant ist. Wie gefährlich die anderen Kadetten sein können. Dennoch hast du nicht versucht ihr etwas auszureden. Du hast es akzeptiert und sie vorbereitet als sie alt genug war. Vorher durfte sie einfach Kind sein, ihre Kindheit genießen und einfach alle Erfahrungen sammeln, die man als Kind sammeln konnte. Es ist irgendwie wohl kaum verwunderlich, dass deine Tochter so sehr nach dir kommt. Die Sturheit hat sie dir nicht gestohlen, genauso wenig den Ehrgeiz und das Durchhaltevermögen. Dennoch erkennst du in ihr auch so viel von deiner Frau. Heute noch mehr als früher.

Schicksalsschläge prägen dein Leben, wohl nicht ungewohnt in dieser Welt und dennoch nicht leicht zu bewältigen. Nachdem deine Zwillingsschwester den Tod auf dem Viadukt fand, starb deine Frau vor fünf Jahren bei der Rebellion von Tyrrendor. Nicht, weil sie daran beteiligt gewesen wäre, zumindest bist du davon ausgegangen, sondern, weil sie einfach zur falschen Zeit am falschen Ort war. Ein Schlag der deine Tochter Yevhen und dich schwer getroffen hat. Aber du musstest weiter machen, durftest dir nicht viel anmerken lassen. Die Rebellion hat überall tiefe Spuren und Narben hinterlassen. Am Ende hat es deine Tochter und dich enger zusammen geschweißt, hat dich aber auch verschlossener und ernster werden lassen. Noch mehr als vorher sowieso schon. Es gibt allerdings auch seltene Momente in denen du lachen kannst und sogar eine richtig humorvolle und witzige Seite an den Tag legst. Seine Tochter ist wohl eine der wenigsten Menschen, neben deinem Drachen, die auch die liebevollere und fürsorglichere Seite zu Gesicht bekommen haben. Auch deshalb, weil er eben besonders vor Myra nichts verstecken kann und die Drachendame durchaus auch emphatisch sein kann, wenn sie es will.

Mittlerweile hat dein Weg dich als Lehrer an das Basgiath War College zurück geführt, auch wenn deine Zeit hier wohl begrenzt scheint. Das liegt daran, weil deine Drachendame an einen anderen Drachen gebunden ist und dieser sich letztes Jahr an eine Rookie, dazu noch eine Gezeichnete, gebunden hat. Das Erste was du der Rothaarigen verdeutlicht hast, war die Tatsache, dass ihr trotz des nun vorhandenen Bandes nichts in den Gedanken des Anderen zu suchen habt. Deine Abneigung gegenüber Gezeichneten bekommt wohl vor allem sie zu spüren, auch wenn du als Lehrer nicht ungerecht bist. Nur eben sehr streng und fordernd, immerhin bildest du hier die nächsten Drachenreiter für das navarrische Militär aus. Für die Sicherheit aller in Navarre.
14 Ingameposts | 02.04.2025, 09:12
Militär Navarre
gespielt von Jani
30 Jahre
Reiter
„Komm wieder rein, Taron.“ Die Stimme deiner Mutter dringt kaum hörbar durch das Prasseln des Regens zu dir. Drehst den Kopf nur langsam in ihre Richtung, vielleicht weil du im ersten Moment glaubst, es dir eingebildet zu haben. Aber sie steht da: am Zugang zur Mauer, den Stoff ihrer Jacke vor ihrer Brust zusammenhaltend, um sich zumindest ein wenig vor dem Sturm zu schützen, der vom Meer heraufgezogen ist. Die Steine unter dir sind rutschig, deine Kleidung durchnässt, aber dich stört’s nicht. Im Gegenteil; du magst es. Die Ruhe, die dadurch entsteht. Dass deine Schritte im Wind verloren gehen und niemand bemerkt hat, wohin du verschwunden bist. Weder dein Bruder noch dein Vater. „Ich sollte üben.“ Es ist nur die halbe Wahrheit, eigentlich müsstest du gerade am Schreibtisch sitzen und die Geschichte des Königreiches durchgehen, aber die Alternative erschien dir für deine Zukunft hilfreicher. Kannst den Ausdruck im Gesicht deiner Mutter nicht deuten, dafür ist sie ist zu weit von dir entfernt. In Sicherheit, während du auf den Mauern balancierst und dich dazu zwingst, nicht nach unten zu sehen. Deinen Blick vorne zu behalten. Es ist ein weiter Fall, wenn du das Gleichgewicht verlierst. Wenn du ausrutscht und dadurch Malek begegnest. Dein Bruder hat dir davon erzählt, als er das erste Mal mit eurem Vater hier gewesen ist, um zu trainieren. Dass er ihn auf die Brüstung klettern ließ und ihn dabei beobachtete, wie er einen Fuß vor den anderen gesetzt hat. Du bist danach einige Male mit ihnen hier gewesen; hast jedes Mal den Atem angehalten, wenn er kurz ins Wanken geraten ist und sich wieder fangen musste. Damals dachtest du: ich werd‘ fallen. Aber seitdem sind zwei Jahre vergangenen. Du bist noch immer ein Kind, aber langsam verschwimmen die letzten deiner kindlichen Züge. Du wirst größer, stärker, koordinierter. Und du realisierst langsam, worauf du bereits dein gesamtes Leben vorbereitet worden bist. „Ich komm‘ gleich rein, Ma.“ Sie schüttelt den Kopf. Eine Bewegung, die du allein aus dem Augenwinkel heraus erkennst. „Jetzt.“ Normalerweise ist sie geduldig mit euch, sanft. Aber gerade klingt sie bestimmt, als würde sie abwägen, ob sie dich von der Mauer herunterholen muss, damit du gehorchst. Ist nicht das erste Mal, dass du dir denkst, dass sie anders ist. Anders als dein Vater, anders als dein Bruder, anders als du. An ihr ist nie etwas kalt, sie hat sich immer die Zeit genommen, dir Dinge zu erklären. Sie ist ruhig, nicht impulsiv, nicht unvorhersehbar. Deswegen verstehst du nicht, warum sie gerade verärgert erscheint: denn sie wird sich genauso wie du damit abfinden müssen, dass einer deiner Füße stets über der Schwelle zum Tod stehen wird. Streckst deine Arme bei der nächsten Böe aus, um nicht mitgerissen werden und für einen Augenblick glaubst du, dass es sich so vielleicht anfühlt, auf dem Rücken eines Drachens zu stehen; wild und unberechenbar und frei.

Du bist immer noch am Balancieren; nicht mehr über Baumstämme, Mauern oder Viadukte, sondern durchs Leben. Lehnst dich mal mehr in die eine, dann in die andere Richtung. Fast so als könntest du dich nicht entscheiden, wer du sein willst. Wer du bist. Manchmal bist du arrogant; hebst das Kinn an, wenn man dir zu nahe kommt. Lässt andere den Abstand spüren, den du brauchst, um die Kontrolle zu behalten. Dann gibt’s Momente, in denen du lachst. Laut und unbeständig und irgendwie ansteckend. Ist wie ein Riss im Mauerwerk, kaum sichtbar, aber beweisend, dass dahinter mehr steckt. Etwas, das dein Vater als weich bezeichnen würde, was du inzwischen aber auch als Stärke erkennst. Dein Kreis ist nicht mehr so klein wie damals zu Ausbildungszeiten; du hast Menschen, denen du vertraust und die eine Seite von dir zu sehen bekommen, die nach außen schwer mit dem Rest in Verbindung zu bringen ist. Mit der Kälte und der Grausamkeit. Die Seite, in der du dich beinahe instinktiv vor sie stellst. Unabhängig davon ob’s bedeutet, am anderen Ende einer Klinge zu stehen. Es ist dein größtes Geheimnis, dass du im Inneren genau weißt, wer du bist. Dass du gelernt hast, dich zu verstecken. Anzupassen. An jeden Raum, an jede Begegnung, an jede Erwartung. Selektierst, wer welche Version von dir sehen darf. Wechselst Masken und fragst dich trotz allem, ob du dich mit der Zeit nicht vielleicht doch in einer von ihnen verlieren könntest.
7 Ingameposts | 11.11.2025, 20:33
Militär Navarre
gespielt von Rieke
48 Jahre
Reiter
Glücklicherweise verändern sich Menschen in ihrem Leben und entwickeln sich weiter; sind nicht mehr so, wie zu ihrer Jugend oder gar Kindertagen. Die meisten jedenfalls. Heute ist Drystan besonnener, ausgeglichener. Als mittleres Kind von 7 schuf er sich schnell den Ruf, dass er um Aufmerksamkeit kämpfte. Selbst dann, wenn er daran nicht zu kurz kam. Er wollte auffallen, egal wie. Sicher, nicht immer war das positiv. Er konnte gemein zu seinen Geschwistern sein, sie ärgern, aber es ging nie über Geschwisterstreitigkeiten hinaus. Es wurde nie zu viel, weil notfalls doch mal die Eltern oder die älteren Geschwister einschritten. Es war okay. Es gab dennoch nie die Bedenken, er könne seine Familie nicht ebenso sehr schätzen, wie es alle anderen taten. Denn bei den Canmors steht Familie seit jeher an erster Stelle. Eine Philosophie, die auch Drys verinnerlichte.
Mit der Pubertät und den Anstrengungen, als erster des Familienzweigs dem Reiterquadranten beizutreten, kamen auch die Veränderungen. Man wurde erwachsener, vernünftiger, verantwortungsbewusster. Noch immer schienen die Momente durch, in denen man über die Stränge schlug, einen Kommentar zu viel brachte oder sich einen Spaß mit den anderen erlaubte, den nicht jeder so lustig fand. So ist er auch heute noch. Aber er ist in seine Rolle und seine Verantwortungen hineingewachsen. Er braucht die Aufmerksamkeit nicht mehr, wenn er sie sich nicht erarbeitet hat. Vermutlich ist es heute angenehmer mit ihm als damals. Wobei es wohl ganz darauf ankommt, wen man fragt.

Seit nunmehr 25 Jahren ist er an einen Drachen gebunden, Reiter, hat sein Ziel erreicht und versucht doch immer wieder, seine eigenen Grenzen zu überschreiten, besser zu werden. Nicht nur in seinen Fähigkeiten, in seinen Eigenschaften. Er weiß, dass er es nicht beeinflussen kann, ob jemand ihn als Vorbild ansieht, aber wenn ja, dann möchte er ein gutes sein. Immerhin ist er Vater, Onkel, Bruder, Kamerad, Staffelführer. Er macht das Beste aus dieser Verantwortung, überdenkt seine Entscheidungen viel mehr, als es damals je der Fall gewesen wäre. Aber er hat klare Prioritäten. Seine Familie steht an erster Stelle. Dann seine Kameraden. Dann das Königreich. Sagt er nur nicht so. Und er sorgt sich. Beinahe täglich. Weil er die Geschehnisse in Aretia erlebt hat. Weil er Kinder hat, die in dieser Welt aufwachsen und ihren Weg finden sollen. Weil ihm die Neulinge zugeteilt wurden, für die er sich mehr als nur verantwortlich fühlt.

Manchmal kommt er noch durch: Der übermütige Drys, der seine Ausbildung begonnen hat – und schon damals jede Woche einen Brief an eines seiner Geschwister geschrieben hat, damit niemand zu kurz kam nach dem ersten Jahr – und keinen Scham empfindet für einige Entscheidungen. Es ist kein Geheimnis, dass seine Ehe seit Jahren mehr als kompliziert ist. Ebenso wenig ist es ein Geheimnis, dass er seiner Frau dennoch absolut treu ist. Weil er sie liebt. Noch genau so wie damals. Manche Menschen können nur einfach nicht beieinander sein, ohne sich zu schaden. Weiß er. Aber niemals würde er sie deshalb aus seiner Familie streichen. Sie und seine Kinder sind seine Familie. Und er könnte nicht stolzer auf die leichtsinnige Entscheidung von damals sein.
Drystan hat viele schlimme Dinge erlebt. Er hat Verluste betrauert. Er denkt heute noch oft an jene, die er verloren hat. Aber er bereut den Weg, den er gegangen ist nicht.
11 Ingameposts | 17.06.2025, 18:35
Militär Navarre
gespielt von Jani
39 Jahre
Reiter
Gute Geschichten bürgen oftmals eine gewisse Tragik, eine Prise Humor und eine Ebene des Verständnisses. Wenn man dies erst einmal verstanden hat, ist es einfach, Worte zu finden, um Feinheiten zu vermitteln. Einen anderen Ton einzuschlagen und Revolutionen zu lenken. In seinem Leben hat es schon immer zwei Möglichkeiten gegeben: den einfachen Weg mit dem Kopf durch die Wand oder den langwierigen, in dem es von Nöten ist, Pläne zu schmieden und Samen zu sähen. Eigentlich ein stiller Charakter ist die Bedeutung von Worten Riven schon immer bewusst gewesen – vielleicht durch seine Mutter, die ihm von früh an beibrachte, sie zu hinterfragen und einen eigenen Sinn in ihnen zu finden. Oder durch seinen Vater, der ihn lehrte, wann ein Scherz angebracht ist und wann man den Mund besser zu halten hat. Vielleicht lag es aber auch an all den Befragungen, denen er beigewohnt hatte. Den Erinnerungen, die er auf Befehle hin hatte löschen müssen und die den Meldungen der Führungsebene widersprachen. Venini und Wyvern – in seiner Kindheit nicht mehr als düstere Märchenwesen und heute die reale Gefahr für die Menschen des Kontinents. Er hatte anerkennen müssen, dass es ein Meisterwerk war: die Verbreitung der Lügen, das Verwischen der Grenzen und die Unsichtbarkeit der Intrigen, sind sie doch tief in den Alltag verwurzelt. Es hat eine gewisse Faszination in ihm geweckt, ein Spiel entfacht, in welchem Wissen vielleicht mehr wert ist als reine Kampfstärke. Wobei seiner Meinung nach das eine durch das andere bedingt wird: denn in den meisten Fällen geht Loyalität einher mit Vertrauen. Und wenn man erst einmal die Personen im navarrianischen Militär erkannt hat, die Zweifel haben, ist es kein Kunstwerk mehr, die Wahrheit zu nutzen, um sie von dem Vorhaben der Revolution zu überzeugen.

Riven hat sich selbst nie als Ratsmitglied gesehen – wurde gewissermaßen in die Rolle gedrängt. Manche sagen aufgrund seiner Erfahrung, manche begründen es in seiner Rhetorik, doch für ihn geht es damit einher, dass er als einer von Wenigen unbemerkt überlebt hatte. Kein Teil der Schlacht von Aretia gewesen war und die reine Zerstörungswut erst im Nachhinein vor Augen geführt bekommen hatte. Es hatte etwas in ihm verändert: der Anblick seiner verbrannten Heimatstadt. Menschen unter den Trümmern. Die Hinrichtung seiner Freunde. Die Scheu vor Verantwortung hatte etwas anderem Platz gemacht – dem Wunsch danach, dass nichts umsonst gewesen war. Dass die Bewegung nicht endgültig zerschlagen worden war. Da war Wut in ihm gewesen. Hass. Aber auch Unverständnis: schließlich liegt der wahre Feind nicht in Poromiel. Nicht einmal in Navarre, auch wenn es sich manchmal danach anfühlt.
27 Ingameposts | 09.02.2025, 15:37
Militär Navarre
gespielt von Jani
33 Jahre
Schriftgelehrte
Aurelia Ganasdir. Aurelia Seagha. Wenn man den Listen vertraut, existiert nur noch eine dieser Personen. Hast deinen Mädchennamen hinter dir gelassen, weil es keine Rolle spielt: Namen tragen keinerlei Bedeutung. Sie verblassen in den Schatten der Geschichte. Bleiben vielleicht als Flüstern in den Archiven zurück, als Markierungen in Büchern – doch irgendwann verschwinden sie selbst dort. Werden im Angesicht der Zeit über Generationen hinweg vergessen. Du fühlst keine Traurigkeit darüber, bist nicht hier, um deinen Namen unsterblich zu machen. Willst formen, prägen, hinterlassen. Die Worte, die du schreibst, die Entscheidungen, die du triffst: es sind jene, die zählen. Bist von einem Pragmatismus umgeben, der sich bereits in deiner Kindheit manifestiert hat. Warst lieber umringt von Büchern als von Menschen. Hast Erklärungen und Logik besser verstanden als Emotionen. Dich selten dem Idealismus hingegeben und dich stattdessen auf umsetzbare Lösungen fokussiert. Du hast die Überzeugungen deines Vaters geerbt, aber den Verstand deiner Mutter. Vielleicht bist du ihr deswegen in den Quadrant der Schriftgelehrten gefolgt; um nicht müde zu werden. Neue Herausforderungen zu finden. Nimmst die Welt in Formen und Mustern, Bildern und Abfolgen wahr – wie Sprachen, die einem wiederkehrenden Rhythmus nachgehen. Fühlst dich umgeben von Tinte und Federkielen zuhause, liebst das raue Pergament zwischen deinen Fingern. Hauchst den toten Sprachen wieder Leben ein, zu wichtig sind die Inhalte, die in ihnen verborgen liegen. Zu gefährlich das Wissen, welches ansonsten durch Zufall erlangt werden kann. Bei dir war es nicht anders: bist in die Geheimnisse des Königreiches hineingeschlittert. Unbewusst, aber nicht ahnungslos. Hast schnell die Bedeutung verinnerlicht, die Notwendigkeit in dem Handeln der Generäle gesehen. Es hat den Kern deiner Arbeit geändert. Schreibst nicht mehr nur Berichte, leitest keine simplen Informationen mehr weiter: sondern verschleierst, lügst und beeinflusst. Wärst du ein besserer Mensch, würde es dir vielleicht schlaflose Nächte bereiten, aber deine eigenen Motivationen verhindern es. Nicht der Krieg entscheidet darüber, wer das Richtige tut. Er entscheidet darüber, wer am Ende überlebt. Und für dich zählt nicht mehr als das: das Überdauern des Königreiches. Willst keine zweite Rebellion erleben, willst das Land in Sicherheit wissen. Und auch wenn es nicht deinem Wesen entspricht, stimmst du der Meinung deiner Vorgesetzten zu: manchmal ist Nicht-Wissen besser. Zumal es nichts ändern würde – der Krieg und die Verluste würden dennoch existieren. Nur der Feind wäre ein anderer.


Du hast dich in den letzten Jahren weiterentwickelt: durch deine Verantwortung und deine Aufgaben. Bist nicht mehr nur stille Beobachterin, sondern Strategin. Hast gelernt in Momenten des Chaos Ruhe zu bewahren. Deinen rationalen Gedanken zu folgen, statt dich von Gefühlen leiten zu lassen. Gibt nur wenige Situationen, wenige Menschen, die dich deine Selbstbeherrschung vergessen lassen. Der Tod deines Bruders hat für Tränen auf deinem Gesicht gesorgt. Zu schmerzhaft war der Abschied, um dich darüber zu sorgen, wer sie hätte sehen können. Deine Freunde entlocken dir ein Lachen, selbst wenn du es hinter einem Augenrollen zu verstecken versuchst. Und im Angesicht deines Ehemannes bröckelt deine ganze Fassade. Kannst deine Gefühle nicht immer fassen, sie nicht immer kontrollieren – lässt zu, dass deine Gedanken in der Zweisamkeit stolpern. Dass du dein Gleichgewicht verlierst, weil du weißt, dass er dich selbst in den hitzigsten Diskussionen auffängt. Er dich nicht fallen lassen würde, selbst wenn du dabei wärst, zu zerbrechen. Vermutlich würdest du es allein hinbekommen: aber musstest es in den vergangenen Jahren nicht sein. Hast nicht nur eine Bestimmung, sondern auch eine Familie in deiner Staffel gefunden. Ein zuhause entfernt von deiner eigentlichen Heimat in Tyrrendor. Selbst wenn deine Tätigkeiten noch immer verwoben mit der Provinz und ihrer Kultur sind und du weißt, dass beides Teile deiner Geschichte sein werden. Denn wer bist du, wenn nicht das, was du hinterlässt?
21 Ingameposts | 09.02.2025, 15:37
Militär Navarre
gespielt von Jani
28 Jahre
Gelehrte
Auch wenn es ihr vorherbestimmt erschien, hat sich Eithne als zweitgeborene Tochter des Herzogs von Luceras nie vollkommen wohl mit dem höfischen Leben gefühlt. Wie gefangen in einem Gefängnis aus goldenen Mauern, stets unter den wertenden Blicken der Gesellschaft, hat sie das Spiel der Macht und Intrigen nie gänzlich nachvollziehen können. Ihre Geschwister dagegen hatten früh gelernt, es zu meistern. Die herrschenden Kämpfe zu durchschauen, während sie die friedliche Abgeschiedenheit der Gärten den Abenden umgeben von schillernden Kleidern und fadenscheinigen Unterhaltungen vorgezogen hatte. Die Natur – samt ihrer seltenen Pflanzen, der heilenden Wirkung ihrer Kräuter – wurde schnell ihr Zufluchtsort. Sorgte für eine Faszination, die sie dazu brachte, ihr Leben weiterzudenken als dass, was ihre Mutter für sie vorgesehen hatte. Vermutlich war es ein Schock für ihre Familie gewesen, von ihrem Begehren zu erfahren, sich zur Heilkundigen an der Militärakademie weiterbilden lassen zu wollen – stand es im Gegensatz zu ihrem sanftmütigen und träumerischen Charakter. Eithne fiel es schon immer leicht, die Stimmung ihrer Umgebung wahrzunehmen. Zu spüren, was andere empfanden. Und es führte dazu, dass sie es als ihre Verantwortung ansah, Frieden in ihrer Familie zu stiften. Streitereien zu schlichten, harsche Worte zu mildern und die Rolle der stillen Schlichterin einzunehmen. Diplomatie war ihr genauso mit in die Wiege gelegt worden, auch wenn ihre Worte nicht selten als nichtig abgetan wurden – zu laut waren ihre Geschwister im Vergleich zu ihr. Zu stark in ihren Meinungen, die sie manchmal die Rationale verlieren ließen.

Die vermeintliche Unabhängigkeit, die ihre Ausbildung ihr beschert hatte, hatte auch ihre Schattenseiten mit sich gebracht. Hatte dazu geführt, einen Teil ihrer Naivität in Anbetracht des Krieges abzulegen. Ihre Perspektive vielleicht nicht gänzlich zu verlieren, aber sie zumindest zu überdenken und zu erkennen, dass die Welt nicht so einfach war, wie sie sie sich in ihrer Kindheit vorgestellt hatte. Unter ihrer sanften Oberfläche fand sich ein eiserner Wille, eine gewisse Sturheit, die nur wenige zu erkennen vermocht hatten. Eine Hartnäckigkeit, die unumstößlich war, sobald sie sich erst einmal etwas in den Kopf gesetzt hatte. Letzterem ist geschuldet, dass sie in Anbetracht der Nachricht über den Tod ihres Verlobten nicht gänzlich den Verstand verloren hatte, war mit ihm auch ihr eigenes Glück gestorben. Dass sie seine Habseligkeiten verbrennen hatte können, ohne zusammen zu brechen. Und dass sie sich auf einer Reise wiederfand, vor der sie sich vielleicht mehr fürchtete, als vor dem Tod selbst.
15 Ingameposts | 09.02.2025, 15:38
Zivil Navarre
gespielt von Jani
28 Jahre
Fliegerin
Dein Lachen hallt durch die Mauern – es ist laut, fast ein bisschen zu hell für den Ort an dem ihr seid. Aber du hast gelernt, es nicht zurückzuhalten. Hast gelernt, es als Befreiung für das zu sehen, was es ist: von der Schwere eines endlosen Kampfes. Hast mit angesehen, wie deine Heimat an zwei Fronten zeitgleich gegenwärtig sein muss, um das zu schützen, was euch am Wichtigsten ist. Eure Familien. Die Hoffnung auf eine Zukunft statt der endgültigen Vernichtung. Deswegen lässt du die Stille um dich herum nur selten zu, nur in Momenten, in denen du dich sicher genug fühlst, um selbst ruhig zu werden. Dich deinen Gedanken hinzugeben, deine Sorgen zu adressieren und die Scherze zu vergessen, die dir sonst so mühelos über die Lippen kommen. Das Augenrollen, das sie begleiten. Bist bekannt dafür, die Stimmung anzuheben, die Welt für andere besser zu machen – weil es das ist, was dich glücklich macht. Die Menschen zufrieden zu sehen, die dir am Herzen liegen. Vielleicht ist es dein geheimes Talent, dass du die Dinge auf andere Weise betrachtest, nichts zu ernst nimmst, weil du ansonsten selbst deinen Verstand verlieren würdest. Du magst das Gefühl nicht, erdrückt zu werden – deswegen entgehst du ihm bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Hältst an dem unerschütterlichen Glauben fest, dass sich irgendwann auch das schwerste Rätsel lösen lassen wird, dass das letzte Puzzleteil seinen Weg an die richtige Stelle findet. Du brauchst keinen Tempel dafür, dir reichen Träume aus. Vermutlich ist dir deswegen die Gabe zuteil geworden, ihnen folgen zu können. Sie nach deinen Vorstellungen zu formen. Es hat dir das Leben gewissermaßen erleichtert, brauchst keine mühseligen Worte mehr, um Ideen so zu platzieren, dass sie Anklang finden: kannst sie in die Gedanken von Personen setzen, die mehr zu sagen haben. Einfluss besitzen. Du brauchst keinen Ruhm, auch wenn du es magst, mit der Aufmerksamkeit zu spielen. Aber das, was du wirklich willst, weißt du selbst den Großteil der Zeit über nicht: hast Angst, dich zu sehr an Menschen zu binden, weil sie dich verlassen könnten, kannst gleichzeitig aber nicht gut allein sein. Du pflegst Freundschaften, brauchst aber Zeit um auch über die tiefergehenden Themen zu sprechen. Die Oberflächlichkeit zu verlassen. Bist nicht nachtragend, aber vergisst auch keine Enttäuschungen, weil sie das Vertrauen verletzen, was du in die jeweiligen Personen setzt. Sicherlich wäre es klug, mehr infrage zu stellen: aber deine Loyalität ist beinahe grenzenlos. Bist überzeugt davon, dass dein Schwadron ein Teil deiner Familie ist. Es die Menschen sind, für die du ohne einen Zweifel dein Leben geben würdest.
30 Ingameposts | 09.02.2025, 15:37
Militär Poromiel
gespielt von Mimi
34 Jahre
Reiter
Der Kerl mit dem ekelhaften Dauergrinsen, dem das Reiterschwarz so verdammt gut steht? Ja, der kann schon eine Nervensäge sein, aber eigentlich ist Kalenor Vryndor einer von den Guten. Großgeworden in einer Reiterfamilie war sein erster Berufswunsch jedoch nicht, der Familientradition zu folgen, hatte ihm doch der Heilerquadrant auch zugesagt. Fand aus seiner Familie natürlich niemand so toll. Tja, aber gegen Gene kann man nicht ankommen, weshalb es kaum verwundert, dass auch der Jüngste der Vryndor-Geschwister in die Fußstapfen der Älteren trat. Nicht zuletzt seiner verstorbenen Schwester zuliebe, die bereits bei Überquerung des Viadukts den Tod fand gab er sein Bestes, sich das Schwarz der Reiter zu vedienen. Ehrgeizig wie er ist hat der 34jährige Kal, wie er von allen genannt wird, es bisher echt weit gebracht und ist nun beim Aufstieg zum 1. Offizier des Ostgeschwader Schwingenschwarm 1. Staffel. Das hat er nicht seinem Charme, sondern seinem Können, seiner Disziplin und seiner Art mit Menschen umzugehen zu verdanken. Er ist gut in dem was er macht und das weiß er auch.
Während es beruflich bergauf geht sieht sein Privatleben ziemlich mau aus. Anders als sein Bruder Zarek kann Kal noch nicht mit Frau und Kind dienen. Beides hätte er gern und es hatte vor einigen Jahren auch eine Frau in seinem Leben gegeben, aber es hatte nicht sollen sein. So tobt Kal sich weiter in den Betten verschiedener Frauen aus und hat noch nicht die Eine gefunden, mit der er sich eine gemeinsame Zukunft vorstellen kann. Und das Kind, das er sich wünscht? Naja, er hat eine Nichte, die ganz nach Vater und Onkel eifert und auf die ist er schon ziemlich stolz!
Den Bund fürs Leben hat er ja sowieso schon mit einer anderen Dame geschlossen, nämlich mit seinem braunen Keulenschwanz namens Sage. Die Drachendame lässt öfter verlauten, dass sie ihren Reiter wegen seiner dummen Sprüche und dem übersteigertem Selbstbewusstsein gern mal rösten möchte. Tut sie aber nicht, denn eigentlich weiß sie ja auch, dass es sie hätte schlechter treffen können als mit ihm. Dank ihr hat sie die Siegelkraft der Schutzzaubererweiterung, ein weiterer Grund, weshalb er die Position inne hat, die er nun mal hat und weshalb er genau in der Einheit gelandet ist, dessen 1. Offizier er nun wird: Den Schutz seiner Kameraden sowohl vor Gefahren von außen, als auch Gefahren von innen, denn sein Staffelführer ist ein mächtiger Mann, der nicht immer Herr seiner Kräfte ist und Kal? Der ist quasi der Konter dazu. Dass die beiden Männer nicht nur in ihrer Siegelkraft recht verschieden sind wird sicherlich noch für die eine oder andere Spannung sorgen.
8 Ingameposts | 08.06.2025, 19:01
Militär Navarre
gespielt von Jani
30 Jahre
Flieger
Du bist dein ganzes Leben davon umgeben gewesen; vom Meer. Hast dich im Hafen herumgetrieben, bist durch die Gassen gewandert und hast dich nicht nur einmal auf eines der Schiffe geschlichen. Bist in der Hektik untergegangen, hast dich in ihr versteckt und bist immer froh darum gewesen, nicht gesehen zu werden. Dieses Gefühl hat sich weitergetragen, bis in die Schule: wo du auf einmal realisiert hast, was dich von den anderen Kindern unterschieden hat. Deine Schulsachen in einem gebrauchten Zustand, die Ärmel deines Pullovers zu kurz für deine Arme. Deine Hose mehr als nur einmal geflickt und genäht, weil sie dir ständig beim Spielen kaputt gegangen ist. Deine Mutter, sie hat es mit einem leisen Seufzen hingenommen, obwohl bereits damals Sorgenfalten auf ihrer Stirn gewesen sind; du bist nur zu jung gewesen, um es zu realisieren. Um es zu deuten. Hast erwachsen(er) werden müssen, um zu verstehen – die Streitereien zuhause, die Trennung deiner Eltern, die Jahre der Armut, die hinter dir und zeitgleich vor dir gelegen haben. Wie ein Kreislauf, der nicht zu durchbrechen war. Wie das Gesetz des Wassers, das der Ebbe und Flut, das immer wiederkehrend ist. Aber du – du hast dir vorgenommen, einen Weg herauszufinden. Ein besseren Leben zu ermöglichen, für dich und deine Familie. Es ist maßgeblich für die Entscheidungen gewesen, die du getroffen hast. Die dich an diesen Punkt in deinem Leben geführt haben; zurück zum Meer. Nicht nach Malkam – deiner Heimatstadt – sondern nach Draithus. Es gibt verschiedene Gründe dafür, sich für ein Leben im aktiven Dienst zu entscheiden, die Freiheiten der Selbstbestimmtheit aufzugeben: deiner ist immer die Sicherheit gewesen, die diese Arbeit dir versprochen hat. Die Tatsache, dass du dich nur an die Regeln zu halten hast, um nicht entlassen zu werden. Und durch die Bindung deines Greifens ist es beinahe unmöglich geworden. Poromiel braucht Flieger. Es braucht Menschen, die Verantwortung übernehmen. Und das ist vielleicht das Einzige, wovor du dich nie gefürchtet hast – wonach du insgeheim gestrebt hast. Verantwortung. Unterstützung. Hilfe. Willst der Fels in der Brandung für deine Kameraden und Freunde sein. Willst anders sein, als dein leiblicher Vater es ist. Nicht die Augen verschließen vor Wahrheiten. Nicht die Geduld verlieren. Nicht in Hoffnungslosigkeit verfallen. Nicht weglaufen, wenn die Situationen schwer sind. Es fällt dir nicht immer leicht: manchmal bist du nun einmal der Sohn deiner Eltern. Unfähig, auszusprechen, was dich belastet. Abwehrend, bevor du dich selbst zu verletzlich machst. Ablenkend, wenn sich das Thema zu stark in Richtung deiner Vergangenheit bewegt. Schämst dich nicht (mehr) für die Verhältnisse, in denen du aufgewachsen bist, weil du weißt: Geld ist nebensächlich. Auf die Familie kommt’s an. Auf die Menschen, die man in sein Leben lässt. Auf das Vertrauen, das man aufbaut. Aber dir fällts leichter, zu lachen und dich anzupassen, statt im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen. Willst dich nicht mehr wie damals verstecken, aber brauchst die Augen anderer noch immer nicht auf dir; vielleicht weil’s dich zu sehr daran erinnert, wie es in deiner Schulzeit gewesen ist. Weil du dich automatisch fragst, was sie reden und ob’s mit dir zutun hat. Diese Unsicherheit – du wirst sie vermutlich niemals gänzlich abschütteln können, auch wenn du inzwischen anders bist. Auch wenn du inzwischen weißt, wer du bist.
11 Ingameposts | 03.06.2025, 17:37
Militär Poromiel

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