Charakterliste
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gespielt von Jella
35 Jahre
Schriftgelehrte
Wann immer meine Finger über Papier streifen, erinnere ich mich an das erste Buch, welches meine Eltern mir in die Hände legten. An die erste Geschichte, die mich aus meiner eigenen in die eines Anderen katapultierte. Mittlerweile habe ich so viele von ihnen gelesen, dass ich an manche nicht mehr erinnere. Aber ich erinnere mich immer wieder gern an das Gefühl, welches den Beginn eines Buches begleitet. Ein aufregendes Kennenlernen, die Frage, ob man bleiben will oder wieder gehen. Die besten Geschichten lassen einen an ihrem Ende wünschen, dass man sie von neu beginnen könnte. Das Leben besitzt dieses Privileg nicht. Ich kann meines nicht von vorne beginnen, kann die erste Seite nicht ausradieren und die ersten Worte neu setzen. In jeder Variante meines Lebens bleibe ich Odette Ganasdir, zweites Kind meiner Eltern, auch wenn auf der einen Seite nun schon eine ganze Weile eine Leerstelle klafft. Diese Leerstelle ist unwiderruflich Teil meiner Geschichte, aber gehört zu einem späteren Lebensabschnitt. Gehört nicht an den Anfang, auch wenn ich weiß, dass ein Rätsel zu Beginn auch Spannung aufbauen kann. Ich enttäusche nicht gern, aber ich zweifle, dass meine Memorien besonders spannend sein werden, falls sie irgendjemand irgendwann liest. Und doch habe ich zu viel Zeit mit Geschichten und unserer Geschichte verbracht, um nicht zu wissen, dass sich an den leisen Leben die Realität einer Gesellschaft meist besser ablesen lässt, als an denen von Helden. Ich bin keine, habe mich damals nicht wie mein Vater und mein älterer Bruder für den Reiterquadranten entschieden, sondern bin meiner Mutter in den Quadrant der Schriftgelehrten gefolgt. Das leise Leben zwischen Papier und Worten war für mich verlockender als die Weite des Himmels. Mittlerweile kenne ich genügend Menschen, die sich anders entschieden habe, weiß nicht länger, ob ich mich anders entscheiden würde, wenn ich die Entscheidung heute nochmal träfe. Ich wäre dennoch keine gute Reiterin geworden. Als junges Mädchen habe ich Drachen für Magie gehalten. Inzwischen weiß ich, dass auch Magie in manchen Fällen nicht genug ist. Dass all jene Siegelkräfte, die ich seit meinem Wehrdienst protokolliere, ihre Trägerinnen und Träger auch nicht zwangsläufig retten. Am Ende entscheiden die Götter und wir können nur hoffen, dass wir genügend Tage haben, um ihnen einen Wert zu geben.
Ich war und bin in meinem Leben vieles, was mir Wert gibt. Schwester, Tochter, Freundin, Schriftgelehrte. Meine Stationen malen einen Bogen, zeichnen nicht nur einen Lebenslauf, sondern auch ein Leben. An manchen Tagen scheint es mir schier unmöglich, dass ich so erwachsen geworden bin. An anderen fällt es mir schwer mein jetziges Leben mit meinen Jugendträumen zu vereinen. Ich komme aus einer Militärfamilie und wollte doch eigentlich einen anderen Weg gehen. Irgendwo in meinen Aufzeichnungen findet sich noch eine zarte Zeichnung einer anderen Möglichkeit. Eines Hauses, gefüllt mit romantisierten Träumen, die ich lange nicht mehr in meine Nächte und noch weniger in meine Tage gelassen habe. Ich verstehe derweil, warum man Menschen als hoffnungslose Romantiker bezeichnet, bin selbst hoffnungslos geworden in diesem Belang. Ich habe geliebt und verloren. Manches Mal vielleicht auch mich selbst. Aber wenigstens mich habe ich am Ende immer wieder gefunden. Ich bin geblieben in den Zusammenhängen aus Worten, im Dienst unseres Landes. Ich schreibe anderer Leute Geschichten häufiger auf als meine. Warum ich es mit letzterem nun doch beginne? Weil ich an meinen dunkelsten Tag Hoffnung in einer Geschichte gefunden habe. Weil ich hoffe, dass meine Geschichte das vielleicht für jemand anderen sein kann. Und weil ich am Ende meines Lebens vielleicht doch darauf hoffe, nicht nur Wert zu geben, sondern auch irgendwie wert zu sein. Etwas geschaffen zu haben, was bleibt, wenn ich das letzte Mal meine Augen schließe. Ich werde die Zeit nicht überdauern, womöglich in diesem Krieg nicht einmal die ganze Länge meines Lebens auskosten können, aber meine Worte könnten es. Wenn ich eines gelernt habe, dann das Worte eine Magie besitzen, dem nichts anderes in dieser Welt gleichkommt. Mögen diese Wenigen dich dort erreichen, wo du bist. Mögen sie dich zum Lächeln bringen. Oder langweilen. Hauptsache ist, sie entlocken dir eine Reaktion.
15 Ingameposts | 28.03.2025, 21:59
Militär Navarre
gespielt von Mimi
34 Jahre
Reiter
Der Kerl mit dem ekelhaften Dauergrinsen, dem das Reiterschwarz so verdammt gut steht? Ja, der kann schon eine Nervensäge sein, aber eigentlich ist Kalenor Vryndor einer von den Guten. Großgeworden in einer Reiterfamilie war sein erster Berufswunsch jedoch nicht, der Familientradition zu folgen, hatte ihm doch der Heilerquadrant auch zugesagt. Fand aus seiner Familie natürlich niemand so toll. Tja, aber gegen Gene kann man nicht ankommen, weshalb es kaum verwundert, dass auch der Jüngste der Vryndor-Geschwister in die Fußstapfen der Älteren trat. Nicht zuletzt seiner verstorbenen Schwester zuliebe, die bereits bei Überquerung des Viadukts den Tod fand gab er sein Bestes, sich das Schwarz der Reiter zu vedienen. Ehrgeizig wie er ist hat der 34jährige Kal, wie er von allen genannt wird, es bisher echt weit gebracht und ist nun beim Aufstieg zum 1. Offizier des Ostgeschwader Schwingenschwarm 1. Staffel. Das hat er nicht seinem Charme, sondern seinem Können, seiner Disziplin und seiner Art mit Menschen umzugehen zu verdanken. Er ist gut in dem was er macht und das weiß er auch.
Während es beruflich bergauf geht sieht sein Privatleben ziemlich mau aus. Anders als sein Bruder Zarek kann Kal noch nicht mit Frau und Kind dienen. Beides hätte er gern und es hatte vor einigen Jahren auch eine Frau in seinem Leben gegeben, aber es hatte nicht sollen sein. So tobt Kal sich weiter in den Betten verschiedener Frauen aus und hat noch nicht die Eine gefunden, mit der er sich eine gemeinsame Zukunft vorstellen kann. Und das Kind, das er sich wünscht? Naja, er hat eine Nichte, die ganz nach Vater und Onkel eifert und auf die ist er schon ziemlich stolz! Den Bund fürs Leben hat er ja sowieso schon mit einer anderen Dame geschlossen, nämlich mit seinem braunen Keulenschwanz namens Sage. Die Drachendame lässt öfter verlauten, dass sie ihren Reiter wegen seiner dummen Sprüche und dem übersteigertem Selbstbewusstsein gern mal rösten möchte. Tut sie aber nicht, denn eigentlich weiß sie ja auch, dass es sie hätte schlechter treffen können als mit ihm. Dank ihr hat sie die Siegelkraft der Schutzzaubererweiterung, ein weiterer Grund, weshalb er die Position inne hat, die er nun mal hat und weshalb er genau in der Einheit gelandet ist, dessen 1. Offizier er nun wird: Den Schutz seiner Kameraden sowohl vor Gefahren von außen, als auch Gefahren von innen, denn sein Staffelführer ist ein mächtiger Mann, der nicht immer Herr seiner Kräfte ist und Kal? Der ist quasi der Konter dazu. Dass die beiden Männer nicht nur in ihrer Siegelkraft recht verschieden sind wird sicherlich noch für die eine oder andere Spannung sorgen.
6 Ingameposts | 08.06.2025, 18:01
Militär Navarre
gespielt von Motte
33 Jahre
Reiter
Ein Leben in zweiter Reihe? Für Soren trotz seines politisch aufgeladenen Nachnamens eine bequeme Selbstverständlichkeit. Sicher, wer mit sehr viel Zeit und spitzer Aufmerksamkeit auf den Stammbaum des Königshauses von Navarre guckt, der wird die Chance bekommen, ihn in irgendeiner mindestens zweistelligen Reihe der Erbfolge zum Thron zu erblicken, darüber hinaus jedoch füttert der Anblick dieses Thalors beim besten Willen nur wenig königliche Gedanken. Stattdessen mag Soren es, im Hintergrund zu verschwinden. Wenig Aufmerksamkeit zu bekommen. Der Wind im Rücken anderer zu sein. Es ist eine bequeme Form der Anonymität, die zwar nicht ganz an Irrelevanz heranreicht, sehr wohl jedoch dieser anmutet. Denn andere besser zu machen, sie zum Erfolg zu führen und ihnen ein stützender Arm zu sein, ist das, was Soren selbst mit Zufriedenheit erfüllt. Ruhm, Ehre, Achtung? Worte, die keine echte Bedeutung für ihn haben. Sicher, ein gewisser Stolz ist da schon - dieser verlangt jedoch nicht nach der Bestätigung anderer. Nicht zumindest in den meisten Fällen. Stattdessen kennt man Soren als den, der sich darum kümmert, dass es läuft. Der, der die Weichen stellt, damit andere brillieren können. Und als der, der auch ohne den Druck seines Nachnamens seine persönlichen Ziele zu verwirklichen weiß. Im Norden, wo Soren sieben Jahre als stellvertretende Staffelführung diente und glänzte, schätzt man den Königsneffen für sein ruhiges Gemüt, sein bodenständiges Denken und seinen unproblematischen Charakter. Man kennt ihn als einen Mann, der die Dinge dort anpackt, wo sie erledigt werden müssen. Der ohne jedes Ego seine persönlichen Befindlichkeiten für das gemeinsame Wohl zurückstellt. Und der immer zufrieden mit jener Aufgabe war, die man ihm im Nordgeschwader anvertraut hatte. Bis da dieser Befehl von ganz oben kam. Die dringliche Forderung der Krone, Soren mit sofortiger Wirkung und neuem Aufgabenbereich nach Athebyne zu versetzen. In den Süden. Mit dem etwas zu großen Titel des frisch ernannten, stellvertretenden Schwarmführers. Ein Karrieresprung, der in dieser Form ungehört, ja, sicherlich auch ungerechtfertigt ist. Und der Soren allein auf Grund der eigentlichen Befehlsketten mehr Hindernisse als Chancen in den Weg legt. Denn eine stellvertretende Schwarmführung, die nicht vom Schwarmführer selbst auserwählt wurde? Von einem Soldaten, der in seiner Karriere noch nicht mal eine Staffel persönlich angeführt hat? Nun, was die Krone fordert, dass bekommt sie. Auch von Soren, der diesen Posten nicht nur niemals wollte, sondern nun auch mit Zweifeln und Skepsis von Seiten seines zukünftigen Kommandos und eines etwas speziellen Schwarmführers zu kämpfen hat.
7 Ingameposts | 23.03.2025, 12:05
Militär Navarre
gespielt von Mimi
21 Jahre
Reiterin
Fayah Shiobhan Nixon ist ein Einzelkind - zumindest wuchs sie 22 Jahre in diesem Wissen auf. Geboren und aufgewachsen im Küstendorf Penrith wurde sie von einer Schankfrau und einem Fischer erzogen. Dass Calvin nicht ihr leiblicher Vater war wusste Fay - wie man sie meist nennt - schon immer, dennoch war er der Mann, der ihr seit ihrem zweiten Lebensjahr Liebe, Geborgenheit und allerlei Wissen über die Fischerei beibrachte. Daher war sein Verlust, als sein Fischerboot in einen starken Sturm geriet und dabei kenterte enorm schmerzlich für die damals Dreizehnjährige, deren Augen selbst so blau sind wie die See. So hatte Calvin sie immer beschrieben. Er war von ihren Eltern immer der Besonnenere, Ruhigere, während ihre Mum Elaine aufgeweckt, gesellig und fröhlich war. Mit ihr verband sie ein sehr enges Band, und eindeutig hat Fay ihre Sturköpfigkeit von ihrer Mutter geerbt. Oder den Drang zur Gemeinschaftlichkeit und Zusammenhalt, denn nach dem Tod ihres Dads gab es nur noch die beiden Frauen. Ihre Mutter verlor sie bei einem Brand in der Schenke, in der Elaine arbeitete. Ein betrunkener Mann hatte während eines Streits mit einem Anderen eine Laterne unbemerkt umgerissen und dabei die Schenke in Brand gesetzt. Das Feuer hatte sich zu schnell verbreitet und Elaine eingeschlossen. Als wäre das nicht schon tragisch genug geschah genau das zu Beginn von Fays Rookie-Zeit in Basgiath. So wurde also ihre Freude darüber, endlich ihre Mum wieder zu sehen und ihr zu schreiben damit zerstört, dass man ihr ihre Todesnachricht überbrachte. Nicht einmal verabschieden hatte sie sich können, etwas, was sich die Reiterin, die mittlerweile als Junior im 1. Geschwader, Klauenschwarm, 3. Staffel ihre Ausbildung im Basgiath War College absolviert, bis heute nicht verzeiht. Ihre Mum war nie glücklich darüber gewesen, dass ihre Tochter Reiterin werden wollte. Ob es sie an den Mann erinnerte, der ebenfalls Reiter gewesen war und mit dem sie Fay gezeugt hatte? Mehr als das weiß sie selbst nicht über ihren Erzeuger, einen Namen hatte ihre Mutter nie genannt.
In ihrer ist sie jemand, der sich wünscht, dass dort mehr Zusammenhalt herrscht und wird dafür von nicht wenigen Leuten belächelt und nicht ernst genommen. Ansonsten versucht Fay tapfer, ihre Mutter und ihren Vater stolz zu machen und der Mensch zu bleiben, zu dem sie erzogen wurde. Dass das nicht immer klappt und Fay öfter ihren eigenen Ansprüchen nicht gerecht werden kann wurmt sie sehr, dennoch will sie sich nicht von dem College zu einer gefühllosen Kampfmaschine ohne Skrupel verbiegen lassen und immerhin das klappt bisher ganz gut! Auch dafür wird sie belächelt und als weich bezeichnet, doch das ist ihr tatsächlich egal. Sie träumt eben davon, dass sie als Reiter etwas bewirken und die Welt sicherer und besser machen können und sie glaubt auch an die große Liebe, die sie aber bisher noch nicht getroffen hat. Allein fühlt sie sich dadurch aber nicht, immerhin hat sie sich an Thara gebunden, die alte Drachendame, die für Fay Mutter, Großmutter und beste Freundin in einem ist. Zumindest, was Strenge angeht. Thara tritt Fay regelmäßig mental in den Arsch, erinnert sie gern daran, dass sie keine Jammertante gebunden hat und bestärkt Fayah darin, ihre Grenzen immer wieder zu erweitern. Gegenseitige Liebe? Naja, vermutlich ist das zu hoch gegriffen, doch Fay liebt Thara, ganz gleich, dass Thara ihre Reiterin manchmal lediglich toleriert, manchmal unheimlich lästig findet und doch mehr und mehr auch eine nette Seite von sich zeigt. Immerhin ist die Grüne nicht das Monster, welche andere ihrer Art durchaus sein können.
15 Ingameposts | 23.03.2025, 13:55
Basgiath War College
gespielt von Miri
20 Jahre
Reiter
Du stehst Oben vorm Viadukt und das erste woran du denkst, ist: keiner meiner Brüder hier, der irgendwas nach mir wirft, womit es ganz anders als auf dem Holzbalken Zuhause ist. Und dann: ganz schön windig hier. Nicht deine Schwester, Huckepack, die tut als wäre sie ein Rucksack. Nichts, nichts wie Zuhause, bevor sowieso alles für immer ganz anders ist. Hinter dir schreit jemand, fällt, du schaust nicht zurück. Kein Wind, kein Schrei, kein schneller Herzschlag (deiner und der von anderen) kann dich aus dem Gleichgewicht bringen.
Tief durchatmen, dann weiter. Du bist ganz bei dir, immer. Tief durchatmen. Füße, die barfuß über den Fenstersims baumeln, wenn du träumst. Von der Person, die du bist, wenn. Der Person, die du wirst, wenn — Und dann bist du Reiter, fast. So gut wie, sehr dicht dran. Und das wenn, das sollte jetzt eigentlich beantwortet sein. Zumindest hast du gedacht, dass du auf der Trainingsmatte und den Fluren Antworten findest, mehr als Zuhause. Du verlierst die naive Hoffnung auf Antworten als Erstes, traust dich später nichtmal auszusprechen, dass du gedacht hast es wäre so einfach. Über das Viadukt und dann — Zack: Erkenntnis. Ich bin alles und vielleicht auch ein bisschen nichts. Stattdessen bist du immer noch eine Menge vielleicht und ein großes Fragezeichen. Statt irgendetwas zu finden, musst du erst einmal eine Menge aufgeben. Die Antworten auf Fragen. Die langen Haare als dir der Stolz auf der Matte im Weg steht. Alles ab, nachdem der Griff deines Gegenübers dir Überlegenheit und vor allem den sicheren Stand auf der Matte kostet. Das Gesicht im Spiegel jeden Tag ein bisschen fremder als vorher. Und wenn du nur ein bisschen genauer hinsehen würdest, würdest du merken wie du endlich in dich hinein wächst. Fragst dich mehr als einmal was die anderen bei all dem sehen. Harte Schale, harter — Würdest gerne sagen, dass da nicht der Stolz, die Arroganz im Weg ist. Nur du selber, der sich’s schwer macht Verbindungen aufzubauen, selbst wenn’s genau das ist, was du willst. Mehr gemeinsame Erinnerungen, mehr Gesichter, die nur deinetwegen in deinem Leben sind, mehr — von allem, was auch immer das (noch) bedeuten mag.
46 Ingameposts | 23.03.2025, 12:12
Basgiath War College
gespielt von Alex
30 Jahre
Diplomatin
Komtess Vilma Alvoryn ist in der Grafschaft Faldorn in der Provinz Tyrrendor aufgewachsen und die ältere Schwester des jungen Grafen Kaspars Alvoryn. Von ihrer Familie und sehr engen Freunden wird sie Lilija genannt – benannt nach ihrer verstorbenen Großmutter väterlicherseits – und selbst empfindet sie „Komtess Vilma“ eher als einen Namen für die Öffentlichkeit. Mit ihren 27 Jahren hat sie bereits viel durchgemacht und geleistet. Innerhalb der Familie zählt sie zu den einflussreichsten Personen. Während ihr jüngerer Bruder nach dem Tod ihres Vaters vor fünf Jahren noch immer mit seiner neuen Rolle ringt, scheute Vilma sich nicht, alles dafür zu tun, dass Kaspars die Grafschaft trotz der Rebellion und zahlreicher Neubesetzungen behalten konnte.
Vor allem in den ersten Jahren nach dem Tod ihres Vaters übernahm Vilma das Ruder der Familie und sicherte deren Fortbestand sowie ihren politischen Einfluss. In letzter Zeit merkt man jedoch, dass Kaspars zunehmend bereit ist, Entscheidungen eigenständig zu treffen, ohne vorher ihren Rat einzuholen. Das führt immer wieder zu Spannungen in der Familiendynamik. Ein Glück, dass Vilma bereits seit drei Jahren in Nymrith am Herzogshof als Vertreterin ihres Bruders die Interessen der Grafschaft vertritt und deshalb nur noch selten ihre Heimat besucht. Hier in Nymrith hat sie sich inzwischen ein neues Leben aufgebaut. Die Interessen ihrer Familie standen für sie stets an erster Stelle, und trotz aller Differenzen scheint sich daran wohl auch in Zukunft nichts zu ändern. Offiziell war die Familie Alvoryn nicht an der Rebellion beteiligt, und der Tod ihres Vaters gilt als tragisches, ungeplantes Opfer des Brandes von Aretia. Was jedoch niemand weiß: Der verstorbene Graf Alvoryn hatte durchaus Kenntnis von gewissen Rebellionsplänen, entschied sich jedoch bewusst dagegen, sich diesen anzuschließen. Seine Kinder wissen nichts von diesen Details; ihr Vater hatte sie darüber im Dunkeln gelassen. Auch wenn sie nach dem Tod ihres Vaters formal an erster Stelle der Nachfolge rückte, betrachtet Vilma sich selbst nicht als Nachfolgerin ihres Bruders. Sie geht vielmehr davon aus, dass Kaspars eines Tages heiraten und eines seiner Kinder den Titel erben wird. Gleichzeitig verspürt sie jedoch eine innere Diskrepanz gegenüber den Traditionen des Landes, was die Erbfolge betrifft — ein Gefühl, das vor allem darin begründet liegt, dass Kaspars zu Beginn seiner Amtszeit oft ihren Weisungen folgte und ihr Vater ihr zu Lebzeiten stets das Gefühl gegeben hatte, sie sei sein Lieblingskind, dessen Gesellschaft ihm am liebsten war.
13 Ingameposts | 15.04.2025, 21:00
Zivil Navarre
gespielt von Jella
22 Jahre
Reiterin
Auf deinem Schreibtisch steht eine verzierte hölzerne Box. Du glaubst die Form deiner Finger im Muster zu erkennen, über das du immer und immer wieder gestrichen hast. Es ist das Einzige, was du aus dem Leben davor behalten hast. Konntest nicht dabei zusehen, wie das Feuer sie dir nimmt. Kannst heute nur schwer dabei zusehen, wie sich die Ballerina aus der Box erhebt, wenn du den Deckel öffnest. Diese Box ist klein, klein genug, dass du sie in den Rucksack gesteckt hast, den du wie alle Kinder der Rebellion über das Viadukt tragen musstest. Du hättest dir als junges Mädchen niemals vorstellen können, dass du die Entscheidung, die keine war, selbst mit Wahl getroffen hättest. Du hättest dich nicht in Schwarz, sondern in rosafarbenem Tüll gesehen. Da ist ein leichtes Zittern in deinen Fingern, als du vorsichtig den Deckel anhebst und dabei zusiehst, wie die Figur sich hebt. Du hast nicht gemerkt, dass du den Atem anhältst, aber dort ist ein Automatismus in der Art und Weise wie du nach der kleinen Kurbel greifst und sie zwei Mal drehst. Musik ertönt. Und irgendwie bist du gleichzeitig zwei Versionen von dir selbst, während dein Blick sich auf die schmale Figur legt.
Yvora Cosgrave. Warst fünf Jahre, als du dich auf dem harten Polster eines viel zu großen Stuhls nach vorne gebeugt hast, um zwischen den großen Gestalten vor dir hindurch zur Bühne sehen zu können. Hast den Atem angehalten, als sich die Ballerina auf der Bühne vom Boden abstieß und in die Lüfte erhob. Du warst dir sicher, du hast in deinem Leben nie mehr etwas so Elegantes gesehen. Dein Blick hing auf jeder Bewegung der Tänzerinnen und Tänzer. In deinem Herz wuchs der Wunsch zu sein wie sie. Damals dachtest du sie wären frei. Damals dachtest du, jemand der so schön und elegant und von dem Publikum bewundert ist, kann nicht gefangen sein. Als du es nach dem Auftritt deiner Mutter sagtest, sah sie nur irritiert auf dich herab. Das sei nicht deine Rolle. Deine Aufgabe sei nicht auf Bühnen zu glänzen, sondern neben ihnen nicht negativ aufzufallen. Aber sie sahen in deinem Interesse eine Möglichkeit deine Energie umzuleiten, also bezahlten sie dir Stunden. Die Lehrerin presste dich in eine Form. Ihr Blick glitt abschätzig über deine zu kurzen Beine. Monierte, wenn du zu viel gegessen hattest. Deine Eltern nannten es eine Freizeitbeschäftigung und deine Lehrerin murmelte etwas von hoffnungslos. Also wurde dein Wunsch stumm, aber er starb nicht. Du hieltst in der Mitte deines Herzens fest, flüstertest ihn erst Jahre später noch einmal deinem besten Freund zu, als ihr auf der Wiese vor seinem Haus in den Himmel seht. Er ist der erste, der an dich glaubt. Er ist der, der deinen nächsten Geburtstag mit der Musikbox vor dir steht. Tränen steigen dir in die Augen und du schluckst die herunter. Du versteckst die Box in deinem Zimmer, sowie du deinen Traum versteckst. Aber er bleibt. Als deine Welt in Flammen aufgeht, ist es die Box, nach der du als erstes greifst. Dein Traum stirbt leise, während der Rest Aretias laut in Trümmer auseinanderbricht. Und trotzdem hältst du dich an dem Holz fest. Nicht am Traum, aber an der Erinnerung. Yvora Varkaz. In dem Haus, in welches du ziehen musst, hallt Lachen von den Wänden. Es ist warm und du verstehst es nicht. Du verstehst nicht, warum der Blick, der sich auf dich legt, nicht von dem Hass getragen wird, der Ruinen zurückgelassen hat. Hass, der in dem Blick deiner Eltern schwamm, wann immer sie vom Rest des Landes gesprochen haben. Du weißt, dass deine Eltern dich nicht gehasst haben, aber in der Stille eures Hauses warst du eher lästig als erwünscht. Deine Meinung war nicht wichtig, ihre aber schon. Die Erinnerungen – sie brennen auf deiner Haut, wann immer du den Blick senkst, aber die Varkaz‘ tun’s nicht. Sie sehen in dein Gesicht nicht auf die schwarzen Linien. Und irgendwann erkennst du, dass sie versuchen dich zu sehen, anstatt dem, was du nicht sein darfst. Brauchst drei Monate, um das erste Mal mitzulachen, als am Tisch jemand einen Witz machst. Brauchst sechs Monate, um anstatt der Höflichkeitsfloskeln etwas zu sagen, was dir durch den Kopf geht und was du sonst immer zurückgehalten hast. Und trotzdem hältst du den Atem an, nachdem du’s getan hast, weil du Angst hast, dass Stille ausbricht. Tut’s nicht. Du lernst mit ihnen zu reden. Lernst all das, was du beobachtest hast, auch selbst kennen. Irgendwann fühlt’s sich fast an, als wärst du Teil davon und der Traum in deinem Herzen wird ein anderer. Erzählst ihnen von deinem alten Traum und bekommst wieder Ballettstunden. Und du merkst, dass es nie ums Tanzen ging, sondern immer nur darum, dass jemand hinsieht. Dich sieht, anstatt nur an dir vorbei. Ist irgendwann kein falscher Stolz mehr, der deine Schultern durchstreckt, sondern echter. Ist Wärme, die durch deinen Blick wandert, wie es Schälchen beim Essen tun. Alle anderen haben am Tag der Rebellion etwas verloren und du? Du hast etwas gewonnen, was in dein Herz einzieht und von einem Traum spricht, den du nie wusstest, dass du ihn hattest. Du hast vielleicht keine Wahl, wenn’s darum geht, dass du nach deinem 20. Geburtstag über das Viadukt musst. Aber du hast eine Wahl, als sie dich fragen, ob du auch ganz offiziell Teil der Familie sein willst. Du hast eine Wahl, als sie fragen, was dir Spaß macht. Du hast eine Wahl. Und du würdest dich immer wieder für die Varkaz entscheiden. Deswegen glaubst du, du kannst dich nur gegen dein vorheriges Leben entscheiden. Du kannst nicht beides sein. Und doch bist du’s. Träumerin und Tänzerin und Reiterin.
3 Ingameposts | 23.12.2025, 19:34
Basgiath War College
gespielt von Jella
32 Jahre
Reiter
01. Oktober 633
Wer bin ich? Wer bin ich? Früher wollte ich immer alles reparieren. Dinge wie das liebste Spielzeug meiner kleinen Schwester, aber auch schwere Herzen, wenn mein Vater wieder gegangen ist. Wollte es leichter machen, anstatt schwerer. Ich glaube das will ich immer noch. Aber an manchen Tagen fühle ich mich heute selbst so schwer, dass ich nichts mehr nehmen oder geben kann. Fyon Eadhan. Reiter. Heilmacher. Großer Bruder. Irgendwann werde ich alles davon wieder besser sein.
20 Ingameposts | 22.06.2025, 11:46
Militär Navarre
gespielt von alice
20 Jahre
Reiter
„Sag mal, bist du dumm?“ — und deine Antwort ist ‘ne hochgezogene Braue und drei Fragezeichen auf dem Kopf; das in der Mitte tanzt und dreht sich. Aber nein, du bist natürlich nicht dumm. Deswegen wischt du jeden Zweifel daran auch mit ’nem Schulterzucken und einem breiten Grinsen weg. Etwas zeitverzögert vielleicht, aber was soll’s. Du bist nicht dumm und wer deine (ekelhafte) Sorglosigkeit und diese lockere, entspannte Art damit verwechselt und denkt, du denkst nicht nach (denn das tust du, wenn’s sich lohnt), der ist halt selber dumm. So.
Hast halt kein Problem damit, dass man dir ansieht, anmerkt, dass das Schlimmste, was dir bisher in deinem Leben passiert ist, deine große Schwester ist, die dir den Nachtisch vom Löffel klaut. Kein Familiendrama (wenn man von Oma absieht, die sich mit über 70 in einen Reiter verguckt, der fünfundzwanzig Jahre jünger ist und besser aussieht, als ihr Sohn (ja, der Fakt mit der Optik hat am Abendesstisch schon zu verdammt vielen Diskussionen geführt, nicht etwa der Fakt mit dem Altersunterschied)), keine hässliche Vergangenheit, kein Dreck, den man da irgendwo noch stecken hat. Dir ging es immer gut. Du wächst unbeschwert auf und du wirst geliebt, hey, wer kann das heut schon noch von sich behaupten? Dein Vater war Reiter, wird aber frühzeitig ehrenhaft entlassen, weil man mit einer Hand (und etwas Übung) zwar noch super Pancakes machen, aber nicht so super Drachen reiten, Schwerter schwingen und Wind beschwören kann. Aber ganz ehrlich? Deiner Familie hat’s gut getan. Papa war die letzten zehn Jahre immer da. Mama eh. Und mit einer Hand (und der Hilfe von ein paar Freunden) kann man den Kindern sogar ‘ne Nachbildung vom Viadukt in den Garten bauen: genauso breit, nur halb so lang und ja, schon klar, schon klar, natürlich nur ’nen guten Meter hoch. Aber! immerhin. Geholfen hat’s auf jeden Fall. Zumindest hast du schon vor fünf Jahren unzählige Räder drauf geschlagen, hast einen Salto nach dem nächsten gemacht, bist ihn blind gelaufen, barfuß, bei Sonne, im Regen, nachts oder morgens, zwei Minuten nach dem aufwachen, bist nie wirklich gefallen. Das zeichnet dich aus — du bist wie ‘ne Katze, sieben Leben und du landest immer auf den Füßen. Darüber hinaus? Du bist unheimlich kommunikativ, du tanzt am liebsten auf fünf Hochzeiten gleichzeitig (wobei du dich schon mal verzetteln kannst), du magst Menschen (ewww), nicht alle, aber viele (aber wenn du jemanden nicht magst, dann tust du das aus vollstem Herzen und dein Herz ist ziemlich groß), bist einer von diesen social butterflies; dein Lachen ist ansteckend, deine Leichtigkeit auch. Grund genug, warum andere gern in deiner Nähe sind. Außerdem kannst du nicht nur gut reden, sondern genauso gut zuhören, nur stillsitzen, daran arbeitest du noch. Oh und du liebst Drama, aber nur das von anderen. Mit dir kann man super lästern, über dich sicher auch. Und ja, richtig gemerkt, du hast die Frage am Anfang nicht mit einem „Nein“ beantwortet.
44 Ingameposts | 23.03.2025, 12:09
Basgiath War College
gespielt von Josi
35 Jahre
Reiter
Träumer. Ein Leben in einem Wort, ein Mensch, beschrieben, erkannt in seinem tiefsten Herzen. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, gemalt in sanften, hellen Farben und leisen Tönen. Seine Träume waren so klein und doch für ihn das Größte, die schönste Vorstellung und doch zu viel verlangt um in Erfüllung zu gehen. Träume, noch immer vorhanden und doch tief vergraben. Träume, still und leise in seinem Herzen, in seinen Nächten, nicht im Schlaf, aber im Wachsein, wenn er den Blick in einer klaren Nacht auf die Sterne richtet, den hellen, vollen Mond und sich fragt, ob andere Augen auch in dieses sanfte Licht blicken. Träume, die Wünschen, Sehnsüchten gleichen, aber nicht Hoffnungen, weil die lange begraben sind. Die Vorstellung an ein wunderschönes Leben in einem kleinen Haus am Meer an der Küste des arktischen Ozeans. Ein kleines Haus, voller Bücher, voller Lachen, voller Sonnenschein, in seinen Träumen in denen er das grelle Licht des Tages noch zu ertragen vermochte, die Wärme nicht zu viel war, sondern gerade genug. Träume von ihr, mit ihr, von einem gemeinsamen Leben. Träume, die Visionen gewichen sind.Vergangenheit in die es kein zurück zu geben scheint, ausgeträumt. Farben die verblassen, Töne die verklingen, tief eingeschlossen im Inneren, begraben. Kühl die Gegenwart, erfüllt von Pflicht und Dienst und selbstgewählter Einsamkeit, weil die Zukunft nichts mehr zeichnet als den Tod. Dunkler Schleier, der sich über jedes Gesicht legt in das er blickt, Visionen von schwarz und weiß und rot, der Lärm von Schlachten und Schreien und das Wehklagen jener, die am Ende zurückbleiben. Zu selten, zu wenig Frieden, zu selten hohes Alter und sanftes Einschlafen, zu viel Schmerz, zu viel Gewalt. Ungleichgewicht, in den Visionen, im Herzen, welches sucht sich zu verschließen, verstecke, festzuhalten, was ihm aus den Händen gleitet. Wut, Enttäuschung, Eifersucht. Vermissen. Sehnen. Weil jeder glücklich werden kann, aber nicht alle. Nie Alle. Nicht er. Vielleicht sie. Er hofft, sie. So lange nicht gesehen, außer in jeder Nacht, in wenigen Träumen, in zu vielen Visionen. Nie vergessen. Nie einen Tag nicht an sie gedacht, nie einen Tag sich selbst nicht verflucht und jeden einzelnen Gott dazu, trotzdem fast zu beten versucht, für diese eine Gnade, ihren Tod nicht mehr sehen zu müssen. Bereut, einen Anderen so viele Jahre hinterfragt zu haben. Geblieben, eingebrannt, das Bild der toten Augen seiner Mutter, die Tränen seiner Schwester, die Frage nach dem Warum. Warum? Die Frage nach dem Wie. Wie? Wer? Die Frage wer es getan hat und eine Ahnung, aber nie eine Antwort, nie ein Beweis. Ein ungeklärter Tod, diese Fragen unbeantwortet, diese Erlösung nie gefunden, nur andere Antworten bekommen auf zu viele Fragen die er nie gestellt hat. Zu viele Tode, die er nie hätte sehen wollen und doch nicht weg sehen kann. Kein Träumer mehr. Seher. Kein Gelehrter mehr, kein Künstler mehr, kein Schreiber, Reiter. Kein pastellbunt. Schwarz.
14 Ingameposts | 12.04.2025, 12:32
Militär Navarre
gespielt von Keks
55 Jahre
Diplomat
Manche werden geboren, um zu herrschen und andere, um beherrscht zu werden. Atharion Fendyr ist einer von jenen, die geboren wurden, um beherrscht zu werden. Durch seine Adern und durch die seiner Familie fließt kein herrschaftliches Blut. Sie waren nie Könige, keine Herzoge, nicht einmal einem simplen Adelsgeschlecht, dem seine Familie entsprungen ist. Obwohl sie durchaus ein gewisses Ansehen und auch Reichtum besaßen und noch immer besitzen, waren sie eben nie die Adeligen. Ein Teil des einfachen Volkes, nicht mehr und nicht weniger.
Zwar machte Atharion Karriere am Königshof, doch es ging ihm niemals um die Mehrung seiner eigenen Macht dort. Seinem König ist er loyal ergeben und schon lange einer von dessen wichtigsten Vertrauten, wenn es um das Wissen um die Veneni geht. Er hütet diese Geheimnisse und seine Loyalität gegenüber dem König blieb auch, als Atharion und seine Frau Shahar vor fünf Jahren mit Tyrrendor belehnt wurden und er sich seitdem Herzog nennt. Für ihn ganz und gar kein sozialer Aufstieg, denn diesen hatte er niemals angestrebt und vielleicht war dies auch der Grund, dass ihm und seiner Frau diese Aufgabe zugeteilt wurde. Es ist ihre gemeinsame Aufgabe, die aufflammenden Glutnester der Rebellion zu ersticken, seine ist es, Geheimnisse zu hüten, die er nicht einmal mit seiner geliebten Frau teilen kann. Er wollte nie herrschen, genauso wenig wie er mit den Entscheidungen anderer regieren wollte. Auch wenn seine Loyalität ungebrochen seinem König gehört und er die Geheimnisse niemals verraten würde - nicht einmal seiner Frau gegenüber - würde sich der 55 Jährige ein ‘normales’ Leben wünschen. Seine Karriere war ihm niemals so wichtig wie seine Frau und seine Kinder, die für ihn das größte Glück im Leben sind. Der eigentlich freundliche und warmherzige Mann wäre lieber einfach nur ein Vater für seine Kinder, als ein Herzog. Noch ist seine Loyalität trotz allem ungebrochen, aber manche Schatten lassen einen nie mehr ganz los.
15 Ingameposts | 31.03.2025, 17:32
Zivil Navarre
gespielt von Keks
28 Jahre
Reiter
Als Kind wuchs Abb in Armut auf und natürlich hat ihn das damalige Leben sehr geprägt, doch er hatte etwas, was für ihn viel kostbarer gewesen ist, als jede Münze in der Hand: Eine liebevolle Familie, die trotz der schmerzhaften Verluste, die sie alle erleben mussten, zusammen standen und sich gegenseitig Halt und Stütze waren.
Der große Traum ist es immer gewesen dem großen Bruder nachzueifern, der sich einen Namen als Reiter gemacht hatte, bis das Schicksal erneut zuschlug und es ein weiteres Grab in der Heimat gab, dass den Namen eines Mitglieds von ihnen trug. So kalt und hart das Leben für Abb wurde, als auch der Vater starb und er die geliebte Heimat verlassen musste, er selbst wurde es nie. Es ist so leicht den Draufgänger in ihm zu sehen, der sein eigenes Leben riskiert, weil es nichts mehr gibt, was er verlieren könnte. Den Jungen, der bis heute nicht in der Lage ist eine Mahlzeit in Ruhe zu sich zu nehmen, der durch das Leben im Waisenhaus und später auf der Straße geprägt wurde und wo jede Mahlzeit ein Kampf ums Überleben war. Ihm ist in seinem Leben nie etwas geschenkt worden, was materiellen Wert besaß. Alles, was er bekommen hatte, war Liebe und ein Gefühl von Zugehörigkeit. Natürlich war es schmerzhaft, als ihm auch dies letztlich noch genommen wurde und die kalte Welt seine Heimat wurde, in der ein Straßenjunge keine Bedeutung oder Beachtung fand. Zu schnell musste er lernen, sich mit Fäusten zu wehren und sich durchs Leben zu beißen. Es wunderte wohl kaum einen, dass er stärker als viele andere seines Jahrganges waren, weil der Kampf sein Leben bestimmt hatte. Sein Überleben gesichert hatte. Und gleichzeitig war es der düster drein wirkende Junge, der sich einen Namen als der Sanftmütige machte. Der keinen anderen Kadetten von der Brücke stieß um einen Vorteil zu erlangen, ganz im Gegenteil. Der seine Hand ausstreckte um ein junges Mädchen vor dem Tod zu bewahren. Das Gute war noch immer in seinem Herzen geblieben, als er ihr das Mantra seiner Familie ins Ohr flüsterte: “Wir schaffen das.” Seine Familie hatte er verloren, doch nie die Hoffnung und er baute sich eine neue, eigene Familie auf, die aus Freunden bestand. Anders und doch der Zusammenhalt und die Liebe, die ihn die ersten Jahre seines Lebens begleitet hatten. Und das ewig weitergegebene Mantra: Wir schaffen das. Wir! Weil wir gemeinsam stark sind, weil wir eine Familie sind, weil wir Reiter sind. Die selbst gewählte Familie, die er mit seinem Leben beschützt. Der mit seinem Drachen Bee in kurzer Zeit ein eingespieltes Team wurde, sich ergänzen mit strategischen Denken von Bee und furchtlosen Manövern von Abb. Als Kind wollte er ein Held werden. Heute, will er nicht vergessen, woher er kommt und wer er ist.
14 Ingameposts | 14.04.2025, 20:37
Militär Navarre
gespielt von Rieke
22 Jahre
Reiter
Man munkelt, ob er eigentlich schon immer so war; denkt, der Verlust seiner Familie hätte ihn so distanziert werden lassen, so zynisch, schwarzmalerisch. Weil man sich eben kaum vorstellen konnte, dass ein Junge mit 14 oder 15 Jahren bereits so wäre. Nur war Fin eben genau das. Wirkte schon immer desinteressiert und als würde er dem Leben nicht viel abverlangen, nicht viel erwarten und noch weniger anstreben. Dabei sah er einfach nie ein Problem damit, ein einfaches Leben zu führen, ohne unnötige Strapazen oder Risiken, die einem jeden Tag das Leben kosten könnten. Noch nie hatte er verstanden, was andere daran so reizte oder wieso ihnen manche Angelegenheiten so wichtig waren. Bei ihm waren das die wenigsten Dinge.
Dabei könnte man meinen, ausgerechnet er müsste es verstehen, wo seine Eltern doch zuhause beinahe täglich Predigten für ihn hielten, dass er alt genug wäre, sich zu beteiligen und die Rebellion ernst zu nehmen. Dass sie notwendig war. Etwas, was Fin nicht einmal unbedingt bestreiten würde. Den Sinn dahinter sah er, die Logik. Da war nur kein Reiz, sich all dem anzuschließen und sein Leben zu riskieren. Wieso das, was man hatte, noch bewusst verkürzen wollen? Vor allem, wo es ihn doch gar nicht schlecht erwischt hatte. Eltern – auch wenn sein Dad nur sein Stiefvater war, doch wo zog man eigentlich den Unterschied? Klar, man stritt sich mal, aber er wurde immer anerkannt, hatte sogar als Kleinkind dessen Nachnamen bekommen – eine jüngere Schwester, ein Haus in einem kleinen Dorf. Es hätte alles friedlich sein können. Kein Drama, kein Stress, kein Grund, sich zu engagieren. Desinteressiert. Direkt in seiner Meinung, aber dennoch nicht bereit, sich auf Diskussionen einzulassen. Sollte man ihn doch feige oder naiv nennen, wenn er Befehlen folgte, selbst wenn er etwas anders sah. War das denn sein Leben wert? Er hasste den Moment, als ihm klar wurde, dass er Reiter werden musste – es zumindest versuchen – mehr, als den Moment, in dem er der Hinrichtung seiner Eltern zusah. Für seine Psyche sprach das sicher für den einen oder anderen Außenstehenden Bände, doch das war eben genau das Risiko, von dem seine Mutter immer gesprochen hatte. Und sie hat verloren. Jetzt war er dran im Spiel. Aber er wollte gewinnen. Und gewinnen hieß überleben. Selbst wenn es ein endloser Kreis wäre, weil er eigentlich nie gewinnen würde, wenn er doch nie Reiter hatte werden wollen. Aber dem ganzen vorsätzlich ein Ende machen? Vielleicht war er doch feige. Aber wer hatte keine Angst zu sterben? Nur Idioten, seiner Meinung nach. Wie schnell sowas gehen könnte, ruft ihm das Mal an seinem linken Arm täglich ins Gedächtnis. Ein Leben, dass er nicht vorgesehen hatte, das er aber auch nicht einfach beenden konnte, weil sein Kopf sagte, aus Prinzip müsste er den Leuten jetzt zeigen, dass es nicht so leicht war. Dabei war der Tod unvermeidlich. Eine Art, die nicht bei jedem gut ankommt. Glücklicherweise war es nie sein Ziel, bei allen beliebt zu sein. Er überlebte, einen Tag nach dem anderen. ‘Ja, Sir’, ‘Nein, Sir’, Unterricht und Trainings. Wirklich nichts, was er sich ausgesucht hätte, aber so sah es seit nunmehr über zwei Jahren aus.
55 Ingameposts | 10.04.2025, 18:03
Basgiath War College
gespielt von Rieke
32 Jahre
Reiterin
Wer hoch fliegt, fällt tief und nicht immer kann man aufgefangen werden. Ein Risiko von vielen, die die aufgeschlossene junge Frau schon immer gern einging, ohne sich über Konsequenzen und schlechte Ausgänge Gedanken zu machen. Dabei war es nicht der Drang, das Leben so zu gestalten, wie man wollte, weil man nur eines hatte. Nicht die Leichtigkeit, an blindem Optimismus festzuhalten, weil schon nichts schiefgehen würde. Es war das Gefühl in ihr dass ihr sagte Diesen Schritt musst du noch gehen. – Und dann? – Dann schaust du, was passiert. Einen Schritt nach dem anderen und nicht selten einen Schritt zu weit. Über die gezogenen Grenzen hinweg, in einen Bereich, in dem Konsequenzen auf sie warteten. Schrammen, Blut, Tränen, Schweiß, einen atemlosen Moment, Sprachlosigkeit, harsche Worte. Dinge, denen sie erhobenem Hauptes stellte. Schon immer. Nicht ein einziges Mal kam ihr der Gedanke, dass sie das nicht müsste, wenn sie innerhalb der gezogenen Grenzen spielte. Aber das klang nicht nach ihr, reizte sie nicht. Besser, schneller, weiter. Eine riskante Mischung aus Spontanität, Ungeduld und Leidenschaft.
Aber wenn sie den Wind im Gesicht oder den Haaren spürt, hat es sich immer gelohnt. Wenn sie sich über den Ausgang einer dummen Aktion freut und reflexartig lachen muss, weil sie nicht darüber nachdenkt, dass sie andere in Gefahr gebracht hatte. Denn der Ausgang war ein Erfolg, die Stimme hatte Recht, das Bauchgefühl. An ihrer Seite ihr Drache, dem sie seit nun doch schon einigen Jahren blind vertraute. Er wusste, dass er bei ihr nie mit etwas rechnen konnte und sie wusste, dass sie immer damit rechnen konnte, dass er spontanen Eingebungen folgte, wenn er nicht gerade selbst einem Impuls nachging. Ein Duo, dass die Welt vermutlich auch ganz versehentlich in Schutt und Asche legen könnte, ohne es zu merken, bis man mit dem Zeigefinger darauf deutete. Dabei war es nicht so, dass Vidia absichtlich Schaden anrichtete oder Leute gefährdete. Nein, das Gegenteil: Sie wollte helfen. Wie man es ihr beigebracht hatte. Kleine Gesten, unausgesprochene Dinge. Impulsive Ideen, selbst wenn sie ein deutliches Nein! gehört hatte. Sie handelte, dann trug sie die Konsequenzen. Egal wie hart, egal wie lange. Und sie wuchs daran, denn auch in diesen Situationen setzte sie sich keinen Handlungsrahmen. Sie wartete ab, was passierte. Was wäre, wenn sie schneller wäre? Was, wenn sie das, von dem Andere ihr abrieten, versuchte und es schaffte? Wie sollte sie es denn sonst herausfinden? Vidia hatte schon immer das Problem, dass sie dazu tendiert, Türen einzutreten, statt zu Klopfen. Zu oft kam sie damit davon. Zu oft hat sie sich gesagt, dass doch alles gut ist. Aber sie weiß auch, dass sie Glück hatte, weil ihr Dinge, auf die sie während ihrer Ausbildung vorbereitet wurde, noch nicht passiert waren. Manchmal, in winzigen Momenten, kaum länger als ein paar Sekunden, verglich sie Flugmanöver und Missionen mit einem Spiel, das einfach nur Spaß machte, weil man gewinnen konnte. Doch am Ende weiß sie, dass sie eine Soldatin war, keine Spielerin. Und zu gewinnen bedeutete oft das Ende für die andere Seite. Man wächst an seinen Aufgaben. Nicht immer schnell oder freiwillig, aber sie war auch nicht mehr die, die den Viadukt überquerte. Sie hatte gelernt. Aber im Kern war es einfach schwer, einem guten alten Risiko zu widerstehen.
17 Ingameposts | 23.03.2025, 12:28
Militär Navarre
gespielt von Maj
31 Jahre
Handwerkerin
Gäbe die Welt sich damit zufrieden, würde Léonide Iarun, geb. Acalon, sich nur noch mit Vor- oder Spitznamen vorstellen. Frisch nach Nymrith umgezogen, ist sie jedoch nicht, um sich selbst neu zu erfinden und ihre Vergangenheit abzustreifen. Im Gegenteil würde sie Dinge gern wieder in Ordnung bringen - ohne, dass sie umgehend in einen bestimmten Kontext gesetzt und angenommen wird, wer sie ist und was sie getan hat.
Der Nachname Iarun ist bekannt in ihrer neuen Heimat. Es ist der Nachname eines Staffelführers, der jener Einheit angehört, die nach der Rebellion und extra für die neue Hauptstadt handverlesen wurde. Es ist der Nachname eines Manns, der über 20 Jahre älter ist als Léonide - und dessen Tochter nicht nur rechnerisch sein könnte, sondern für dessen Tochter sie oftmals gehalten wird. Dabei war seine Älteste nur Léonides beste Freundin. So lange zumindest, bis sie erfahren hat und nicht verzeihen konnte, dass Vater und beste Freundin nicht nur Gefühle für einander hatten, sondern diese auch leben wollten. Der Nachname ihres Manns ist es also, der in Léonides Papieren steht. Auf einem Empfehlungsschreiben ihres bisherigen Arbeitgebers steht er beispielsweise, welches es ihr erleichtern soll, auch in Nymrith wieder Arbeit zu finden. Als Bogenmacherin will sie auch weiterhin tätig sein; hat schon vor ihrem Wehrdienst im Quadrant der Infanterie damit angefangen - und erst nach diesem feststellen können, wie froh sie darüber ist, dass die Handwerksmaterialien keine Urteile treffen, nicht abfällig flüstern können. Daheim in Lotrotum haben es allerdings genug Menschen übernommen, darüber zu spekulieren, inwiefern Léonide eine rücksichtslose Verführerin sei und die vorherige Familie ihres Manns kaputt gemacht habe. Oder wie unvernünftig es sei, einer Frau ihres Alters die Verantwortung für ein gezeichnetes Pflegekind anzuvertrauen, während ihr Mann zu beruflicher Abwesenheit gezwungen war - oder Léonide sich geweigert hätte, ihm zu folgen, weil's mit ihrer Liebe eben doch nicht so weit her sei. Dafür, dass "sich Mühe geben" oftmals nicht reicht, ist Léonides Leben ein perfektes Beispiel. Obwohl älteste Schwester konnte sie nicht immer die Große und Vernünftige sein, die beispielsweise ihrem Bruder nach Schicksalsschlägen zur Seite stand. Obwohl sie ihre große Liebe kennengelernt und geheiratet hatte, konnte sie sich dieses Glück nicht bewahren. Stattdessen hat sie gestritten, unfair, hat ihn vertrieben und Gleichgültigkeit vorgetäuscht. Obwohl verheiratete Ehefrau war sie ihrem Pflegekind mehr Schwester als Mutterersatz - und kann jetzt höchstens aus der Ferne beobachten, ob es "gereicht" hat, ob sich im ungewollten Quadranten für ihr Pflegekind nun alles zum Guten wendet. Während ihr Umzug der Versuch ist, das eigene Happy End zu suchen, Porzellan zu kitten und nicht nur ihrem Mann, sondern auch dem Bruder die Hand zu reichen. Ohne, dass die Welt - oder einfach nur einzelne Einwohner Nymrith' - zu genau zusieht.
6 Ingameposts | 18.12.2025, 22:16
Zivil Navarre
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