Codex of Flame and Fury
codex of flame and fury
Dieses Forum nutzt Cookies
Dieses Forum verwendet Cookies, um deine Login-Informationen zu speichern, wenn du registriert bist, und deinen letzten Besuch, wenn du es nicht bist. Cookies sind kleine Textdokumente, die auf deinem Computer gespeichert sind; Die von diesem Forum gesetzten Cookies düfen nur auf dieser Website verwendet werden und stellen kein Sicherheitsrisiko dar. Cookies auf diesem Forum speichern auch die spezifischen Themen, die du gelesen hast und wann du zum letzten Mal gelesen hast. Bitte bestätige, ob du diese Cookies akzeptierst oder ablehnst.

Ein Cookie wird in deinem Browser unabhängig von der Wahl gespeichert, um zu verhindern, dass dir diese Frage erneut gestellt wird. Du kannst deine Cookie-Einstellungen jederzeit über den Link in der Fußzeile ändern.

Charakterliste
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
gespielt von alice
23 Jahre
Reiter
Vaelor (Vaelor, [ˈvaːlɔr], abgl. valor, n.)
bed. Tapferkeit, Heldenmut oder auch Mut, Beherztheit, Kampfesmut
Name einer einst höchst angesehenen Militärfamilie, die über mehrere Jahrhunderte hinweg hohe Rän —

Ganz ehrlich? Scheiß drauf.
Du weißt, was dein Name bedeutet. Du kennst deine Geschichte. Du weißt, dass dein Urgroßvater viel zu früh gefallen ist und dass weder Name noch Rang noch Siegelkraft noch irgendwas den Sturz abgefedert hat. Der Fluch (schon klar, es ist nicht wirklich ein Fluch, aber’s wirkt wie einer), der seitdem auf deiner Familie liegt, hat in dir seinen Endgegner gefunden. So sagt und will es zumindest dein Vater und so ist es auch.

Du bist der geborene Anführer, du ordnest dich unter (solange du musst), strebst gleichzeitig nach oben; immer noch ein bisschen mehr, ein bisschen weiter, bisschen schneller, bisschen besser, ein bisschen härter (vor allem deine Schläge, vor allem deine Schwerthand, vor allem du). Du denkst voraus, kannst gut zusammenhalten und hast diese Präsenz, die es braucht: man hört dir zu. Bist scharfsinnig, hast deutliche (nicht komplett utopische) Ziele vor Augen, kannst dich gut ausdrücken und Verantwortung übernehmen, für dich und für andere, du führst mit harter, klarer Hand und scheust nicht vor Entscheidungen, auch wenn die manchmal hässlich sind (und du, du bist das auch (im übertragenen Sinn!)).
Du weißt, wo dein Platz ist und du weißt, wo dein Platz in Zukunft sein soll; deine Siegelkraft ist dein direktes 5*-Ticket an die Front (yes!) — und du lässt dir die Butter sprichwörtlich nicht vom Brot nehmen, real kann sie wer anders haben; Butter schmeckt dir nicht.

Wo wir beim Thema wären: vieles schmeckt dir nicht und damit mein ich nicht nur das Essen auf dem Tisch.
Deine Familie hat ‘ne klare Haltung zum Königreich, zur Rebellion — du auch. Als hättest du da selbst etwas verloren, als wärst du dabei gewesen. Schwachsinn — oder irgendwie auch nicht Schwachsinn, weil Narga, das Biest das dein Drache ist, sehr wohl dort war und weil sie dort sehr viel verloren hat und, oh (oder eher: oh, oh!) es passt verdammt viel Hass und Rachewunsch in diese 8,15 Meter große, blutrote Schuppengewalt. Zusammen seid ihr ein Paar, dem man auf Fluren oder Flugfeldern lieber aus dem Weg geht (wenn man nicht zu deinem Schwarm gehört); dir zumindest dann, wenn du ‘nen schlechten Tag hast und Narga, naja, Narga hat nie gute Tage.

Wobei man schon sagen muss, seit du in Führungsposition bist, hältst du dich etwas zurück.
Nicht, dass du Konfrontationen scheust, im Gegenteil, aber du rempelst vielleicht nur noch jeden dritten Rookie, der dumm im Weg steht, im Vorbeigehen an, statt jeden einzelnen doppelt und du achtest (schon lange) darauf, dass man dir deine Haltung im Bezug auf Gezeichnete (und die meisten anderen) nicht an der Nasenspitze abliest. Zahlt sich aus, immerhin sitzt du in "deinem" Geschwader ausgerechnet direkt unter einem von denen. Am Ende aber: kein Problem. Du magst die wenigsten hier genug als dass es auffallen würde, wen du am meisten scheiße findest.
Dennoch: Arschloch hat man dir schon seit deiner dritten Herausforderung und deinem Counter, der auf 2 gestiegen ist, nicht mehr offen hinterhergerufen — oder, naja, zumindest nicht ohne blutige Nase.

Oh und dann wär da noch dieser unfassbar immense Druck (der manchmal ein Ventil braucht), fast vergessen.
Du sollst ja deine Familie nach jahrelanger Talfahrt wieder auf’s alte Treppchen bringen. Die Vaelor-Krone hast du schon poliert als du manifestiert hast, bist das beste, was deiner Familie (und deinem Vater) hätte passieren können, lebst jetzt seine Träume und deine eigenen, die fallen hinten runter, die hat’s eh nie gegeben.

Ob du manchmal einsam bist?!
Niemals. Du hast ja deine Staffel und deinen überaus netten (nicht) und sozialverträglichen (doppelt nicht) Drachen. Und Freunde. Wenige. Aber das reicht.

(Und jeder Tag fühlt sich so an, wie Biss für Biss das eigene Herz zu fressen.)
12 Ingameposts | 29.06.2025, 16:39
Basgiath War College
gespielt von Lini
23 Jahre
Flieger
Seine Hochwohlgeboren Thamir Yazqhar, Erbgraf von Esmaryel - Eine Anrede, die du weder magst, noch eigentlich wirklich etwas bedeutet. Zumindest für dich. Klar weißt du, dass sowohl dein Vater als auch deine Geschwister – naja und du – diesen Titel habt, aber in der Erbfolge viel zu weit hinten seid, um irgendetwas wirklich zu erben. Von daher schenkst du dem Titel auch keine große Beachtung. Er ist nicht du und du bist nicht der Titel. Du bist – wie dein Vater – den Fliegern beigetreten und das ist auch das, was dir liegt. Es liegt dir dich in Militärstrukturen einzufügen und ebenso, zu führen. Du bist gut darin, anderen zu helfen, sie zu führen. Sowohl mit Witz, aber auch mit Strenge, wenn es sein muss. Du weißt genau, was sowohl im militärischen als auch im familiären Kreis von dir erwartet wird und du versuchst es immer allem und jedem recht zu machen – verlierst dabei aber nicht deine Integrität und vor allem deine Stimme, die du für dich und andere, vor allem Schwächere einsetzt. Gerade durch deine Familie hast du gelernt wie wichtig Zusammenhalt und Unterstützung füreinander ist, genau das münzt du auch auf dein Schwadron, welches für dich wie eine zweite Familie geworden ist.

Für dich war schon früh klar, dass du zu den Fliegern gehen würdest. Du wolltest beschützen, Verantwortung übernehmen und ganz zu schweigen davon, wie cool man bitte aussieht, wenn man auf einem Greifen sitzt. Abgesehen davon, magst du Greifen sehr, immerhin hast du schon von klein auf engen Kontakt mit dem Greifen deines Vaters gehabt. Du durftest ihn streicheln, knuddeln und dein Vater ist sogar schon mal einen Rundflug mit dir auf Malior geflogen. Spätestens nach diesem Rundflug hättest du wohl sowieso entschieden Flieger zu werden. Somit hast du auch fernab von der schulischen Bildung und Lehrern, auch Kampfunterricht bekommen. Deine Eltern wollten, dass du bestmöglich auf den Quintanten der Flieger und dein späteres Leben als Flieger vorbereitet bist. Neben den Fähigkeiten als Flieger hast du auch schon früh gelernt Verantwortung zu übernehmen. Nicht zwingend als Vorbereitung, sondern eher, weil du sowohl für deine Mutter als auch deine Schwestern da sein wolltest, wenn dein Vater unterwegs war. Besonders bei deiner Schwester Julissa hast du schon früh viel Verantwortung übernommen. Deiner Mutter unter die Arme gegriffen und auf deine Schwester aufgepasst. Sie war – oder eher ist noch immer – krank und hat eine Unverträglichkeit, weshalb ihr da genau schauen musstest. Als ihr im Teenager- und Jugendlichenalter wart, bist du mit ihr auf Partys gegangen, hast auf sie aufgepasst und sie beschützt. Das sahst du als deine Pflicht und Aufgabe als großer Bruder an.

Vielleicht war es auch ein Stück weit Freiheit für dich, als du nach Cliffsbane gegangen bist, um deinen Weg als Flieger zu gehen, weil du eben nicht ständig in Alarmbereitschaft wegen deiner Schwester warst. Du konntest deinen Weg gehen und dich entfalten – auch wenn du den Beschützerinstinkt nie abgelegt hast und auch nie ablegen willst. Denn eigentlich bist du gerne für andere da, passt gerne auf andere auf – aber es ist ein Unterschied, ob es deine Entscheidung ist oder du das Gefühl hast, dass du es musst, auch wenn deine Eltern es nie direkt von dir gefordert haben. In Cliffsbane hast du dir schnell einen gewissen Freundeskreis aufgebaut. Gerade deine besonnene und oft gut gelaunte Art kommt gut an. Du weißt, wann es darauf ankommt ernst zu sein und zu bleiben. Du hast bewiesen, dass du das Zeug zum Anführen hast, weshalb du auch in deinem Seniorjahr zur Schwadronsführung ernannt wurdest. Stolz hast du deinen Eltern davon erzählt und dir vorgenommen noch besser auf dein Schwadron aufzupassen.
10 Ingameposts | 21.08.2025, 14:06
Cliffsbane Akademie
gespielt von Lini
23 Jahre
Reiter
Müde Augen blicken dir aus dem Spiegel entgegen. Müde Augen, die nie dafür bestimmt waren, in diesem Teil des Basgiath War Colleges zu sein und dennoch hast du es irgendwie geschafft sogar bis zum 3. Jahr zu überleben. Du warst nie bestimmt dafür, ein Kämpfer zu werden, sondern ein Heiler. Du hattest dich darauf vorbereitet und von deiner Mom gelernt, wie man Anderen helfen und ihre Leiden lindern konnte. Du hattest so vieles darüber gelernt, wie man heilte, aber nie darüber, wie man kämpfte und tötete. Das musstest du alles selbst erlernen, wenn du nicht sterben wolltest. Ohne je etwas damit zu tun gehabt zu haben, wurdest du durch die Rebellion gezeichnet, an der deine Eltern beteiligt gewesen waren. Ohne es zu wollen, musstest du bei der Hinrichtung deiner Eltern und deines Bruders zusehen. Bilder die sich in dein Gedächtnis eingebrannt hatten. Ohne es zu wollen, wurdest du von deinen Geschwistern getrennt und ihr musstet die Jahre bis zum Basgiath War College alleine überstehen, da ihr nicht einmal Kontakt miteinander haben durftet.

Dein Weg führte dich zu einer Herzogfamilie in Elsum. Weit weg von deinem zu Hause und in eine fremde Familie, die dich nicht wollte, aber aus Regimtreue aufgenommen hatte. Du hattest versucht dich irgendwie einzufinden, ihnen zu helfen und keine Last darzustellen. Allerdings war deine bloße Existenz für sie eine Last. Deshalb wurdest du mehr wie ein Diener behandelt, als wie ein Pflegekind, womit du dich abgefunden hattest. Allerdings wolltest du dich nicht damit abfinden, dass du wegen den Vergehen anderer sterben solltest in einem Quadranten dem du nie beitreten wolltest. Aber du hast versucht dich darauf weitestgehend vorzubereiten, so gut es irgendwie ging. Im Geheimen hattest du die Gerätschaften der Tochter des Hauses benutzt, die sich selbst auf den Reiterquadranten vorbereitet hatte. Somit konntest du dich zumindest etwas darauf vorbereiten, nicht sofort zu sterben, kaum, dass du deinen ersten Fuß auf den Viadukt gesetzt hattest.

Vermutlich hatte man dir nicht zugetraut, dass du überleben würdest, dass du sogar so lange überleben würdest. Nach dem Viadukt hast du sogar irgendwie den Gauntlet geschafft, wobei dabei wohl mehr Glück reingespielt hatte. In dem Übungen warst du nämlich immer kläglich gescheitert, bis du es dann doch geschafft hattest. Bei der Präsentation ist dir ein grüner Drache sofort ins Auge gesprungen. Die blassgrünen Schuppen hättest du wohl überall erkannt, denn es war der Drache deines Vaters, der offenbar wieder bereit war sich neu zu binden. Gespannt hattest du beobachtet, wen er wohl binden würde, bis er schlussendlich beim Dreschen vor dir stand und dir offenbarte, dass er dich erwählt hatte. Überraschung hatte dich durchflutet und tatsächlich etwas Hoffnung, dass du doch das Ganze überleben könntest, jetzt, wo sich ein Drache für dich entschieden hatte.

Die Bindung zu Vark gab dir eine Menge Selbstbewusstsein und Ehrgeiz zu überleben, stärker zu werden und nicht nur als Prügelknabe zu fungieren. Erst nach dem Dreschen hattest du dich mehr und mehr mit anderen Gezeichneten beschäftigt und am Ende deines ersten Jahres weihte dein Drache dich in alles ein. Das Wissen machte dir Angst und zugleich sorgte es dafür, dass du ein Sinn darin gesehen hattest weiter zu machen und, dass deine Eltern und dein Bruder nicht umsonst gestorben waren. Mittlerweile bist du selbst in der Rebellion verwoben, sogar im Schmuggel involviert und vielleicht fühlst du dich zum ersten Mal zugehörig. Auch wenn es bedeutete, dass du vor deinen engsten Personen Geheimnisse wahren musstest, um sie zu schützen.
19 Ingameposts | 23.04.2025, 17:33
Basgiath War College
gespielt von Maj
34 Jahre
Schriftgelehrter
Vizekommandeur von Samara… mit einem Blick auf die militärisch-biographischen Daten erstaunt, dass Domacrydhan Nergal diesen Rang und Titel trägt. Ist er mit 34 Jahren doch recht jung für diesen Posten. Ist er als Schriftgelehrter doch nicht die typische Wahl in einem System, das in der öffentlichen Wahrnehmung vor allem Drachenreiter in Führungspositionen kennt. Standortkommandeure sind oft genug stille Posten, die – so notwendig sie sind – wenig Aufmerksamkeit erregen.
Doch es gibt zwei Gründe, aus denen heraus Domacrydhan aus dieser Stille ausbricht.

Der eine Grund liegt in seiner Persönlichkeit und seinem Auftreten. Es ist nicht zu übersehen, dass Domacrydhan einen adeligen, vermögenden Hintergrund hat (und seine Familie es nicht auf dem Status Quo belassen möchte). Er liebt Luxus und ist daran gewöhnt, dass Menschen ihm zur Verfügung stehen. Diese betrachtet und behandelt Domacrydhan oftmals nicht ausgehend von ihrer Persönlichkeit, sondern von dem Ziel, das es zu erreichen gilt. Das macht ihn auf persönlicher Ebene kalt und manchmal gar schwer zu ertragen, wenn Provokation sein Ansatz ist, mehr Leistung heraufzubeschwören. Aus militärischer Sicht macht es ihn effizient und geeignet dafür, stellvertretend einen Standort zu organisieren und in das Wissen um die Veneniexistenz eingeweiht zu sein.
Zwei Geschwister und ein (selbstgewähltes) Zuhause haben das Leben und der Krieg ihm bereits genommen und auch Teile seines Hörvermögens und Gleichgewichtssinns eingefordert. Dass er sich von letzterem nicht einschränken lassen will, hat seine Risikobereitschaft in körperlicher und… moralischer Hinsicht erhöht. Was offiziell nur durch den Besitz eines Bordells auffällt, reicht weit tiefer in die Kriminalität hinein. Dass sich ersteres – seit seinem 6. Lebensjahr in unterschiedlicher Frequenz – wiederholt, hat Domacrydhans Umgang mit Menschen definiert. Er wahrt gleichermaßen erhöhte Distanz und begegnet vielem gleichgültig und nimmt Menschen und ihre emotionale Verbindung zueinander ausgesprochen wichtig.

Der andere Grund liegt in dem Standort, für den Domacrydhan stellvertretende Verantwortung trägt: Fast alle Reiter einer Staffel sind durch einen poromischen Angriff ums Leben gekommen. Dass der eigene Einsatz von Sumerton ausging, spielt nur geringfügig eine Rolle, denn für die Öffentlichkeit es ist Samara, wo nun eine Staffel neu aufgebaut und konzipiert wird. Für die militärische Führung ist es Samara, von wo aus jene Reiter desertiert sind, die offiziell als tot gelten. Das ist ein Unglück samt einer möglichen Sicherheitslücke, für die Domacrydhan zwar nicht zur Verantwortung gezogen wird – aber doch beweisen sollte: Es wird keine Wiederholung geben.
13 Ingameposts | 31.03.2025, 21:51
Militär Navarre
gespielt von Jani
29 Jahre
Reiterin
Du bist nicht wie die Nacht. Bringst keine Dunkelheit, die alles zu verschlucken droht. Du bist die Ruhe des Morgens, das sanfte Licht, das den Himmel nach und nach einfärbt. Sprichst leise, weil du weißt, dass Lautstärke keine Wahrheit bringt. Und du glaubst; nicht aus Naivität, sondern trotz allem, was du erlebt hat. Trotz unsichtbarer Narben auf deiner Haut, in deinem Herz. Trotz Kälte, die dich manchmal durchzieht wie ein Nebel. Glaubst, dass die Wärme dich nie gänzlich verlassen hat. Dass sie zurückkehren wird. Vielleicht wie deine Erinnerungen. Vielleicht ergibt das Mosaik, welches du dein Gedächtnis nennst, irgendwann wieder Sinn für dich. Und falls nicht, dann suchst du weiter: nach Antworten, nach dir selbst, nach dem, was dich zufrieden macht. Hast nie das Gefühl gehabt, es gefunden zu haben. Wolltest nie mehr erreichen, sondern immer nur glücklich sein. Erfahrungen sammeln. Gefühle erleben. Brauchst keinen Nervenkitzel, brauchst keine Herausforderungen – nur jemanden, der’s erkennt. Der dich versteht. Brauchst keine Bühne, nur einen Raum, in dem du sein kannst. Mit allem, was du nicht in Worte fassen kannst. Mit den Gegensätzen, von denen du weißt, dass sie sich in dir vereinen. Sanft und wild. Leise und laut. Schwach und stark. Ängstlich und mutig. Die Verluste, die du erlitten hast. Die Verletzungen, die den Lauf deines Lebens verändert haben – du bist an ihnen gewachsen, selbst wenn du zerbrochen scheinst. Vertraust deiner eigenen Stimme nicht mehr in dem Ausmaß, in dem du es einst getan hast. Hinterfragst deine Instinkte. Wirst verfolgt von den Schmerzen, der Unsicherheit. Und da ist Frust in dir; Druck, den du dir selbst auferlegst, weil du das Gefühl hast, stehenzubleiben. Keine Fortschritte zu erzielen. Gehst drei Schritte vor, vier zurück. Kannst die Geduld, die du anderen gegenüber aufbringst, in diesem Fall nur schwer auf dich selbst übertragen. Und wenn deine Gedanken kreisen, dann hörst du die Stimme deines besten Freundes wie ein Echo in dir widerhallen. Morgen wird’s leichter, Byrne. Und wenn nicht morgen, dann irgendwann anders. Es sind die kleinen Dinge, an denen du dich festhältst. Die dir Hoffnungen geben. Das Licht, das durch Blätter fällt. Der erste Schnee des Jahres. Der Geruch von Regen in der Luft und das Gefühl der Tropfen auf deiner Haut. Als würden sie die Zweifel wegwaschen können, die inzwischen ein Teil von dir sind und was übrig bleibt, ist dein Lächeln. Dein Wille. Deine Entschlossenheit.
11 Ingameposts | 19.07.2025, 09:38
Militär Navarre
gespielt von Maj
39 Jahre
Artillerist
Sind wir Menschen, weil wir in die Sterne schauen, oder schauen wir in die Sterne, weil wir Menschen sind?
Es sind Fragen wie diese, die des Nachts über die Lippen von Kiéran Seravell fließen, kommt man in die Situation, ihn bei seiner Lieblingstätigkeit zu erleben: Irgendwo im Freien den Blick zu den Sternen zu erheben. Es ist ihr Stand aus dem heraus Kiéran seine eigene Position und Richtung ermitteln kann – jedoch bloß in tatsächlich geographischer Hinsicht. Spiritualität liegt Kiéran zwar nicht vollkommen fern, doch vor allem sind es Philosophie und Wissenschaft, die ihn interessieren. Die Fragen nach einem Wie oder einem Warum treiben ihn von klein auf an.
Und immer schien sein privates Umfeld zu wenig Antworten und zu wenig Möglichkeiten zu bieten.
In die elterlichen Fußstapfen ist Kiéran daher nicht getreten, sondern hat sich auch über den Wehrdienst hinaus dem Militär verpflichtet. Als Artillerist mit einem Schwerpunkt in Konstruktion und Entwicklung ist er seit gut 15 Jahren in der Hauptstadt Krovlas stationiert. Hier in Draithus war er vor allem im Schiffsbau tätig, war nicht nur mit deren grundsätzlichem Aufbau beschäftigt, sondern auch mit Elementen der Innenausstattung und Bewaffnung. Die Situation einer gut ausgestatteten Werft und hinreichend großen Deadlines hat für Kiéran jedoch längst ihren Reiz verloren. Es sind größere Herausforderungen, nach denen er strebt und denen er ab jetzt als Captain der Artillerie auf der Darakor begegnen wird. Verantwortung für die anderen Besatzungsmitglieder seines Quintanten trägt er damit ebenso, wie für die schwimmende Heimat der gesamten Crew. Kurzfristiges Handeln unter mangelnden Ressourcen wird dadurch Teil seines neuen Alltags und es ist ein Lächeln, mit dem Kiéran solchen Stresssituationen entgegen sieht.
Und das wohl selbst in den Momenten auf seinen Lippen oder in seiner Stimme liegen wird.
Ruhig – aber bestimmt – zu bleiben, liegt Kiéran. Und womöglich sind es die Nächte unter Sternen, die ihm die Kraft dafür geben. Auf dem Meer, ohne Lichtverschmutzung, kann die Aussicht darauf schließlich nur besser werden; auch wenn Kiéran gar keine Antwort auf die angeblich schwerere Frage sucht: Schauen die Sterne denn zurück?
6 Ingameposts | 30.08.2025, 20:32
Militär Poromiel
gespielt von Jani
50 Jahre
Reiter
Er hatte sein Leben für die längste Zeit in Schwarz und Weiß geführt: die Welt in strengen Gegensätzen betrachtet. Gut oder schlecht, richtig oder falsch, hell oder dunkel. Eine festgelegte Bewertung, ein klares Urteil – es hatte für Sicherheit gesorgt, hatte seine Zweifel minimiert und gewissermaßen seine Taten entschuldigt. Doch etwas hatte sich in ihm verändert: die Jahre seiner Gefangenschaft haben dazu geführt, dass er sich in den Grautönen des Lebens wiedergefunden hatte. In dem jede Entscheidung einen Schatten warf, wo die Gegensätze ineinanderflossen. Cain musste einsehen, dass nichts mehr so sein würde wie zuvor – brauchte Zeit, zu lernen, was er in den ersten vier Jahrzehnten seines Lebens verpasst hatte. Die Farben und Nuancen wahrzunehmen, über die er früher hinweggesehen hatte. Sicherlich spielte es in das Scheitern seiner Rehabilitation ein: seine ständigen Gedanken, die nach dem Warum fragten. Wie konnte ein einfacher Streit soweit eskalieren, dass er etwas hinter sich gelassen hatte, was er für seine Ewigkeit gehalten hatte? An welchem Punkt hatte er die falsche Entscheidung getroffen, die ihn über Jahre hinweg in Poromiel gefangen gehalten hatte. Cain war sich sicher gewesen – vielleicht zu übermütig, vielleicht von dem Glauben geprägt, dass ihm nichts geschehen würde, weil Zihnal immer an seiner Seite gestanden hatte. Manche behaupten, dass dem auch weiterhin so gewesen war. Dass sein Überleben mit Glück zu tun gehabt hatte. Aber er selbst ist weit davon entfernt, es so zu nennen: seine Hoffnungen sind an dem Ort ebenso gestorben wie seine Fähigkeit, eine aktive Rolle im Krieg einzunehmen. Etwas, worauf er mühsam hingearbeitet hatte, was ihm genommen worden war, weil seine Gedanken ihn zu einer größeren Gefahr machten, als dass sie irgendjemanden von Nutzen waren. Verloren zwischen Albtraum und Realität, unsicher im Hinblick auf seine eigenen Gefühle – und die Absichten aller anderen – hatte er sich zurückgezogen. Hatte eingesehen, dass seine Gesellschaft nicht mehr unterhaltsam oder erheiternd war, sondern geprägt von Sorge und Mitleid. Und beides wollte er nicht zulassen. Wollte sich nicht als jemanden sehen, der repariert werden musste, weil die Spuren der Folter an seinem Körper auch niemals verschwinden würden.

Es hat ihn Geduld gekostet – mehr als er in der Vergangenheit besessen hatte – um einen Weg zu finden, mit seinem neuen Ich zurecht zu kommen. Zu tolerieren, welche Veränderungen von statten gegangen waren, welche Ängste sich in ihm befanden. Früher hätte er sich ihnen vielleicht gestellt, doch heute erträgt er sie im Stillen. Hat nicht die Kraft, an zwei Fronten zeitgleich zu kämpfen: dem Ziel zumindest seinen Körper wieder zur altbekannten Stärke zu verhelfen, wenn sein Geist vielleicht unweigerlich gebrochen war. Es war frustrierend für ihn: wie langsam er Fortschritte gemacht hatte. Wie viel Zeit er benötigt hatte, um einen Punkt zu erreichen, an dem er sich zum ersten Mal besser gefühlt hatte. Neue Perspektiven nicht abgelehnt, sondern sich offen ihnen gegenüber gezeigt hatte. Cain war nie davon ausgegangen, irgendwann einmal zu lehren. Dachte, dass er als Reiter den Tod finden würde, doch Malek hatte kein Erbarmen gezeigt und ihm stattdessen die Erfahrungen mit auf den Weg gegeben, die von Nöten waren, um den Überlebenskurs am Basgiath War College zu führen. Das Geheimnis, wie man tatsächlich an einem Ort überstand, an dem man dachte, zu sterben: einen Anker, mit dem man seinen Willen verband. In seinem Fall waren es die Vorstellung an seine Tochter – die Illusion, sich irgendwann für seine Fehler entschuldigen zu können. Sie hatten ihn durch die schwersten Stunden getragen. Hatten dafür gesorgt, dass er mehr ertrug, als er für möglich gehalten hatte. Aber sie änderten nicht, dass er inzwischen – weit weg der Finsternis, die ihn doch nicht gänzlich loszulassen schien – realisierte, dass es egoistisch von ihm wäre, sie zu suchen. Sie ausfindig zu machen. Und vielleicht ist es die größte seiner Wandlungen: dass er seinem Drang nicht nachgibt, sich selbst nicht über sie stellt und sich darauf besinnt, dass er nicht gut genug für sie ist.
22 Ingameposts | 09.02.2025, 15:38
Militär Navarre
gespielt von Jella
51 Jahre
Reiterin
Nicht jede Macht schlummert in starken Körpern. Manch wahre Stärke schlummert in der Verbindung, die man seit Jahren zum eigenen Drachen pflegt, in der Siegelkraft, die aus der Bindung entstanden ist und in dem Kopf, der auf schmalen Schultern sitzt. Myrrin lebt seit jeher mehrere Leben: das der Erforschung von Magie, speziell von Runen, eben jenes im Revolutionsrat und das andere als Lehrerin eben gerade an jener der Schule, die sie damals selbst kaum überlebt hat. In den Reihen der Reiterinnen und Reiter wurde sie stets aufgrund ihrer körperlichen Schwäche belächelt, hatte Glück überhaupt bis zum Dreschen zu kommen. Mittlerweile unterschätzt man sie weniger und doch ist da immer dieser Blick, der deuten lässt, dass manch einer glaubt, ohne ihre Drachen wäre sie nichts. Die schmale beinah zerbrechlich wirkende Frau hat gelernt solche Blicke durch ihre vier Jahrzehnte Lebenserfahrung auszublenden, ebenso wie sie sich mit ihren eigenen körperlichen Defiziten mittlerweile zu arrangieren weiß. Ihre maßgeschneiderten Flugleder lassen sie innerhalb ihrer Formation kaum noch auffallen, ihr Wissen über Magie macht sie nicht nur zu einer begnadeten Lehrerin, sondern auch zu einer ernstzunehmenden Gegnerin. Der Kampf ist ihr mittlerweile in ihr Innerstes gewebt, befeuert den rhythmischen Klang ihres Herzens und einen eisernen Willen. Zwei Mal musste Myrr in ihrem Leben etwas aufgeben, in beiden Fällen waren es andere Menschen und doch tut sie sich generell schwer mit dem Konzept, hält auch heute noch an stillen Wünschen fest, obwohl man sie hätte längst über den Haufen werfen können oder auch müssen. Es ist dieser nicht zu brechende Kampfgeist, der sie immer weitertreibt, selbst die schwersten Wunden und auch ihre bisherige Zeit an der Front überleben ließ. Dabei ist nicht zu verleugnen, dass sie über die Jahre Dinge verloren hat, Freunde, Vertraute, ihre eigene innere Wärme begraben unter einem Berg von Distanz, die sie zu den meisten Menschen in ihrer Umgebung hält, um in ihrem Doppelleben nicht aufzufliegen. Professionell ist das Adjektiv mit dem Meisten sie in ihrem beruflichen Kontext beschreiben, dabei glaubt sich Myrrin manchmal eher eine Hülle ihrer eigentlichen moralischen Kernwerte, eine Maske so lange zurechtgenäht bis kaum noch zu erkennen ist, wer eigentlich darunter steckt. Diese Ambivalenz ist für sie ein erprobtes und doch auch zuweilen einsames Konstrukt, einem die sie mit ihren magischen Studien entgeht, verbinden diese doch ihre beiden Welten.

Magische Beschwörungen sind für sie zum Alltag geworden, die Grenzen ihrer eigenen Energiereserven und jene ihres Drachen auszutesten, erfordert ein Feingefühl, mit der sie den meisten Aufgaben begegnet. Dabei scheut sie keineswegs ihre Siegelkraft des Energieentzugs gegen andere zu verwenden, weiß wohl aber um die Gefahren, die mit diesem komplexen Spiel einhergingen. Als Kind noch in dem Glauben, die Veneni seien nicht mehr als schaurige Geschichten, die man in ihrer Heimatprovinz Tyrrendor erzählte, folgerte das plötzliche Verschwinden ihrer Eltern und der Brief, den sie ihr in das kleine geheime lose Brett geschoben hatten, ein Wissen, welches sie fortan als Geheimnis durch die Welt tragen sollte. Ihr bis zu dem Verschwinden ihrer Eltern gelehrtes Wissen über Runenmagie sowie ein paar Bücher aus dem Familienerben blieb ein Weiteres. Beide sollten den Grundstein für ein Leben dominiert von Unausgesprochenem bilden, wissen doch bis heute selbst die wenigsten ihrer Vertrauten von der Tochter, die sie schon vor ihrem Wehrdienst bekam und in dem Wunsch ihr und sich selbst ein besseres Leben zu bieten, abgab. Jeglicher Versuch sie in den letzten Jahrzehnten zu finden und eventuell doch ein Verhältnis aufzubauen indes scheiterte.

Ihre Familie knöpft sich daher seit geraumer Zeit nicht aus Blutbanden sondern rein über denselben ideellen Anspruch, den der Revolutionsrat verfolgt. Ihr engster Vertrauter ist seit Jahren ihr Drache. Es erscheint nicht selten wie ein einsames Leben, ist der Rat doch nicht oft an einem Ort zu finden und sie unter ihnen am Ehesten sie selbst. Der kluge Kopf, der sie teils etwas zu verbissen werden lässt, wenn sie erst einmal Leidenschaft entwickelt hat, der unerschütterliche Glaube daran, dass die Wahrheit am Ende siegen muss und der Bezug zur Gemeinschaft und Menschlichkeit, die ihr im Grunde eigentlich so wichtig sind. Es gab immer wieder Zweifel über die Jahre, aber keiner war stark genug, um sie von ihrem Weg abzubringen, weil die Revolution mittlerweile stark an ihren Lebenssinn gebunden ist. Myrrin will eine bessere Welt, eine freie Welt, unabhängig der Bedingungen. Es lässt sie manch moralische Grenze, die sie sich vor Jahren gesetzt hat, überschreiten, Menschen manipulieren, in dem Glauben nur das Beste für sie zu tun oder der Erwartung, andersherum würde es genauso geschehen. Es hat sie verändert, ihre eigentliche Wärme ebenso gedrosselt wie abseits der Magie ausgelebte Kreativität. Der Gedanke, dass sie in einem danach wieder weicher werden kann, ist über die Jahre hinweg leise geworden und vielleicht, ganz vielleicht, liegt es auch daran, dass sie nicht mehr sicher ist, ob sie an eines glaubt.
24 Ingameposts | 08.02.2025, 15:39
Militär Navarre
gespielt von alice
30 Jahre
Reiterin
Es donnert.
Regen peitscht dir ins Gesicht. Blitze zucken links von dir, rechts von dir, über dir. Deine Hand rutscht über spiegelglatte Schuppen, aber du kennst jeden Dorn, jeden Stachel, jedes Horn. Könntest blind über den Rücken deines Drachen tanzen (aber nicht wenn um euch so ein heftiger Sturm tobt; oder: dann nur, wenn’s unbedingt sein muss, wenn’s gar nicht anders geht). Das hier fühlt sich wie Freiheit an. Der Wind zieht an dir, will euch trennen, will ihn nach hinten drücken, niederreißen, aber er legt die Flügel an und du kannst sein düsteres Lachen bis in die hinterste Ecke deines Schädels spuken hören — er liebt dieses Wetter mindestens so sehr wie du (und wie du ihn). Statt im Sturzflug nach unten zieht’s ihn nach oben, nie weg von der Gefahr, sondern immer mitten rein (ihr seid euch echt so gleich), direkt ins Herz aus pechschwarzen Wolken, Donnergrollen und der puren Energie, die euch so sehr vertraut ist, weil sie auch unter deiner Haut sitzt.
Zwei Herzschläge, die inne halten, ihr amtet nicht, aber ihr tut’s im Einklang — kurz ist alles so dunkel, dass du nichts mehr siehst, dann bricht er durch die Wolkendecke und es ist vorbei. Jetzt heult der Sturm unter und ohne euch.
Du lässt dich nach hinten fallen, Blick in den Himmel. Wenn ihn die Sonne berührt und er noch regennass ist, dann wirken seine sehr, sehr blassen, extrem hellbraunen Schuppen fast als wär er weiß; kein Wunder, dass man ihn Ghost nennt. Und, weil ich den Tod bring. Du nickst; und deswegen. Und weil er in jedem Sturm genau das ist: ein Geist, taucht ganz plötzlich unter, über, hinter dir auf, im grau-schwarz-Mix von Gewitterwolken erst schwer zu sehen, doch dann, wenn ein Blitz direkt neben ihm aufzuckt, dann wirklich beinah weiß.
Ihr bringt den Tod zusammen.

Wenn’s nach dir geht, dann könntest du ewig mit ihm da oben bleiben.
Ist nicht so, als würdest du die Verantwortung scheuen, die unten auf dich wartet (das tust du nie, deine Schultern sind schmal, zierlich, aber sie tragen viel), nicht so, als ob du die Abwesenheit anderer Menschen gut finden würdest (nicht generell, im Gegenteil, du magst Nähe, eine kleine Berührung hier, eine zufällige Hand an einem Arm dort), ist nicht so, als ob du nein sagen würdest, zu einem gemeinsamen Abend mit Freunden, einem vollen Krug Bier (nie zu Zeit, die du nicht allein verbringen musst) und es ist nicht so, als wüsstest du nicht, dass dich spätestens die drei kleinen Herzchen auf vier Pfoten zurück nach unten ziehen würden (und die Blumen, die niemand gießt, wenn du’s nicht tust) — aber hier oben fühlt sich alles andere kurz klein und unbedeutend an (nicht so wie sonst), und zwischendurch genießt du das.
Nur kurz: einatmen, ausatmen, frei atmen. Alles ist so leicht wie du’s andere gern denken lässt und wie du’s wirklich gern hast.
Du musst nicht an die Lügen denken, die dir wie Zucker über die Lippen kommen (weil eine Rebellion eben das mitbringt: lügen — und wer würde diesem Augenaufschlag nicht jede Lüge glauben?), nicht an deine Eltern, die du endlich wieder besuchen willst (weil du nicht weiß, wie lang’s noch geht), oh und nicht an den Mann, der sich wie’n Parasit zwischen deine Rippen schiebt (auch, wenn du das noch gar nicht siehst) — nein, hier oben ist’s nur du und Ghost. Und manchmal reicht das einfach aus.
21 Ingameposts | 30.04.2025, 10:24
Militär Navarre
gespielt von Emma
28 Jahre
Reiterin
Ursprünglich hätte Aoifes Leben anders verlaufen sollen. Geplant war gewiss nicht, dass sie als Reiterin eines braunen Drachenweibchens bei einem von Navarres Außenposten in Chakir in den Bergen landen würde. Ändert nichts daran, dass eben das gerade ihre Realität ist: vor einigen Wochen wurde Aoife von Lewellen nach Chakir versetzt, um dort ihre Siegelkraft - Gegenmagie - weiter zu trainieren. Ihre Freunde in Lewellen zu verlassen, fiel Aoife schwer und sie vermisst sie, die ihr über die Jahre zu einer neuen - zweiten - Familie geworden sind, sehr. Umso schmerzlicher ist die Trennung, nachdem sie zu ihrer eigentlichen Herkunftsfamilie, den Caeloras, einer Familie aus dem Landadel Morraines, seit Antritt ihres Wehrdienstes keinen Kontakt mehr hat. In Adelskreisen mag die Familie Caelora kaum über die Region der Provinz Morraine hinaus relevant sein; bekannt mag der Name in anderem Kontext allerdings durchaus sein, da die Familie seit Generationen eine Whisky-Brennerei betreibt und auch über die Grenzen Morraines exportiert. Dass Aoife außerdem mütterlicherseits mit der Familie Trevalion verwandt ist, ist etwas, worüber sie zumindest seit ihrem Abschluss im BWC nicht mehr allzu oft spricht; wo die Beziehung zu den Caeloras vor acht Jahren sehr frostig geworden ist, kann man sie im Vergleich zu Aoifes Beziehung zu einigen Vertretern der Trevalionseite der Familie noch als herzlich bezeichnen. Zumindest ist sie sich fast sicher, dass die Caeloras sie nicht tot sehen wollen - bei so manchem Trevalion-Cousin ist sie sich da nicht so sicher.

Dass Aoife Reiterin geworden ist, war also reihum eine Enttäuschung. Auch nichts, was sie für sich selbst gesehen hätte und was sie schnell bereut hat, noch ehe sie damals das Viadukt vollständig überquert hatte. Überlebt - zu aller Überraschung (auch ihrer) hat sie die drei Jahre im BWC dennoch und wurde sogar von einem Drachenweibchen als Reiterin ausgewählt. Dass Aoife zwanzig Jahre auf ein völlig anderes Leben vorbereitet wurde und aus gutem Hause kommt, merkt man ihr noch heute sehr stark an. Dass sie nur mit Mühe und Not den Ansprüchen entsprechen kann, die man gemeinhin an eine Reiterin stellen würde, ist ebenso kein Geheimnis. Letztlich sind es aber die Drachen, die entscheiden und Anchu scheint Aoife noch nicht überdrüssig geworden.
25 Ingameposts | 26.05.2025, 13:22
Militär Navarre
gespielt von Maj
25 Jahre
Reiterin
Eine Prinzessin des reichsten Herzogtums von Navarre. Reiterin. Direkt nach Ende der Ausbildung der ersten Staffel des Flammenschwarms im Nordgeschwader zugeordnet. Eine Siegelkraft, die als ‚geheim‘ klassifiziert wird und somit besonders wertvoll sein muss. Eine Alltagsaufgabe, aufgrund derer sie sich im Machtzentrum des Königreichs bewegt.
Betrachtet man diese Details, so wirkt es, als hätten die Götter Josiane Calthyr, Prinzessin von Calldyr, übermäßig reich beschenkt. Es ist bloß sie selbst, die sich nicht als einen Liebling der Götter wahrnimmt, sondern sich fragt, welche Buße für frühere Fehler sie offenbar tut. Laut käme dergleichen jedoch nie über ihre Lippen. Josiane weiß sich zu benehmen, ist Höflichkeit, Eleganz und vornehme Zurückhaltung. Vor allem aber ist sie noch immer deutlicher Prinzessin als Reiterin, denn die elterliche Erziehung bietet Josiane mehr Orientierung und Rückhalt. Es ist leicht, die eigene Unsicherheit hinter dem zu verstecken, was Josiane als gesellschaftlich angemessen kennengelernt hat.
Dazu zählt, sich ihre eigenen Unsicherheiten nicht anmerken zu lassen.
Und derer hat Josiane viele.
Ein Teil dieser Unsicherheiten gilt Josianes familiärer Situation: In den letzten fünf Jahren ihren Vater und ihren Bruder verloren zu haben, hinterlässt schon für sich genommen Spuren in der Seele einer jungen Frau, die ohnehin empfindsam ist. Doch aus Josianes Sicht hängt auch die Sicherheit und Zukunft eines ganzen Herzogtums an der Stabilität seiner Herrscherfamilie. Und die ist mit einem 13jährigen Herzog vergleichsweise unsicher, ist in den letzten Jahren ausgedünnt worden und braucht viel Zusammenhalt. Diesen kann Josiane als Reiterin jedoch nur eingeschränkt bieten – und damit gehört diese Entscheidung, Reiterin zu werden, zu – womöglich – vielen, bei denen Josiane sich fragt, wie falsch sie sind.
In schlechten Momenten ist es gar ihre gesamte Existenz, die Josiane in Frage stellt und als falsch empfindet. Es fängt damit an, dass sie auffällig – teils unangenehm – groß ist für eine Frau. Setzt sich darin fort, dass Josiane zu sanftmütig für eine Reiterin ist und aus ihrer Siegelkraft mehr Qual als Nutzen entsteht. Das gilt für ihr Umfeld und sie selbst gleichermaßen, so wenige auch darüber informiert sind, dass Josiane Gedankenleserin ist. Die entsprechende Lüge lastet Josiane schwer auf der Seele und sorgt dafür, dass sie emotional um so mehr an Freunden und Familie hängt. Dazu spaziert sie nicht mühelos durch die Gedanken andrer, sondern muss Arbeit darin investieren. Dazu gehört auch, mit permanenten Kopfschmerzen zu leben.
Zu lächeln.
Selten nur begegnet Prinzessin Josiane einem mit anderen Gesichtsausdruck und mittlerweile oft in der Gesellschaft ihres Schwagers. Für Kronprinz Daelan übernimmt sie Aufgaben einer persönlichen Assistentin, ist auf vielen Besprechungen und Veranstaltungen unmittelbar an seiner Seite. Mehr Gefühle als durch tausend Worte kann sie durch dieses Lächeln ausdrücken - und verliert doch nie, anderen das Gefühl eines aus dem Nest gefallenen Vogels zu vermitteln, den man beschützen will.
26 Ingameposts | 15.05.2025, 07:23
Militär Navarre
gespielt von Berrie
41 Jahre
Reiter
Blut gefriert in deinen Venen, in deinem Blick. Bist Eis und Feuer und alles zusammen, gleichzeitig, nichts davon. Trägst hundert Leichen auf der Schulter, an jedem Finger ein Dutzend davon. Mindestens. Mit einem Lächeln quittierst du Geschichten wie diese, zuckst mit den Schultern, schließt das Schubfach, das dir mehr Verdienste zugesteht, als du dir verdient hast. Oder eher: andere. Sind nicht (nur) die, auf die du stolz bist, für die du dein Gesicht hinhältst. Sind nicht (nur) die, die du dir mühsam erarbeitet hast, die dir deinen Rang, deinen Posten, ermöglichen. Ist mehr. Inszenierung bis zu einem gewissen Punkt, den du mit zu tragen bereit bist, weil es wichtig ist. Wichtig für’s Königshaus, wichtig für deinen Herzog und – allen voran: wichtig für deine Familie. Bist mit Leib und Seele genau das: Familie. Trägst deinen Nachnamen als Identität vor dir her, bist ein Trevalion so sehr es nur gehen kann. Bereit, jedes Opfer zu tragen. Bereit, dich in Ketten legen zu lassen. Bereit, auch nach vierzig Lebensjahren nur die Figur in einem Spiel zu sein, dessen Regeln du nicht festlegst. Das Spiel um Leben und Tod, das Spiel um Wissen und Unwissen, um die Naivität einer ganzen Bevölkerung und die Möglichkeit, alles einzureißen, was mühsam aufgebaut wurde. Du bist einer von so wenig dokumentierten Blutmagiern, dass es unmöglich war, dich an den Rand deiner Existenz zu drängen. Rühmte sich stattdessen so wunderbar mit dir, gabst nicht nur ein schönes, sondern auch ein begabtes Gesicht ab. Eines, das einlud, großzügig über Lügen und Facetten hinwegzusehen, die jeglicher Grundlage entbehrten.
Hast gelächelt, tust es heut noch.
Hast getötet, tust es heut noch.
Du hast Blut zwischen den Zähnen und auf den Lippen, trägst es wie eine zweite Haut – nicht wirklich, nicht buchstäblich, nur sprichwörtlich. Ein treuer Diener des Systems, ein Anhänger, nicht korrumpierbar (weil du längst korrumpiert bist). Kein Verräter (weil du längst verrätst). Keine Gefahr (oh, was seid ihr für Schafe). Acht-Augen-Prinzip, das auf dir ruht, während seit fünf Jahren plötzlich weniger Gewese an deiner Person betrieben wird. Weniger Aufträge, weniger Versetzungen, die deine Anwesenheit fordern; oder die Abwesenheit andernorts bedeuten. Dein Name sicher nicht jedem ein Begriff, aber wichtig genug, um ihn nicht aus den Büchern zu tilgen (oder nur da, wo es dienlich ist). Wichtig, weil du bist, wer du bist. Weil deine Familie ist, wer sie ist. Weil sie dem (zweit-)wichtigsten Herzogshaus dient, eisern und ohne Widerspruch. Und – weil du kannst, was du kannst. Weil du Feuer und Eis, Wasser und Blut bist. Weil sich Geschichten schöner erzählen, wenn sie leuchten und glänzen, die Vormacht sichern hinter starken Schultern und noch stärkerer Magie. Schultern wie deinen. Magie wie deiner.
7 Ingameposts | 21.04.2025, 12:09
Militär Navarre
gespielt von Berrie
35 Jahre
Reiter
Gibt nur wenige Regeln im Umgang mit Drachen. Dreh' dich nicht weg, lauf nicht davon, senke den Blick - und bete zu den Göttern, dass sie dich nicht trotzdem bei lebendigem Leib verbrutzeln. Vor über zehn Jahren hast du all diese Regeln live und in Farbe gelebt, hast am Basgiath War College zwei Mal das erste Jahr durchlebt, nachdem beim ersten Mal offenbar keiner der bindungswilligen Drachen dein Potenzial erkannt hat (O-Ton). War zunächst ein herber Schicksalsschlag für dich, war für dich immer klar, dass du ein verdammt guter Reiter werden würdest. Dass du immer eher ein Händchen für Drachen hast, die nicht deine sind, war vielleicht ausschlaggebend, vielleicht auch nicht. Hat ja aber schließlich doch dazu geführt, dass dein Leben nicht so trostlos wurde, wie angenommen. Neben deiner körperlichen Fitness war dein Köpfchen eigentlich schon immer deine stärkste Waffe. Wärst damals schon von Anfang an gut bei den Heilkundigen untergebracht gewesen, aber Menschen heilmachen war irgendwie nicht dein Ding. Drachen hingegen ... Vor 'nem Jahrzehnt hat man dich dafür belächelt, sogar ganz offen über dich gelacht. Heute flattern Briefe in deine Gemächer, Befehle und Bitten gleichermaßen, die dich durch das ganze Königreich führen, um fremder Leute Drachen zu behandeln. Manchmal wirst du der Drachenflüsterer genannt; bist der, der eine Bindung zu ihnen aufbauen kann, ohne sich zu (erneut) binden. Der Respekt von denen bekommt, die keinen Respekt vor sich selbst haben. Bist somit rastlos, nirgends wirklich heimisch, nie länger an einem Ort. Obwohl du dein Engagement in deiner Staffel in Samara ernst nimmst, ist deine Anwesenheitsquote nicht selten sporadisch. Bist häufig da, wo du eigentlich gar nicht sein wolltest: an Außenposten, irgendwo nahe der Grenze. Dort, wo man dich gesehen hat, kurz, nachdem die große Blaue mit dem Dolchschwanz dich gebunden und für Raunen und Aufsehen gesorgt hat. Bist auch ein ausgemachter Glückspilz: erst gar nicht gebunden werden und dann von einer der seltenen blauen, die man sich besser nicht zum Feind macht. In der Hinsicht passt ihr wirklich ausgezeichnet zueinander. Wenn du schon sonst nur selten jemanden wirklich als ‘an deiner Seite stehend’ bezeichnen kannst, bist du dir bei ihr so sicher, wie bei niemandem sonst. Dann allerdings nicht in der Front Row zu stehen und ihren Dolchschwanz in die gefiederte Brust zu kurz geratener Löwe-Adler-Mischungen zu bohren, hat überraschend nicht für Wohlwollen gesorgt. Da stehst du nun also, machst irgendwie nie das, was man von dir erwartet. Brichst mit althergebrachten Traditionen und über Jahrhunderte hinweg übermittelten Wissen. Bist experimentierfreudig, denn nur, weil was die letzten 6 Jahrhunderte geklappt hat, heißt das ja nicht zwangsläufig, dass man das nun auch so beibehalten muss. Findest du. Sonst niemand. Ist dir aber auch egal.
11 Ingameposts | 08.02.2025, 15:39
Militär Navarre
gespielt von Keks
52 Jahre
Flieger
Viele fragen sich im Laufe ihres Lebens das eine oder andere Mal, wer sie eigentlich sind. Manchmal sind es kurze Momente, in denen diese Frage aufkommt, ein kurzer Zweifel an sich selbst und eigentlich weiß man die Antwort doch ganz genau. Dann gibt es jene, die nie eine Antwort auf diese Frage finden. Nicht für sich selbst und noch viel weniger für andere.
Sie fragen sich, wer sie sind, wer sie hätten sein können. Wurden sie, wer sie eigentlich hatten sein wollen?
Natürlich hatte auch Ark sich diese Frage gestellt. Damals, als er noch ein Junge gewesen war, als er älter wurde. Und irgendwann hörte er auf sich diese Frage zu stellen.
Ark weiß wer er ist. Wurde er, wovon er als Kind geträumt hatte? Nicht unbedingt. Als Kind träumte er davon ein Handwerker zu werden und Dinge mit seinen eigenen Händen zu erschaffen und er erwies sich als fähig und talentiert darin.
Er ist ein großer Bruder, ein Sohn, ein Onkel, ein bester Freund. Er ist ein Soldat.
Ark stellt sich nicht mehr die Frage, wer er eigentlich ist, ob er wurde, wer er sein wollte. Er ist, wer er geworden ist.
Früher sagten sie, dass der Junge so viele Flausen im Kopf hat, er würde doch nie wirklich erwachsen werden. Aus Spaß gesprochene Worte, die heute wohl keiner mehr so äußern würde. Ganz gleich, dass Ark weiß, dass er in den Augen seiner Eltern immer eines sein würde: Ihr Kind. Manchmal kommt es ihm heute noch so vor, dass sie in ihm einen kleinen Jungen sehen und nicht den erwachsenen Mann, der er geworden ist.
Die Briefe seiner Mutter haben oft die gleichen Fragen: Hast du genug gegessen? Achtest du auch auf dich? Bist du auch warm genug angezogen? Es ist die Sorge einer Mutter, die er in ihren Briefen liest. Es hat sich nie geändert und es wird für sie nie eine Rolle spielen, dass ihr Sohn die 50 längst erreicht hat. Ihm ist bewusst, dass es irgendwann keine Briefe dieser Art mehr geben wird. Irgendwann wird es enden. Die liebevoll gestalteten Briefe, ihre Sorge um ihre Kinder.
Familie ist für Ark so unendlich wichtig. Ganz gleich, dass es immer Dinge gab in denen sie sich nicht einig waren. Ganz gleich, dass sie sich stritten und es auch mal lauter im Hause wurde. Am Ende des Tages waren sie alle genau das: Eine Familie.
Ark wuchs in einem liebevollen Haushalt auf und bis heute sagt er ehrlich, dass er alle seine positiven Eigenschaften von seinen Eltern gelernt hat. Denn sie ließen ihn werden, wer er war. Nie übten sie Druck aus oder äußerten ein Verlangen nach einem Beruf, den er zu erlernen hatte. Keine Erwartungen, dass es seine Aufgabe als Erstgeborener wäre, das Familiengeschäft zu übernehmen und in die Fußstapfen seines Vaters zu treten.
Ark bekam wohl die wundervollsten Dinge von seinen Eltern, die Eltern ihrem Kind geben können: Wurzeln, die ihm immer die Gewissheit gaben, dass es einen Ort gibt, der ein Zuhause für ihn ist und an dem er immer willkommen ist. Und gleichzeitig gaben sie ihm Flügel, um zu fliegen und alle Ziele zu erreichen, die er erreichen wollte.
Es gab keinen Groll darüber, dass er sich gegen das Handwerk entschied. Dass er nicht in die Fußstapfen seines Vaters trat. Sie waren stolz, als er sich mit tatsächlichen Flügeln in die Luft erhob und auf dem Rücken seines Greifes die Welt von oben sah. Nicht, weil sie eine besonders kriegswütige Familie gewesen wären, sondern weil sie Stolz darauf empfanden, dass ihr Sohn einen selbstgewählten Weg gefunden hatte.
Es spielte keine Rolle, dass sie keinen Krieger in ihrem Sohn sahen. Solange er diesen in sich selbst sah, waren sie glücklich und stolz. Und auch von Angst erfüllt, dass sein Leben enden würde. Viel zu früh und er die Welt vor ihnen verlassen würde.
Doch Ark wurde zu diesem Krieger. Zu einem der lebt. Zu einem, der seinen Platz irgendwo im Krieg und in der Politik gefunden hat. Die von seinem Greifen geschenkte Gabe passte sehr gut zu dem jungen Mann, dem es immer schon leicht gefallen ist, ein Gespür für die Emotionen seines Gegenübers zu finden.
Sie wurde durch seine Gabe für ihn sichtbar und hilfreich. Er selbst wurde nie der Politiker, sondern der Unterstützer seines besten Freundes. Nero ist der Politiker und Ark sein Unterstützer. Würden andere Neid empfinden wenn sie zusehen, wie der beste Freund eine Karriereleiter erklimmt und eine Rolle einnimmt, die einem selbst vielleicht auch hätte gehören können? Gewiss. Aber nicht Ark. Es scheint grundsätzlich, als wäre Neid ein vollkommen fremdes Gefühl für ihn. Er nahm wie selbstverständlich den Platz an der Seite seines besten Freundes ein, manchmal hinter ihm. Die Absichten und Motivationen anderer zu erkennen ist nützlich, für ihn und für Nero. Der für ihn längst zur Familie geworden ist. Der jeden Charakterzug von Ark kennt und vor dem er kein einziges Geheimnis hat.
Nero, der weiß, dass Ark manchmal doch einfach nur ein zu groß geratenes Kind ist. Der nicht zulässt, dass der Ernst des Lebens jede Stunde des Tages erfüllt und der nicht zulassen will, dass seinem besten Freund dies passiert. Die Zeiten mögen hart und manchmal grausam sein, genauso wie sie es manchmal sein müssen. Doch das ist nicht alles, was Ark ausmacht. Es gibt immer die zwei Seiten eines Menschen und Ark ist den meisten als Krieger bekannt, der ernst dreinblickt und andere wissen lässt, dass er ihre Motivationen und Absichten erkennen kann. Und dann ist da der andere Ark, der bis heute seiner Liebe zur Handarbeit treu geblieben ist. Schnitzereien, Stricken, Häkeln. Absolut unmännlich würde manch einer behaupten, doch wenn Ark immer auf das hören würde, was andere meinen, wäre er gewiss nicht der Mann, der er heute ist.
Einer, der sich keine Frage darüber stellt, ob er geworden ist, wer er einmal hatte sein wollen. Denn er wurde wer er ist.
Ein Sohn, ein großer Bruder, ein Onkel und ein bester Freund. Gleich wie hart die Zeiten sein mögen, Ark ist glücklich mit seinem Leben. Glücklich zu sein bedeutete aber eben nicht, dass man zu jeder Sekunde des Tages mit einem breiten Grinsen durch die Gegend läuft (auch wenn er dies durchaus könnte). Denn auch für ihn gibt es Dinge, die er vermisst, die er sich wünscht, auch wenn er weiß, dass sie vielleicht doch sehr unrealistisch sind. Eine eigene Familie wäre einer dieser Wünsche. Doch es ergab sich nie.
Dabei hat Ark ein großes Herz für Kinder, ist ein guter Onkel für seine Nichten und Neffen und die Kinder von Freunden.
Hoffnungslosigkeit oder Trauer über nicht erreichte Wünsche sind einfach nicht sein Ding und er will sich nicht davon runterziehen lassen. Bei so viel Glück im Leben sollte er keine Trauer über die Dinge verspüren, die er nicht bekommen hat. Er verspürt viel lieber Freude und Dankbarkeit für alles, was er erreicht und erhalten hat. Das Leben zu umarmen und die positiven Dinge des Lebens zu sehen, das ist sein Motto und sein Mantra. Wobei er sich gewiss nicht in Naivität oder in Kopflosigkeit verliert. Sein Blick auf die Welt ist realistisch und ungetrübt.

10 Ingameposts | 24.06.2025, 19:20
Militär Poromiel
gespielt von Berrie
24 Jahre
Fliegerin
Kleine Finger tasten nach trockenem Brot. Hunger. Dein Magen ist leer und knurrt. Bist nicht die einzige. Wenn du dich umschaust, siehst du in eingefallene Gesichter. Siehst in braune Augen und in – blaue. Grün, gelb, lila färbt sich die Haut, das Auge mittlerweile abgeschwollen. Die Haut über deinen Knöcheln nicht mehr rot, nicht mehr eingerissen. Rau ist sie geblieben. Wird sie immer sein. Schmeckst auf der Zunge den Geschmack unverdauter Wörter. Duckst dich unter einem Versuch, dich von den Beinen zu ziehen, hindurch. Bis du groß genug bist, nicht mehr ausweichen zu müssen, sondern selbst die zu sein, die ausholt. Als du noch klein warst, hast du geträumt; von einem anderen Leben. Von einem, in dem kein Wasser durch das morsche Dach tropft. Von einem, in dem du ein eigenes Bett, vielleicht sogar ein eigenes Zimmer hättest. Von einem, das besser zu dir euch wäre. Hast nie viel gehabt, nichts, was wirklich dir gehört, bis auf eins: euch. Und das Gefühl, das damit einhergeht. In Büchern nennen sie es Liebe, die für die Familie, obwohl nicht das gleiche Blut in euren Adern fließt. War immer egal, denn sich verbunden zu fühlen, das kann man auch mit Eltern, die fortgegangen sind, mit Eltern, die gestorben sind und mit Eltern, die man nie gekannt hat. Du hast es dir erhalten, dieses Gefühl. Und den Wunsch danach, es wieder zu fühlen.

Hast nie gedacht, egoistisch zu sein. Hast gestohlen, dich geschlagen, dir Veilchen und Ärger eingehandelt, aber nie für dich. Immer für euch. Jetzt klebt’s an dir, das schlechte Gewissen. Weil deine Entscheidung bedeutet, nie mehr zurückgehen zu können. Wolltest dir einmal im Leben beweisen, dass es da draußen was nur für dich gibt. Dass sich jemand nur für dich entscheidet.

Und hattest so unerwartet recht, dass du gar nicht wusstest, wie damit umzugehen.

Du wolltest einen Bund und den hast du jetzt. Für ein ganzes Leben. Macht dir in stillen Momenten Angst, diese Verantwortung. Hast nie darum gebeten, sie haben zu müssen, aber – irgendjemand muss. Irgendjemand muss für sie stark sein. Irgendjemand muss sie beschützen. Irgendjemand muss für sie einstehen. Du bist stark, du beschützt, du stehst ein. Nicht nur für dich und deinen neuen Bund, sondern für alle, die’s (noch) nicht (selbst) können.

Glänzt mittlerweile das Abzeichen an deiner Uniform, fragst du dich, warum.

Du trägst keinen bedeutungsschweren Namen. Sind keine großen Fußabdrücke, in die du rutschen könntest. Eine Vielzahl nicht weniger geeigneter Kameraden und Kameradinnen in deinem Rücken. Und doch bist du’s. Du. Hast den Rang nicht um des Ranges wegen, hast die Verantwortung nicht der Verantwortung wegen, profilisiert dich weder über Abzeichen noch die Menge gewonnener Kämpfe. Bist nicht die schlauste, nicht die größte, nicht die stärkste; in vielem Mittelmaß, in vielem anders als die Norm. Du weißt nicht, wohin der Weg dich führt, hast keine klare Linie vor Augen, hegst keine Ambition, eine Leiter hinaufzusteigen, deren Ende du nicht kennst. Gibt nur eins, was du weißt: Über- und Leben ist (d)ein Gebot. Nicht du. Sondern sie alle. Bist nicht hier, um Krieg zu spielen. Dein Blick für sie nie verblasst, ist es womöglich genau das, was dich für deine Rolle qualifiziert. Dein Bewusstsein für sie. Für ihrer aller Leben. Und deine Bereitschaft, genau das sichern, statt um des Konflikts Willen Leben nehmen zu wollen.
3 Ingameposts | 31.07.2025, 11:55
Cliffsbane Akademie

Charakter suchen
Exakte Schreibweise: